Scheinfelder Lindwurm-Ei geht nach Unterlaimbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.06.2024 14:17

Scheinfelder Lindwurm-Ei geht nach Unterlaimbach

Die Kulturvereinsvorsitzende Tanja Jordan (rechts) und Laudator Henning Hoffmann (hinten) freuen sich mit den Preisträgern der Unterlaimbacher Ortsjugend (von links): Sophia Gegner, Benedikt Amtmann, Leonie Gegner, Olivia Gegner, Ella Bergmann und Charlotta Amtmann. (Foto: Hans-Jochen Teufel)
Die Kulturvereinsvorsitzende Tanja Jordan (rechts) und Laudator Henning Hoffmann (hinten) freuen sich mit den Preisträgern der Unterlaimbacher Ortsjugend (von links): Sophia Gegner, Benedikt Amtmann, Leonie Gegner, Olivia Gegner, Ella Bergmann und Charlotta Amtmann. (Foto: Hans-Jochen Teufel)
Die Kulturvereinsvorsitzende Tanja Jordan (rechts) und Laudator Henning Hoffmann (hinten) freuen sich mit den Preisträgern der Unterlaimbacher Ortsjugend (von links): Sophia Gegner, Benedikt Amtmann, Leonie Gegner, Olivia Gegner, Ella Bergmann und Charlotta Amtmann. (Foto: Hans-Jochen Teufel)

In der Scheinfelder Kulturszene ist der Lindwurm nicht mehr wegzudenken. Alljährlich wird er an außergewöhnliche kulturschaffende Persönlichkeiten oder Gruppierungen verliehen. Zum 25-jährigen Bestehen dieses Preises überlegte sich der Heimat- und Kulturverein zweierlei.

Erstmals verlieh der Verein einen Nachwuchspreis, das Lindwurm-Ei. Und die bisher verliehenen Lindwürmer werden (fast) alle für drei Wochen in der Altstadt, im Schaufenster des ehemaligen Haushalts- und Spielwarengeschäftes Zechmeister, ausgestellt.

Liebevoll von Künstlern gestaltet

Jeder dieser Lindwürmer ist von Scheinfelder Künstlern liebevoll gestaltet worden, anfangs vom Kunsterzieher Thomas Rudloff, in den vergangenen beiden Jahrzehnten von Töpfermeister Clemens Schleifer. Üblicherweise findet die Verleihung im Bürgersaal des Alten Rathauses statt, mehr oder weniger im internen Kreis der Kulturschaffenden.

Der Vorstand des Heimat- und Kulturvereins hat darüber nachgedacht und kam einstimmig zu dem Schluss, dass auch die Kulturarbeit von Jugendlichen mit einer Würdigung ins Rampenlicht gesetzt werden sollte. Das bildliche Symbol für diesen Preis ist ein Lindwurm-Ei – ein Keramik-Ei, aus dem gerade ein Lindwurmbaby schlüpft.

Preisträger bei der Premiere, die unter freiem Himmel am Marktplatz gefeiert wurde, ist die Unterlaimbacher Dorfjugend. Sie ist seit einigen Jahren nicht nur bei der örtlichen Kirchweih in puncto Geselligkeit aktiv, sondern insbesondere auch schauspielerisch, musikalisch und bei der Mitgestaltung von Gottesdiensten, wie der Laudator, der für Unterlaimbach zuständige evangelische Pfarrer Henning Hoffmann, herausstellte. Es sei ermutigend, was die Jugend alles auf die Beine stellt.

Da blieb der Dank der Geehrten nicht aus, die sich über die Wertschätzung ihrer Arbeit freuten. Mit Sketchen und Liedern gaben sie sogleich einen kurzen Einblick in ihre Talente. Sie pflegen ihre Mundart und bekennen sich zum Dorfleben, zu „ihrer“ Ortschaft.

Ehemalige Gewinner gaben Kostproben

Aber nicht allein wegen dieser Preisverleihung waren viele Gäste dem Ruf des Heimat- und Kulturvereins gefolgt, am sonnigen Sonntagnachmittag zum Marktplatz zu kommen. Einige der bisherigen Lindwurm-Preisträger gaben aus ihren jeweiligen Genres Kostproben, Fröhliches, aber auch ernste Töne zum Besten.

So spielte der Europa-Musikzug Scheinfeld, Hans Meyer las eine Geschichte über die Entstehung der Lindwurm-Sage und Peter Stahl griff seine poetischen Dankesworte auf, die er seinerzeit bei der Ehrung für seine Kulturarbeit gesprochen hatte. Mit Mundartgeschichten und Liedern erfreuten Brigitte und Killen McNeill das Publikum. Die Passionsspieler, vertreten mit Jesus-Darsteller Andreas Satzinger und Eva Hoffmann, spielten eindrucksvoll einen Auszug aus dem Schlussbild der „Schwarzenberger Passion“.

Nachwuchs-Schauspielern verzückte das Publikum

Auch der verstorbenen Preisträger wurde gedacht. Vereinsschatzmeister Simon Prikler hatte für jeden Erinnerungsworte parat. Dabei verwies er auch auf die Nachhaltigkeit des Wirkens der Preisträger, was man daran erkenne, dass es Menschen gibt, die deren Projekte weiterführen – sei es das Küchlebacken und die Wiederbelebung der Scheinfelder Tracht durch Lotte Pohli, die von Karl-Heinz und Elisabeth Guhr begründeten Passionsspiele oder auch die ehrenamtliche Arbeit im Sportverein, die einst Dr. Norbert Bitter zum Preisträger machte. Auch an das Urgestein Franz Steigerwald mit seiner heimatkundlichen Sammlung und an den Heimatgeschichte-Kenner Dieter Frank wurde erinnert.

Durch den Jubiläumsnachmittag führte neben der Vereinsvorsitzenden Tanja Jordan insbesondere das Duo Max Wechsler und Antonia Rückert. Max Wechsler ist der designierte Leiter der künftigen Kreativwerkstatt im Heimat- und Kulturverein, die erst achtjährige Antonia Rückert („Ich brauch kein Mikro!“) ist als Nachwuchs-Schauspielerin aktiv und verzückte das Publikum mit ihrem Charme.


Von Hans-Jochen Teufel
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