„Der neue Chef ist ganz gechillt”: Dieses Zitat stammt von einer Schülerin. Es datiert aus dem Jahr 2008, als Jochen Heldmann seine Tätigkeit als Leiter des Ansbacher Platen-Gymnasiums angetreten hat. Jetzt, fast 18 Jahre später, wurde er am Freitag im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.
18 Jahre in einer Leitungsfunktion sind eine lange Zeit, wie stellvertretender Schulleiter Manfred Ott in seiner Begrüßung betonte. In dieser Zeit galt es nach seinen Worten, einige Herausforderungen zu meistern. Als Beispiele nannte Ott einen Schwelbrand in Heldmanns erster Woche, den Wechsel von G9 auf G8 und wieder zurück auf G9 und die Corona-Pandemie. Zudem sei es unter der Führung von Heldmann gelungen, dass das Platen-Gymnasium wieder zur Seminarschule geworden ist.
Bei Dr. Gabriele Kuen, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Mittelfranken, wurde es sportlich. Um den scheidenden Schulleiter zu charakterisieren und seine Arbeit zu würdigen, rief sie in Erinnerung, dass Heldmann in der Jugend ein durchaus talentierter Fußballspieler war, der auf dem Feld auch schon einem gewissen Lothar Matthäus gegenüberstand. Viele Tugenden, die man beim Sport braucht, helfen auch in der Funktion als Lehrkraft, wie Kuen ausführte. Als Schulleiter habe Heldmann unter anderem Tatkraft, Intelligenz und Vielseitigkeit ausgezeichnet. An der Spitze einer Schule sei man wie ein Mannschaftskapitän, der beispielsweise Motivationskraft haben und ein Vorbild sein müsse. Das ist Heldmann nach ihren Worten definitiv gelungen.
Zahlreiche weitere Redner zollten Heldmann für seine Arbeit Respekt – darunter zum Beispiel Oberbürgermeister Thomas Deffner, Elternbeiratsvorsitzender Michael Alban sowie Vertreter aus der Schülerschaft und dem Lehrerkollegium. Sie alle kamen zu dem gleichen Schluss: Sie beschrieben den 65-Jährigen als einen akribischen Chef, der immer ein offenes Ohr für die Anliegen aus der Schulfamilie hatte, gerne mit Rat und Tat zur Seite stand und immer an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert war.
Eine besondere Leidenschaft von Heldmann war es gemäß den Ausführungen der Redner, Fehler zu finden und auszubessern – gerne auch mal in Schreiben, die aus dem Ministerium kamen. Fehler finden und sie nicht ausbessern: „Das kann ich nicht”, sagte Jochen Heldmann selbst und grinste. Die Arbeit als Leiter eines Gymnasiums ist anstrengend und abwechslungsreich, wie Heldmann erklärte. „Das habe ich immer genossen.” Der 65-Jährige verband damit auch seinen Dank für die Unterstützung durch die Mitarbeiter und Lehrer. „Das hat es mir leicht gemacht.”
Der vorzeitige Abschied in den Ruhestand ruft bei Jochen Heldmann ein weinendes und ein lachendes Auge hervor. Einerseits hat er jetzt mehr Zeit für die Familie und für Hobbys wie Lesen oder vielleicht sogar Saxophonspielen. Auf der anderen Seite wird Heldmann das Leben und die Arbeit innerhalb der Schule vermissen.
Im Rahmen der Feier zeigte sich auch, was das Platen-Gymnasium musikalisch zu bieten hat. Es spielten das Blechbläserensemble und das Streichquartett, die Fachschaft und das Studienseminar Musik sowie Sarah Windhövel am Klavier.