Viel gelacht und gedacht: Seit 1999 leitete Christa Wagner Tanzkreise und Gedächtnistrainings für Seniorinnen und Senioren in Ipsheim, Bad Windsheim und Uffenheim. Nun verabschiedet sich die Kursleiterin mit einem letzten, schwungvollen, aber auch wehmütigen Treffen von ihrem Ipsheimer Tanzkreis.
Männliche Teilnehmer waren in ihren Kursen rar. Die Seniorinnen betonten jedoch stets, was sie an den Treffen so schätzten: „Wir sind im Laufe der Jahre alle ein bisschen älter geworden – da waren kleine Fehler bei den Tanzschritten oder im Gedächtnistraining ganz normal.“ „Aber niemand hat über die andere gelacht – das war das Schöne“, berichtete eine Teilnehmerin. „Christa sagte dann immer: Es gibt kein ‚falsch‘, nur ‚anders‘ – und wir haben es mit viel Gelächter einfach noch mal versucht. Diese besondere Harmonie, die Christa so wichtig war, hat uns immer beflügelt.“
Geboren wurde Wagner 1946 als Christa Faust in Ipsheim. Sie ging aufs Gymnasium in Bad Windsheim. Ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin und Hortnerin absolvierte sie in Neuendettelsau.
1966 heiratete sie Pfarrer Velden Wagner und engagierte sich ehrenamtlich in seinen Pfarrgemeinden – in Schweinfurt, Irmelshausen/Höchheim (im Grabfeld), Bayreuth und Erlangen. Wie sie im Gespräch mit der Redaktion jetzt erzählte, entdeckte sie schon damals – noch während ihrer Ausbildung – ihre Liebe zum Folkloretanz: „Damals wurde in mir die Begeisterung für diese Tanzform geweckt.“
1986 – inzwischen lebte sie mit ihrer Familie in Bayreuth – nahm sie dort an den ersten Kursen für Seniorentanz teil. Nach einer dreijährigen Ausbildung beim Bundesverband Seniorentanz legte sie 1992 ihre Prüfung zur Seniorentanz-Leiterin ab. Es folgte eine zweijährige Ausbildung zur Gedächtnistrainerin beim Bundesverband Gedächtnistraining.
Nach weiteren Stationen in Erlangen und Herzogenaurach zog das Ehepaar schließlich zurück in Wagners Elternhaus nach Ipsheim. Dort gründete sie 1999 Tanzkreise in Bad Windsheim und Ipsheim, ein Jahr später kam Uffenheim hinzu. Parallel dazu bot sie Kurse im Gedächtnistraining an. Zudem bildete sie auf der Burg Hoheneck weitere Tanzleiterinnen aus.
Wagner versteht ihre Tätigkeit als kirchliches Angebot: „Mir war es immer wichtig, dass bei diesen Abenden Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenkommen – vereint durch die Freude an Musik, Bewegung und gemeinsamer Zeit. Tanzen tut nicht nur dem Körper gut, sondern trainiert das Gehirn und ist vor allem eine Wohltat für die Seele.“
Jeder Tanzabend begann mit besinnlichen Texten und einem Begrüßungstanz, der half, den Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen. Die Treffen endeten stets mit einem meditativen Tanz – etwa zu „Weißt du, wo der Himmel ist“ oder dem israelischen „Erev Bah“ („Wenn der Abend kommt“).
„Die Corona-Pandemie und das steigende Alter der Teilnehmerinnen waren leider eine harte Zäsur“, blickt Wagner zurück. „Die Zahl der Gruppen hat sich dadurch reduziert, es blieben jeweils nur ein Gedächtnistrainingskurs und ein Tanzkreis in Ipsheim und Uffenheim übrig“.
Im vergangenen Jahr endete der Uffenheimer Tanzkreis. Mit dem Abschiedsfest am 20. Mai wurde nun auch der Tanzkreis in Ipsheim nach 26 Jahren aufgelöst. Die beiden Gedächtnistrainingsgruppen will Christa Wagner aber noch so lange weiterführen, wie es ihre Kräfte zulassen.
Beim Abschluss schwang etwas Wehmut mit. „Eigentlich wollten wir alle so lange tanzen, wie es unsere Gesundheit erlaubt“, sagte sie beim Abschied von ihren Tänzerinnen. „Schade, dass äußere Umstände, wie das Älterwerden und Corona, uns zu einem früheren Aufhören gezwungen haben. Aber: Diese wunderbare Zeit mit euch wird mir unvergesslich bleiben.“