Von Curry bis Schäufele: Bad Windsheimer Seniorenheim veröffentlicht Kochbuch | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 15.12.2025 10:00

Von Curry bis Schäufele: Bad Windsheimer Seniorenheim veröffentlicht Kochbuch

Sind stolz auf das neue Kochbuch (von links): Karin Thumshirn, Ida Helde, Monika Alt, Kerstin Hauke, Jürgen Heckel, Christiane Rupp, Jürgen Förster und Helmut Munzinger. (Foto: Anna Franck)
Sind stolz auf das neue Kochbuch (von links): Karin Thumshirn, Ida Helde, Monika Alt, Kerstin Hauke, Jürgen Heckel, Christiane Rupp, Jürgen Förster und Helmut Munzinger. (Foto: Anna Franck)
Sind stolz auf das neue Kochbuch (von links): Karin Thumshirn, Ida Helde, Monika Alt, Kerstin Hauke, Jürgen Heckel, Christiane Rupp, Jürgen Förster und Helmut Munzinger. (Foto: Anna Franck)

Fränkisches Schäufele, Thai Curry mit Reis oder Schwarzwälder Kirschtorte: Traditionelle Gerichte, aber auch moderne Speisen wurden für ein Kochbuch gesammelt, das in der Bad Windsheimer Hospitalstiftung entstanden ist.

„Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen” steht auf der Rückseite des Buches, das mit „Köstlichkeiten aus der Hospitalstiftung – Mein großes Alles-Drin-Rezepte-Buch” überschrieben ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Bewohnerinnen und Bewohner sowie speziell die Kochgruppe der Senioreneinrichtung haben die Rezepte zusammengetragen. Rund ein Jahr dauerte der Entstehungsprozess.

Beim Weihnachtsmarkt der Hospitalstiftung wurde das Buch erstmals öffentlich präsentiert. Der Frauenchor Illesheim gastierte dort und bekam es als Dank überreicht. In diesem Zuge erhielt auch Bürgermeister Jürgen Heckel eines, dem klar war, dass man das Werk prominent bewerben müsse. Er selbst sei zwar absoluter „Nicht-Koch”, dennoch sei ihm direkt aufgefallen, wie „gut es gelungen ist”. Viel Arbeit stecke drin.

Seniorenfreundliche Gestaltung

Wirft man einen Blick ins Innere des Buches, zeigt sich, dass die Aufmachung seniorenfreundlich gehalten ist, betont der neue Einrichtungsleiter Jürgen Förster. Die Schriftgröße ist entsprechend groß, bei den Zutatenlisten wurden die einzelnen Komponenten farbig hinterlegt, sodass eine Unterscheidung leicht fällt. Vervollständigt werden die Rezepte durch Bilder. Die grafische Gestaltung übernahmen Praktikantinnen und Praktikanten in der Verwaltung in Absprache mit dem Team. „Ich bin stolz auf das, was hier entstanden ist”, betont Heckel. Und das in nicht gerade leichten Zeiten, musste das Team doch mit dem Weggang von Försters Vorgängerin zurechtkommen.

Initiiert hatte das Projekt vor allem Christiane Rupp aus der Verwaltung der Einrichtung. Massiv eingebracht hat sich die Kochgruppe, die sich 14-tägig trifft, während der Corona-Pandemie pausieren musste und nun wieder Fahrt aufgenommen hat. Viel werde dort auch über Essgewohnheiten und Gerichte aus früheren Zeiten gesprochen. „So ist die Idee entstanden, die Lieblingsrezepte zu sammeln”, erzählt Mitarbeiterin Monika Alt. Also ging man herum und hörte sich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern um.

Mit dem Nachdenken kamen viele Erinnerungen hoch

Das Interesse war direkt da, betonen die Mitarbeiterinnen Kerstin Hauke und Ida Helde. Viele machten sich intensiv Gedanken und überlegten ganz genau, welche Rezepte sie einbringen wollen. Wie war das früher? Was hat man gekocht? Und welche Beilagen gab es? Andere baten sogar ihre Angehörigen, ihr favorisiertes Rezept aufzuschreiben. Und in manchen Fällen wurde das Hospitalstiftungs-Team selbst aktiv und recherchierte kurzerhand Rezepte zu Ende, wenn hier und da eine Angabe fehlte. Mit dem Nachdenken über die Rezepte kamen viele Erinnerungen zutage. Selbst bei demenziell erkrankten Personen, betont Kerstin Hauke. „Das war total spannend.”

Ein bunter Rezepte-Mix ist so zusammengekommen. Denn in der Hospitalstiftung arbeiten Menschen verschiedener Herkunft, die ihre jeweilige Tradition mit einbrachten. „Es ist sehr vielseitig geworden”, sagt Alt. Ein Gemeinschaftsprojekt, „das wir zusammen gemacht haben. Dieses Wir-Gefühl ist sehr wichtig”, findet Ida Helde. Die Einrichtung selbst könne wiederum stolz sein, dass sie solche Mitarbeitenden habe, sei der zeitliche Aufwand für ein solches Buch doch nicht unerheblich, betont Karin Thumshirn als Vertreterin des Personalrats.

250 Exemplare wurden gefertigt

250 Exemplare wurden gefertigt. Es könnten aber weitere nachbestellt werden, betont Rupp. Das Kochbuch kann in der Hospitalstiftung erworben werden. Einige Bücher sind sogar schon passend als Weihnachtsgeschenk verpackt. Bewohnerinnen und Bewohner erledigten das und dekorierten und beschrifteten sie auch gleich. Zwar würden diese selbst nicht mehr aus dem Buch kochen, sie könnten es aber an Angehörige verschenken, betont Helmut Munzinger, Vertreter des Heimbeirates.

Bürgermeister Heckel hat ebenfalls eine gewisse Stückzahl abgenommen, sodass es die Rezepte-Sammlung auch bei ihm beziehungsweise im Bürgermeisteramt zu kaufen gibt. Zehn Euro kostet ein Exemplar, „aber man darf natürlich gerne mehr geben”, so Heckel. „Die Summe kommt den Bewohnenden und den Mitarbeitenden zugute.” Ob die Bücher wohl bis Weihnachten ausverkauft sind? Das zumindest wäre Heckels erklärtes Ziel.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
north