Etwas Neues und damit ein Schuss ins Blaue war die Autorenlesung mit Giuseppe Pino Fusaro und seinem Buch „Pellegrino – Vom Playboy zum Pilger“, das im Jugend- und Gemeinschaftshaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Dombühl stattfand.
Ein Interview im Internet hatte den Anstoß zu einer Reihe von Ereignissen gegeben. So war Kristina Heinlein, die Initiatorin des Abends, auf Buch und Autor aufmerksam geworden. Sie bestellte sich das Buch und war nach dem Lesen so begeistert, dass sie wiederum einem Freund ein Exemplar schenkte, der selbst den Jakobsweg schon gepilgert war. Schließlich lud sie Giuseppe Fusaro nach Dombühl ein.
Für den Autor selbst ist es keine Premiere. Mittlerweile hält er oft Lesungen, ist zu Gast in Gottesdiensten und gibt Interviews. Dennoch ist es für ihn ein besonderer Abend, denn zum ersten Mal hat er die zweite Auflage seines Buches dabei.
Fusaro leitet ganz charmant die Lesung ein – hat direkt eine Verbindung zu seinem Publikum, das zahlreich erschienen ist und zum Teil eine Jakobsmuschel als Erkennungszeichen der Pilger des Jakobswegs trägt. Jung und Alt nimmt er mit in sein Leben. Er berichtet von seinem Elternhaus, deren Alltag als Gastarbeiter in Deutschland geprägt war von viel Arbeit und entsprechend wenig Zeit für ihn. Einen Großteil seiner Kleinkindzeit verbrachte er daher bei seinen Großeltern.
Erst mit vier Jahren war er dann wieder für längere Zeit in Nürnberg, besuchte den Kindergarten, die Grundschule, später die Hauptschule. Für einige Zeit wurde er von seinen Eltern in ein Internatskloster nach Salerno geschickt, wo es sehr streng zuging.
Als Fusaro dann zur neunten Klasse zurückkommt, hat er den Anschluss verloren, schwänzt den Unterricht und fliegt schlussendlich von der Schule. Er beginnt zu arbeiten und sammelt seine ersten Erfahrungen in der Gastronomie, was sich über einige Jahre streckt, bis sein Vater mit ihm eine Pizzeria kauft, als er noch nicht mal 18 ist. Mit dem ersten gastronomischen Erfolg beginnt auch sein „Nachtleben“.
Fusaro erzählt lebhaft, von Bildern untermalt, die im Publikum für unterschiedliche Reaktionen sorgen. Er berichtet von seinem damals mangelnden Selbstbewusstsein, von seinem ersten Kontakt mit Drogen, Waffen, illegalen Geschäften. Mit 19 wird aus einem „Mama, ich komme gleich wieder“ ein 18-monatiger Gefängnisaufenthalt.
Trotz des Erfolgs der darauffolgenden Jahre, zuerst als Double von George Michael, später als Leitung eines Strandcafés, sei das Glücklichsein ausgeblieben. Auf die Fragen „Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin geht mein Weg?“, habe er keine Antwort gefunden.
Fusaro macht sich daher auf die Suche nach dem Sinn des Lebens, erzählt er dem Publikum. Er meditiert in abgelegenen Klöstern Nepals, geht mehrfach den Jakobsweg, aber die Erleuchtung bleibt aus. Im Gegenteil – denn plötzlich steckt er in einer schweren Depression, die ihn schließlich in eine Psychosomatische Klinik in Nürnberg bringt. Der christliche Glaube und sein „Ja“ zu Jesus hätten ihm schließlich das gegeben, was er all die Jahre gesucht habe.
Beim anschließenden Beisammensein nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Chance, das Buch „Pellegrino – Vom Playboy zum Pilger“ von Fusaro signieren zu lassen. Einige wenige Plätze waren noch leer, das Organisationsteam aber vollauf zufrieden mit dem gelungenen Abend.