Ulsenheimer Pfarrer Helge Marschall feiert Abschied von Franken und seinem Beruf | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.10.2025 19:14

Ulsenheimer Pfarrer Helge Marschall feiert Abschied von Franken und seinem Beruf

Dekan Max von Egidy überreichte Helge Marschall, seiner Frau Maria und den Töchtern Susanne und Judith (von links) zum Abschied einen Schirm.  (Foto: Gerhard Krämer)
Dekan Max von Egidy überreichte Helge Marschall, seiner Frau Maria und den Töchtern Susanne und Judith (von links) zum Abschied einen Schirm. (Foto: Gerhard Krämer)
Dekan Max von Egidy überreichte Helge Marschall, seiner Frau Maria und den Töchtern Susanne und Judith (von links) zum Abschied einen Schirm. (Foto: Gerhard Krämer)

Pfarrer Helge Marschall war 15 Jahre lang in der Pfarrei Ulsenheim mit den Kirchengemeinden Herbolzheim und Uttenhofen aktiv. Jetzt ist er im Ruhestand.

Am Erntedank-Sonntag wurde Helge Marschall von seinen Kirchengemeinden in einem Gottesdienst in der Jakobuskirche in Ulsenheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) verabschiedet und von Dekan Max von Egidy entpflichtet. Musikalisch gestaltete der Kirchenchor die Verabschiedung mit.

Helge Marschall nutzte den besonderen Tag, um Danke zu sagen. Gleichzeitig blickte er selbstkritisch auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Das tat er in der Predigt zum Text aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 4, der von Jesus in der Synagoge erzählt. Da geht es auch um Gottes Gegenwart und um göttliche Liebe.

Sei Liebe in uns, dann leuchte das Leben. Sei Liebe nicht in uns, werde das Leben dunkel, voller Neid und Missgunst, böser Unterstellungen, sagte Marschall. Die Menschen damals wollten Jesus den Ketzerhügel hinunterstoßen, doch Jesus sei in seiner Liebe geblieben und durch die abwesende Liebe der Umstehenden hindurchgeschritten.

15 Jahre lang habe er versucht, Gottes Gegenwart, die immer da sei, jedem ans Herz zu legen. Manche hätten mitgehen können, andere hätten 15 Jahre den Kopf geschüttelt.

Dank an langjährige Wegbegleiter

Er sagte ein aufrichtiges Danke an die, die „uns nicht nur als Pfarrer und Pfarrfamilie gesehen haben, sondern als Menschen mit Gefühlen, Hoffnungen, Ängsten und Bedürfnissen“. Doch er bat auch all diejenigen um Verzeihung, denen er in den 15 Jahren unabsichtlich, oder aus seiner Angst heraus, eine Verletzung zugefügt habe.

Auch er vergebe, sagte Marschall. Und meinte damit „manche Übergriffigkeit, die mir und meiner Familie gegolten habe“. Er erwähnte dabei die „vernichtende Umfrage“ aus dem Jahr 2013 und die Geschichte mit der Kindergartenleitung von 2013. Keiner von außerhalb habe die wirklichen Hintergründe gekannt. Halbwahrheiten und Unterstellungen hätten noch nie weitergeholfen.

Marschall entzündete an der Osterkerze eine „Kerze der Sühne und Vergebung“, denn eine Kerze sei schon immer ein Zeichen für die Verbindung Gottes mit den Menschen gewesen. Die Kerze stellte er ins Taufbecken, dem Ort, in dem er später, nach der Entpflichtung, auch sein Beffchen legte. Denn als Pfarrer will er im Ruhestand, den er in Oberbayern verbringen wird, nicht mehr arbeiten. „Wie Jesus in seiner Heimatstadt einfach als Sohn des Josef und der Maria angesehen wird, so möchte ich ab heute als ein einfacher, geistlich lebender Mensch mein Leben fortsetzen“, sagte Marschall.

Klare Botschaft in Gottesdiensten

Dekan Max von Egidy hob einige Dinge heraus, die ihm in der Zeit des Wirkens von Helge Marschall in Erinnerung bleiben werden. Seine Antworten auf Mails seien gefühlt schon gekommen, bevor er die Mails geschrieben hatte, meinte von Egidy. Doch es gehöre noch mehr dazu. Er nannte das Kirchenasyl 2016, die Offenheit und den Dialog, die weite mystische Spiritualität und Theologie sowie Andachten zu Zahlen und Symbolik.

In Erinnerung bleiben werde, und das wisse er von etlichen Menschen, sein Wirken als Seelsorger. Besonders im Trauerfall sei er präsent, als einfühlsam und tröstend erlebt worden. Seine klare Botschaft in Gottesdiensten bleibe ebenso in Erinnerung.

Es sei nicht immer alles rund gelaufen, meinte auch der Dekan. Aber die Zuversicht und das Vertrauen hätten die Oberhand behalten.

Segen für die ganze Familie

Er zählte einige Stationen vor Ulsenheim auf. Zwölf Jahre seien es in Möttingen-Balgheim bei Nördlingen gewesen – in einer Aegidienkirche, was er noch nicht geschafft habe, meinte von Egidy. Zuvor lagen die Stationen Klingenberg am Main und das Vikariat in Bad Nauheim (Hessen-Nassau). Nach der Entpflichtung segnete der Dekan die ganze Familie, Helge und Maria Marschall und die Töchter Susanne und Judith.

Grußworte sprachen Bürgermeister Harald Endreß, Hermann Schuch von der Dekanatssynode und der Dekanatsausschuss sowie die Seniorin des Pfarrkapitels Melanie Caesar. Sehr persönliche Worte fand Anne Düll (Uttenhofen) für die drei Kirchenvorstände.

Wie es in Ulsenheim weitergeht, erläuterte von Egidy. Die Stelle ist gemeinsam mit Weigenheim zu je einer halben Stelle ausgeschrieben. Dienstsitz wird Weigenheim sein. Es gibt laut Dekan einen Bewerber. Mitte Oktober werde die Entscheidung fallen.

Bis zur Wiederbesetzung helfen der Religionspädagoge Kevin Schmidt (Konfirmanden), Lena Moll (Kindergarten), die Pfarrerinnen Heidi Wolfsgruber, Elke Gerschütz, Anita Sonneberg und Dagy Schiller.

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