Vermutlich ist das Bärlauchpesto schuld an allem. Selbstgemacht von Heike Pfänder und „das weltbeste überhaupt“. Daher kam ihr die Idee, es zu verkaufen. Und nicht nur das Pesto, sondern eine ganze Reihe weiterer regionaler Produkte.
Das war vor rund fünf Jahren. Heute ist aus der früheren Doppelgarage auf dem Hof der Pfänders in Endsee ein kleiner Hofladen geworden. Neben besagtem Pesto steht Sauerkraut im Regal. An der Wand hängen kleine Aquarelle. Im Kühlschrank lagern Käse, Joghurt und Fleischprodukte. Einkaufen kann man dort immer. Denn der kleine Hofladen von Heike und Ulrich Pfänder hat 24 Stunden geöffnet, jeden Tag. Für die Bezahlung steht ein „Vertrauens-Kässchen“ bereit, über das die Kunden ihren Einkauf bezahlen. Heike Pfänder hofft auf deren Ehrlichkeit.
Das Schwingtor der ehemaligen Garage ist frisch gestrichen, in einem einladenden Hellblau. Und auch sonst haben die Pfänders einiges verändert. „Der Boden ist tiefergelegt, um mehr Raumhöhe zu gewinnen“, erklärt Heike Pfänder. Es wurde drainiert, verbreitert, neuer Bodenbelag verlegt und die Wände neu verputzt und gestrichen. „Das hat alles Ulrich gemacht.“
Ulrich ist Heikes Mann. Endsee 31 ist der Hof seiner Familie. Eigentlich wollten die beiden sich dort das Dach als Wohnraum ausbauen. Doch dann kam alles ein wenig anders. Es kam nämlich Corona, im Jahr 2020. Und damit musste ein Herzensprojekt von Heike Pfänder pausieren: ihre Diakoneo-Theatergruppe „Schau mer x“, die die Heilerzieherin leitet.
„Langweilig direkt war mir nicht“, meint die 50-Jährige mit einem Schmunzeln. Aber als sie mitbekam, dass im Rahmen des ILE-Programms die Einrichtung von Dorfläden gefördert wird, reifte in ihr die Idee, selbst einen solchen Laden aufzumachen.
„Ursprünglich dachte ich, dass dort einfach jeder seine selbstgemachten Sachen anbieten kann“, erinnert sie sich. Schnell war jedoch klar, dass es so einfach nicht funktioniert. Sie stattete also ihre eigene Küche so aus, dass sie allen Bestimmungen entsprach und bietet jetzt ihre eigenen Produkte sowie die von gewerblichen Produzenten aus der Region an. „Da gibt es so einen Reichtum hier“, schwärmt sie.
„Laden 31“ hat sie ihren kleinen Hofladen getauft. Der Untertitel '”Kunst, Kultur & Köstlichkeiten“ gibt schon einen Vorgeschmack auf weitere Ideen, die in Heike Pfänder gerade heranreifen. „Es gibt einen Gewölbekeller unter der Garage. Den wollen wir für kulturelle Veranstaltungen ausbauen“, sagt sie.
Einen ersten Vorgeschmack darauf gab es bei der Ladeneröffnung Ende August. Neben einem Vier-Gänge-Menü aus Hofladen-Produkten gab es eine Lesung. Dafür hatte sie die Schauspielerin Christine Stallbaumer und deren Schauspielkollegen Wini Gropper gewinnen können. „Texte von Ringelnatz und Polt standen auf dem Programm“, erzählt Pfänder. „Das war eine wunderschöne Atmosphäre.“
Auch für die Vorweihnachtszeit laufen bereits Planungen. „Schon im vergangenen Jahr haben wir Christbäume aus der Region hier verkauft.“ In diesem Jahr soll es einen richtigen kleinen Weihnachtsmarkt geben. Auch der Termin steht schon fest: Sonntag, 14. Dezember.
Von den Menschen in Endsee hat Heike Pfänder bislang durchwegs positives Feedback bekommen. „Viele haben Interesse“, sagt sie. Ihr nächstes Ziel: den Laden in der Region bekannt zu machen.