Kurios, spannend und auf jeden Fall einfallsreich sind die Projekte bei Jugend forscht. In diesem Jahr konnten Laura Hoffmann aus Oberdachstetten und Franziska Kopp aus Mitteleschenbach den Regionalentscheid gewinnen. Hoffmann bestach dabei mit einem kuriosen Experiment.
„Du bist ja eine tolle Pflanze. Du wächst ja richtig schnell“ – so oder so ähnlich bezirzte Laura Hoffmann zwei Mal täglich eine Efeutute. Eine andere Pflanze hingegen bekam ihr Fett weg: „Du gehörst auf den Scheiterhaufen“, oder mit Schlimmerem schrie die Elfjährige sie an. Und eine dritte Efeutute ignorierte sie ganz einfach.
Während mancher nun glauben mag, das Mädchen aus Oberdachstetten spinnt, fühlt sich der ein oder andere vielleicht ertappt, weil er auch schon mal mit seinen Pflanzen spricht. Aber Hoffmann wusste genau, was sie tat: Sie analysierte über einen Zeitraum von 32 Tagen, wie sich die Kommunikation auf das Wachstum der Pflanzen auswirkte.
Wasserzufuhr, Wärme und Licht waren ansonsten bei allen Pflanzen gleich. Hoffmanns verblüffendes Ergebnis: Tatsächlich entwickelte sich die geliebkoste Efeutute am besten und hatte die meisten Blüten. Wer nun glaubt, die beleidigte und angeschriene Efeutute wuchs am schlechtesten, der täuscht sich. Denn diese hatte die zweitbeste Entwicklung. Die ignorierte Pflanze hingegen wirkte gestresst und hatte viele braune Blätter. Auf die Idee kam die Elfjährige, weil auch ihre Mutter regelmäßig mit ihren Pflanzen spricht.
Die Jury fand Ansatz und naturwissenschaftliche Herangehensweise bemerkenswert. Dafür bekam Hoffmann den Jugend forscht-Junior-Preis in der Kategorie Biologie.
Für die Schülerin der 7. Klasse des Platen-Gymnasiums nichts Neues: Schon im vergangenen Jahr räumte sie eine Auszeichnung für Astronomie ab, als sie Sonnenflecken untersuchte. Damals besuchte sie noch eine Schule in Nürnberg.
Besonders überraschte sie ein Brief von Oberbürgermeister Thomas Deffner, der ihr zu ihrer Leistung gratulierte. Dabei steht sie gar nicht gerne im Rampenlicht: „Aus Preisen mache ich mir nichts.“
Aktuell bereitet sie sich auf den Landeswettbewerb vor: Dafür wiederholt sie ihren Versuch mit Bohnenranken und prüft, wie schnell sie wachsen, wie viele Blätter und Bohnen entstehen. Hoffmann kann ihren Versuch nur weiterempfehlen: „Redet einmal selbst mit euren Pflanzen. Ihr werdet staunen.“