Wenn ein Spitzenkoch aus Rothenburg mit einem Bundesminister in Berlin kocht | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.01.2026 15:49

Wenn ein Spitzenkoch aus Rothenburg mit einem Bundesminister in Berlin kocht

Bundesminister Alois Rainer (links) und Christian Mittermeier beim gemeinsamen Kochen. Mit im Bild ist Moderatorin Carolin Kuhn.  (Foto: Ronny Hartmann / BMLEH)
Bundesminister Alois Rainer (links) und Christian Mittermeier beim gemeinsamen Kochen. Mit im Bild ist Moderatorin Carolin Kuhn. (Foto: Ronny Hartmann / BMLEH)
Bundesminister Alois Rainer (links) und Christian Mittermeier beim gemeinsamen Kochen. Mit im Bild ist Moderatorin Carolin Kuhn. (Foto: Ronny Hartmann / BMLEH)

Er war wieder in der Hauptstadt in Sachen Politik unterwegs: Gastronom, Hotelier und Spitzenkoch Christian Mittermeier. Dieses Mal hat er gemeinsam mit Bundesminister Alois Rainer aus Brotresten eine fränkische Brotsuppe gekocht und aus alten Brötchen, Äpfeln und Mandeln einen süßen Auflauf, einen Scheiterhaufen, gemacht.

Anlass war die Grüne Woche in Berlin. An drei Terminen kochte hier der Rothenburger Mittermeier – ganz unter dem Motto: „Schont Umwelt und Geldbeutel: Kochaktion gegen Lebensmittelverschwendung”. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat war auf ihn zugekommen und hatte gefragt, ob er Teil der Aktion sein möchte. Er hatte „mit Freude zugesagt”.


Wir haben nie etwas weggeschmissen.

Christian Mittermeier

An einem der Termine hatten Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, und Mittermeier den Auftrag, leckere Gerichte aus übrig gebliebenen Lebensmitteln zuzubereiten, wie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mitteilt. Dazu trafen sie sich am Montag in der Showküche in der Halle des Bundesministeriums.

Vertreterinnen und Vertreter der Metropolregion Nürnberg unterstützten bei der Grünen Woche in Berlin die Bewerbung als Welt-Agrarkulturerbe.  (Foto: Thomas Schaller)
Vertreterinnen und Vertreter der Metropolregion Nürnberg unterstützten bei der Grünen Woche in Berlin die Bewerbung als Welt-Agrarkulturerbe.  (Foto: Thomas Schaller)

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In der Mitteilung wird Bundesminister Rainer so zitiert: „Noch immer landen leider viel zu viele noch genießbare Lebensmittel im Müll statt auf dem Teller, gerade in Privathaushalten. Doch Lebensmittel sind wertvolle Produkte – sie heißen nicht ohne Grund Lebens-Mittel. Für ihre Herstellung braucht es viel Engagement und Herzblut. Wir müssen sie mehr wertschätzen. Mit jeder Tonne, die weniger weggeschmissen wird, tun wir etwas Gutes: für die Umwelt und den Geldbeutel.“

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Mittermeier kommentiert das so in der Mitteilung: „Es ist gar nicht schwierig, aus übrig gebliebenen Lebensmitteln schnelle und schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten. Wir alle können damit einen wichtigen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leisten. Ich freue mich, dass wir das unserem Publikum auf der Grünen Woche zeigen konnten.“

Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, 58 Prozent davon in Privathaushalten, so das Bundesministerium. Dazu zählten auch Unvermeidbares wie zum Beispiel Obst- und Nussschalen, Kaffeesatz, Käserinde und Eierschalen.

Doch wie können Verbraucherinnen und Verbraucher selbst in ihren Haushalten die Lebensmittelverschwendung reduzieren? Experte Mittermeier gibt folgende Tipps: „Lebensmittelverschwendung daheim lässt sich durch überlegten Einkauf und gute Lagerung vermeiden. Wer sich beim Kochen mal traut, kreativ und mit Fantasie und Lust dran zu gehen, der kann aus Resten die besten Gerichte zaubern. Gute Küche schöpft nicht nur aus dem Vollen, sie lebt von Witz und Idee.”


Gute Küche schöpft nicht nur aus dem Vollen, sie lebt von Witz und Idee.

Christian Mittermeier

Bereits vor drei Jahren hatte er in seinem eigenen Haus, der Villa Mittermeier, die Kampagne „taste – not waste“ durchgeführt. Dadurch konnte er bereits eine Menge an Inhalten, Tipps und Rezepten generieren, wie er gegenüber der Redaktion erzählt. Beim Kochen in Berlin, wo er auch umfassend das Aufbacken von Brot und Gebäck erklärte, bekam Mittermeier viel Lob: Zum Beispiel von einem Mann, Jahrgang 1930, „der noch Hunger erlebt hat und für den meine Rezepte Alltag waren. Denn damals wurde aus reiner Not nichts weggeschmissen.” Eine Delegation bayerischer Landfrauen lobte seinen Scheiterhaufen.

Seit wann das Thema bei ihm präsent ist? „Schon immer”, sagt der Spitzenkoch und gelernte Metzger (übrigens wie Bundesminister Rainer). Er ist als Wirtshauskind aufgewachsen. „Wir haben nie etwas weggeschmissen.”

Vor nicht allzu langer Zeit, im November 2025, war Mittermeier ebenfalls im politischen Berlin unterwegs gewesen: Beim „Kulinarik-Salon” im Deutschen Bundestag hatten sich eine ganze Reihe an Menschen aus Politik und Gastronomie unter anderem mit der Frage „Was braucht es, damit Spitzengastronomie in Deutschland eine nachhaltige Zukunft hat?” beschäftigt.

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