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Veröffentlicht am 13.12.2024 17:33

Wie geht es mit den Krankenhäusern von ANregiomed weiter?

Der Weg für die Krankenhausreform ist frei. In Westmittelfranken richtet sich der Blick nun auf das kriselnde Klinikunternehmen ANregiomed. Was vor allem soll bestehen bleiben? Vorstand Dr. Gerhard Sontheimer äußerte sich in der Jahresversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Klinikums Ansbach.

Der Vorsitzende des Vereins, Klaus Dieter Breitschwert, betonte: „Wir haben uns bemüht, im abgelaufenen Jahr viel zu fördern.“ Einen Schwerpunkt bilde hier die Medizintechnik im Klinikum. Dem Verein gelinge es damit, für das Haus positiv nach außen zu wirken – insbesondere zugunsten der Mitarbeiter, zum Beispiel des pflegerischen und des ärztlichen Personals.

Ein Votum gegen die Parteipolitik

Die Parteipolitik will der frühere CSU-Landtagsabgeordnete und Ansbacher Bürgermeister aus den Fördervereinen heraushalten, wie er darlegte. „Das sagt einer, der weiß, wo er politisch steht.“

Wer politisch eine Meinung vertritt, solle sie nicht in der Funktion an der Spitze eines Fördervereins äußern, sondern „in anderer Weise“. Dies gelte für die CSU wie für die SPD. Die Vereine sind gemäß Klaus Dieter Breitschwerts Worten parteipolitisch neutral.

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„Wir brauchen da alle Gruppierungen und Richtungen, und die müssen hier gesprächsfähig bleiben“, meinte er. Der Schatzmeister des Vereins, Werner Frieß, würdigte im Kassenbericht die Mitglieder – „für das Helfen und Unterstützen“.

Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU), stellvertretender Vorsitzender des ANregiomed-Verwaltungsrats, ging auf die Szenarien für die Zukunft des Verbunds ein. Er kündigte harte Einschnitte an, teils dramatische. Vieles werde verschwinden, auch in Ansbach.

Man könne schlichtweg die Bedingungen zum Teil nicht mehr erfüllen. „Hinzu kommt auch, dass wir die finanziellen Aufwendungen, die wir jetzt für das operative Geschäft leisten, auf die Dauer in dieser Größenordnung als Träger nicht mehr leisten können“, führte er aus. Die Gremien müssten möglichst zügig entscheiden – im Januar oder allerspätestens Anfang Februar.

Landrat Dr. Jürgen Ludwig (CSU) steht dem Verwaltungsrat des Klinikunternehmens vor. Er hob an der Reform hervor, „dass Leistungen vermehrt konzentriert werden sollen auf große Krankenhäuser“ – indem die Voraussetzungen dafür, Leistungen zu erbringen, „sehr stark verschärft werden“.

Bei großen Häusern denke der Bund an Kliniken etwa in Würzburg, Nürnberg oder Ingolstadt. Manche Leistungen ließen sich bei ANregiomed durch die neuen Vorgaben nicht mehr erbringen. Das Ziel ist laut seinen Worten, andere weiter anzubieten. Aber: „Das kann nur unter größten Anstrengungen erfolgen“, vor allem indem man das nötige Personal halte und weiteres gewinne.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Schalk (CSU) nahm die Strukturen in der Gesundheitsversorgung im Land ins Visier. Er befürwortete ausdrücklich den Ansatz, das ganze System auf den Prüfstand zu stellen und zu überlegen: „Was kann man grundsätzlich verbessern?“

Abgeordneter Schalk sieht eine gute Chance

Zugleich bedauerte er das Reformergebnis, das „für die ländlichen Räume, für die kleinen Krankenhäuser schwieriger ist als für manch größere“. Allerdings sei die Reform auf dem Weg, und man müsse sich ein Stück weit arrangieren. Der Stimmkreisabgeordnete sah eine gute Chance für eine vernünftige Lösung, wenn man es schaffe, dies auf einer sachlichen und bedürfnisorientierten Ebene zu besprechen.

„Wir wollen alle, dass es an unseren drei Standorten gut weitergeht“, erklärte ANregiomed-Vorstand Sontheimer. Auch er äußerte sich zu den Szenarien für die Zukunft.

Egal welches greife: „Wir sind da für die Menschen in Stadt und Landkreis Ansbach“, besonders in Notfällen – vor allem auch bei zeitkritischen Diagnosen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Polytrauma, also der gleichzeitigen Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organe.

In jedem Szenario seien die Arbeitsplätze sicher. „Veränderungen“, also Einschnitte, im Angebot jedoch wirkten sich unabhängig vom Szenario frühestens in zwei Jahren wirtschaftlich aus. Die finanzielle Lage des Verbunds bleibe also bis auf Weiteres stark angespannt.

In jedem Szenario für ANregiomed hält Vorstand Dr. Gerhard Sontheimer (links) die Arbeitsplätze für sicher. Er referierte bei Ansbachs Klinikförderern, hier mit deren Chef Klaus Dieter Breitschwert. (Foto: Oliver Herbst)
In jedem Szenario für ANregiomed hält Vorstand Dr. Gerhard Sontheimer (links) die Arbeitsplätze für sicher. Er referierte bei Ansbachs Klinikförderern, hier mit deren Chef Klaus Dieter Breitschwert. (Foto: Oliver Herbst)
In jedem Szenario für ANregiomed hält Vorstand Dr. Gerhard Sontheimer (links) die Arbeitsplätze für sicher. Er referierte bei Ansbachs Klinikförderern, hier mit deren Chef Klaus Dieter Breitschwert. (Foto: Oliver Herbst)
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