Die Wildbretwochen gehören zusammen mit den Karpfenschmeckerwochen zu den kulinarischen Höhepunkten, bei denen die Gastronomie im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zeigen kann, was in ihr steckt. Gleichzeitig ist es eine Werbung für regionale, gesunde und naturnahe Lebensmittel – ohne erhobenen Zeigefinger, durch puren Genuss.
Die beteiligten Gasthäuser – 14 an der Zahl – locken den November über mit verschiedensten Wild-Kreationen. Da gibt es Rehklößchen mit Waldpilzrahmsoße, Hasenkeule mit Burgundersoße, Rehrollbraten, Wildburger, Saltimbocca vom Reh, Wildschweinschäufele oder Wildbratwürste. Wildfans kommen also voll auf ihre Kosten und neue Liebhaber und Liebhaberinnen sollen gewonnen werden.
Entsprechend groß wurde der Auftakt zelebriert – in einem der schönsten Gebäude des Landkreises, wie Landrat Dr. Christian von Dobschütz bei seiner Begrüßung sagte. Die Jagdhornbläser aus Uffenheim sorgten für Hörgenuss zum Geschmackserlebnis, vermittelten aber mit Hilfe der Vorsitzenden des Jagdschutz- und Jägervereins Elfi Sappa auch ein paar Grundsätze der Jagd.
Denn im Vorhof des Schlosses Frankenberg war die Strecke gelegt worden – eine Art letzte Verbeugung vor den Tieren, welche die Jäger und Jägerinnen erbeuteten: Auf einem Bett aus Reisig wird das Wild der Größe nach aufgereiht, alle auf der rechten Seite. Die mythische Begründung dafür lautet, dass so die Erdgeister weniger leicht in die Tiere fahren können.
Im Innern der Amtsstube bewies das Team des Sternekochs Stefan Szabo, dass sich ihr Chef bedingungslos auf sie verlassen kann. Er fiel nach den Vorbereitungen krankheitsbedingt aus – und das ausgerechnet vor den kritischsten Gästen, die man sich denken kann: vielen Gastwirtsfamilien. Nach Wildessenz, Pasta mit Wildbolognese oder Wildschwein in Wacholderrahm sowie einem Dessert als Tüpfelchen auf dem i baten die Gäste das Küchenteam sogar in den Gastraum, um verdienten Beifall zu spenden.
Organisiert hatten den Auftakt Mareike Gölitz und Elena Schuster vom Kreistourismus. Die bayerische Jagdkönigin mit dem passenden Namen Diana I. – Diana ist die Göttin der Jagd – freute sich sehr darüber, wie im Amtshaus das Wild gefeiert und seine Vorzüge herausgestellt wurden. Altlandrat Walter Schneider, genau wie sein Nachfolger Helmut Weiß vor Ort, überzeugte Hoteldirektor Oliver Römling sogar, für sie noch ein Wildrezept aus der Küche von Stefan Szabo herauszurücken.
„So viel Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Tierwohl stecken in keinem anderen Fleisch“, betonte die Jägervereinsvorsitzende Sappa. Für die Gastgebergemeinde Weigenheim stand mit der zweiten Bürgermeisterin und Jägerin Katrin Stahl eine Fachfrau am Rednerpult: Die kleinteilige Landschaft im Weinparadies mit Heckensäumen sei auch für das Wild paradiesisch. Wichtig sei bei zunehmender Freizeitnutzung aber, für ausreichend Ruhezeiten zu sorgen.
Darüber, dass die Wildbretwochen, die bereits zum 24. Mal stattfanden, eine wirklich gute Sache sind, sind sich sogar diejenigen, die den Wald besitzen, mit der Jägerschaft einig. Für Erstere sprach Manfred Merz, der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Uffenheim.
Gasthäuser aus Oberscheinfeld, Ulsenheim, Linden (Markt Erlbach), Trautskirchen, Wilhelmsdorf, Münchsteinach, Uehlfeld, Dachsbach, Birnbaum, Stöckach, Sugenheim und Neuhof sind außer dem Amtshaus von Schloss Frankenberg mit dabei. Nähere Informationen findet man unter www.wildbretwochen.de.