Zeitreise startet: Living-History-Gruppen beleben Freilandmuseum in Bad Windsheim | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.07.2026 11:14

Zeitreise startet: Living-History-Gruppen beleben Freilandmuseum in Bad Windsheim

Vom Schulalltag vor einer einklassigen Dorfschule Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt das „Fräulein Lehrerin“ im Schulhaus aus Pfaffenhofen.  (Foto: Christine Berger)
Vom Schulalltag vor einer einklassigen Dorfschule Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt das „Fräulein Lehrerin“ im Schulhaus aus Pfaffenhofen. (Foto: Christine Berger)
Vom Schulalltag vor einer einklassigen Dorfschule Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt das „Fräulein Lehrerin“ im Schulhaus aus Pfaffenhofen. (Foto: Christine Berger)

Ein Tischler ist bei seiner Arbeit in der Werkstatt zu erleben, während auf den Wegen ein Kaufmann mit seiner Ware unterwegs ist und in der Schule das Fräulein Lehrerin vom Schulalltag erzählt. Am 11. und 12. Juli werden in verschiedenen Gebäuden des Fränkischen Freilandmuseums unterschiedliche Zeitepochen erlebbar.

Besonders weit fällt der Sprung in die Vergangenheit bei der Schwarzen Schar aus Ohrenbach aus: Die Mitglieder nehmen Besucherinnen und Besucher am Samstag, 11. Juli, in die Zeit der Bauernkriege im 16. Jahrhundert mit, so das Freilandmuseum in einer Pressemitteilung. Vor dem Flachsbrechhaus in der Baugruppe Technik geben sie Einblicke, wie vor rund 500 Jahren gearbeitet und gelebt wurde. Gegründet hat sich die Schwarze Schar in der Zeit der Bauernkriege, um für ihre Rechte zu kämpfen. Im Freilandmuseum zeigen sie ihr handwerkliches Geschick. Unter anderem werden Seile aus Naturfasern gedreht, es wird geschnitzt und es werden Schürzenbändel gewebt.

Zeitfenster in die jüngere Vergangenheit werden am 11. und 12. Juli im Schulhaus aus Pfaffenhofen und im Bauernhaus aus Herrnberchtheim geöffnet. Dort schlüpfen Museumsführerinnen in die Rolle des Fräulein Lehrerin beziehungsweise der Bäuerin Markert in der Zeit um 1900.

Gruppen beleben einzelne Gebäude

Lehrerinnen hatten gegenüber ihren männlichen Kollegen vielerorts einen schweren Stand, nicht nur auf dem Land. Bereits 1821 war in Bayern das sogenannte Lehrerinnenzölibat eingeführt worden, wonach Frauen, die unterrichten wollten, unverheiratet und kinderlos sein sollten. Heirateten sie doch, mussten sie aus dem Schuldienst austreten und verloren ihre Ansprüche. Von mancher Ungleichbehandlung ist daher bei den Erzählungen des Fräulein Lehrerin die Rede, aber auch von damals üblichen Unterrichtsmethoden.

In der Baugruppe Regnitzfranken-Frankenalb beleben Mitglieder von Living-History-Gruppen ebenfalls an beiden Tagen einzelne Gebäude. Unter anderem im Hopfenbauernhaus aus Eschenbach und dem Bauernhaus aus Oberzettlitz plaudern sie aus dem Nähkästchen, wie es sich so lebte in der Zeit um 1800. Zum Auftakt der Zeitreise findet am Freitag, 10. Juli, eine Oldie-Night im Biergarten des Wirtshauses zur Krone statt. Ab 20 Uhr legt DJ Ulay auf und spielt Musik der vergangenen Jahrzehnte.

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