Dichter Qualm durchzieht die rußige Küche im alten Bauernhaus. Durch die kleinen Fenster zieht der Rauch kaum ab. Im Topf über dem offenen Feuer köchelt eine Suppe. Leben im Mittelalter. Einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren gab es am Wochenende bei den Mittelaltertagen im Fränkischen Freilandmuseum.
Historisch korrekt ging es bei den Mittelaltertagen zu. Trotz des durchwachsenen Wetters fanden am Wochenende zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg ins Freilandmuseum. Dort sollte ihnen ein stimmiges Bild von den Arbeiten und Lebensumständen im Mittelalter vermittelt werden.
Die Darstellerinnen und Darsteller der verschiedenen Gruppen, beispielsweise „collegium arteficium“, legen Wert auf vorbildgerechte Kleidung, den Gebrauch von Werkzeugen aus jener Zeit, auf die Zubereitung von Speisen, die früher auf den Tisch kamen. Das Motto der Gruppe: „Handwerk, Kunst und Wissenschaft im XIII. Jahrhundert“.
Zur Darstellung von Handwerk und häuslichen Arbeiten im Spätmittelalter gehörte unter anderem eine Schreibstube, Bogenbau und Buchmalerei. Die Besuchenden erfuhren mehr über die Handarbeitstechnik Sprang, bei der parallele Kettfäden auf einen Rahmen gespannt und dann manuell miteinander überkreuzt werden. Kochen und Ernährung im Hochmittelalter spielten eine Rolle, und Töpferarbeiten waren zu sehen. Kleine Besonderheit am Rande: Die zu erwerbenden Gefäße sind alle nach historischer Vorlage gefertigt – und der heutigen Zeit geschuldet „spülmaschinenfest“.
Das umfangreiche Programm der Mittelaltertage ließ bei den Gästen keine Langeweile aufkommen. Bespielt wurden neben den vielen Häusern und dem Freigelände des Museums auch die Baugruppe Stadt. Dort gab es bei einer Modenschau Eindrücke von den Gewändern im Mittelalter.
Besonders beeindruckend war die thematische Darstellung „Zu Gast bei den Patriziern“. In einer spannenden Abfolge zeigten Mitglieder der Gruppe „Civitas 14. Jahrhundert“ den Ablauf im Haus eines reichen Patriziers, der einen hohen Gast erwartet. Rund vier Stunden dauerte das Schauspiel: vom Besuch beim Bader über den Apotheker bis hin zum großen Bankett und dem Aufräumen nach dem Spektakel.
Die Spitalkirche lud zu einer Führung über „Reichsstädtisches Leben im Mittelalter“ ein und zeigte den Ursprung von Erntedank. Natürlich wurde während der Mittelaltertage wieder besonders an den Nachwuchs gedacht. Unter Anleitung des Korbmachers durften die Kinder Weidenkörbchen anfertigen, Spiele im Mittelalter standen im Hof des Badhauses aus Wendelstein im Mittelpunkt und mit „Musik und Tanz im 15. Jahrhundert“ kam auch das gesellige Leben nicht zu kurz.