Ansbach: Das Pascha-Mysterium in Wort und Musik | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.05.2025 11:01

Ansbach: Das Pascha-Mysterium in Wort und Musik

Ein zentrales Thema des Christentums hat sich Johannes Rauh vorgenommen, um es in Töne zu setzen: das Ostergeheimnis. Gut eine Stunde mit Musik und Texten für Gesangssolistinnen, Lektoren, Chor und ein Begleitensemble ist daraus geworden. Am Sonntag, 25. Mai, 17 Uhr, führt Johannes Rauh in der Ansbacher Christkönig-Kirche die Komposition zum ersten Mal auf.

„Das Pascha-Mysterium – Der Ratschluss Gottes in Wort und Musik“ hat Johannes Rauh sein Werk überschrieben. Pascha-Mysterium ist ein Begriff der katholischen Theologie, eine Kurzformel für komplexe Glaubensinhalte. Vereinfacht gesagt: Pascha-Mysterium meint nicht allein Leiden, Tod und Auferstehung Christi, sondern schließt das Wirken Gottes in der Geschichte ein, den Heilsplan, um die Menschen von Sünden und Tod zu erlösen.

Vom Sündenfall bis zur Wiederkunft Christi

Mit dem Thema, das letztlich bei Adam und Eva beginnt, wollte sich der Ansbacher Kirchenmusiker schon lange auseinandersetzen. „Die Idee ist aus der Liturgie erwachsen“, erzählt Rauh. In der Osternacht werde ja auch die Lesung vom Auszug des Volkes Israel aus der ägyptischen Knechtschaft vorgetragen.

An eben jenen Auszug erinnert das Judentum jedes Jahr mit dem Fest, das Pessach, Passach, Passah oder etwa eben auch Pascha genannt wird. Kreuzigung und Auferstehung Jesu fielen nach dem Neuen Testament in eine Pessachwoche.

Weil Johannes Rauh keinen Dichter kennt, der das Pascha-Mysterium bearbeitet hat, begann er im vergangenen Dezember damit, selbst passende Texte zusammenzustellen: biblische sind darunter, eigene und aus welche dem Römischen Katechismus. Aus dem hat er den Gedanken übernommen, dass auch die Kirche einen Prozess des Sterbens, eine Zeit der Prüfung durchmachen müsse, um als Ewige Kirche aufzuerstehen.

Lesung und Musik kombiniert

Fünf Teile hat sein Werk, das Lesung und Musik verbindet. Der erste Teil handelt von Adam und Eva und der Vertreibung aus dem Paradies. Es folgt der Auszug aus Ägypten. Der dritte Abschnitt setzt sich mit Tod und Auferstehung Jesu Christi auseinander. Für den vierten Abschnitt greift Johannes Rauh den Katechismus-Gedanken von der Läuterung der Kirche auf. Der Schlussteil ist der Wiederkunft Christi gewidmet. Ein Choral beschließt das Werk. Johannes Rauh hat dafür „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ gewählt, ein Kirchenlied von Philipp Nicolai, das sich heute sowohl im Evangelischen Gesangbuch als auch im katholischen Gotteslob findet.

Rauhs „Pascha-Mysterium“ schlägt also einen großen Bogen vom Anfang bis zum Ende der Zeit. Stilistisch entspricht dem eine Vielzahl kompositorischer Mittel und Tonfälle. Vierstimmige Chorsätze sind darunter, eine Arie, ein Duett und Instrumentales. Rauh ließ sich vom Barock genauso inspirieren wie von der Moderne. Die Komposition sollte abwechslungsreich und farbig ausfallen. Die Besetzung ist demnach.

Bei der Uraufführung unter Rauhs Leitung wirken mit: ein Projektchor, Susanne Davignon (Orgel), Uta und Paul Köster (Lesungen), Rebecca Schmidt (Querflöte), Anna Umrilova (Oboe), Petra Mehringer (Violoncello), Elena Dorn (Sopran) und Deborah Will (Alt).

Hat Musik über das Pascha-Mysterium komponiert: der Ansbacher Kirchenmusiker Johannes Rauh. Am 25. Mai wird es in der Ansbacher Christkönig-Kirche uraufgeführt. (Foto: Tizian Gerbing)
Hat Musik über das Pascha-Mysterium komponiert: der Ansbacher Kirchenmusiker Johannes Rauh. Am 25. Mai wird es in der Ansbacher Christkönig-Kirche uraufgeführt. (Foto: Tizian Gerbing)
Hat Musik über das Pascha-Mysterium komponiert: der Ansbacher Kirchenmusiker Johannes Rauh. Am 25. Mai wird es in der Ansbacher Christkönig-Kirche uraufgeführt. (Foto: Tizian Gerbing)

Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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