Ansbacher Seniorenbeirat will den Schockanrufen den Schock nehmen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 05.05.2026 12:33

Ansbacher Seniorenbeirat will den Schockanrufen den Schock nehmen

Mit dem Seniorentag im vergangenen Herbst hat der Seniorenbeirat eine echte Großveranstaltung erfolgreich durchgezogen. Darauf wollen sich Fritz Heubeck und Michael Vogel, die beiden Vorsitzenden des Gremiums, aber nicht ausruhen. Für dieses Jahr planen sie neben den bewährten Angeboten neue Formate.

Mehr als 2000 Menschen haben den Seniorentag im vergangenen Jahr genutzt. „Eine Aktion in dieser Dimension hatten wir noch nie”, stellt der stellvertretende Vorsitzende Vogel fest. Rund zwei Dutzend Infostände, Gesundheitsvorträge und Übungen zu Gehirn-Jogging und Sitzyoga waren geboten. Das Interesse an einer baldigen Wiederholung war groß. Aber: „Das können wir nicht jedes Jahr stemmen”, macht Vorsitzender Heubeck deutlich. Der Aufwand für das ehrenamtlich arbeitende Team ist zu groß.

Und nicht nur das: Auch die ausstellenden Firmen und Vereine müssen für den Tag Personal abstellen, gibt Michael Vogel zu bedenken. Aber: „Der Termin für nächstes Jahr steht bereits: Am 30. September 2027 wird es den zweiten Seniorentag geben”, kündigt Fritz Heubeck an.

Praktische Tipps für die Digitalisierung

Voller Stolz blicken die beiden Vorsitzenden des Seniorenbeirates auch auf die beiden Auszeichnungen, die das Gremium für seine Arbeit erhalten hat. Das Senioren-Café und das Essen in Gemeinschaft hat die Stiftung Lebendige Stadt Hamburg als Vorzeigeprojekte gewürdigt. Beide Angebote werden 2026 fortgeführt und finden monatlich statt.

Neu im vergangenen Jahr war der Digital-Treff für Senioren. Zusammen mit der Volkshochschule ging es darum, älteren Menschen die praktischen Dinge im Umgang mit dem Smartphone und dem Internet zu vermitteln, erläutert Michael Vogel. Wie installiert man zusätzliche Apps? Wie nutzt man die Navigation? Wie kauft man online ein Zugticket? Das Angebot kam sehr gut an und soll ab Oktober fortgesetzt werden. „Wir wollen wirklich allen Menschen den Zugang zur digitalen Technik ermöglichen”, erläutert Vogel.

Die Innenstadt hat die Verwaltung bewusst ausgelassen. Laut Sozialreferent Holger Nießlein passen hier die Gegebenheiten für Seniorinnen und Senioren halbwegs. (Archivbild: Jim Albright)

Bedürfnisse der Älteren: In Ansbach entsteht ein seniorengerechtes Quartier

Der Bauausschuss des Stadtrates hat beschlossen, ein solches Viertel einzurichten. Es erstreckt sich über das südliche Stadtgebiet. Das steckt dahinter.

Am Freitag, 12. Juni, plant der Seniorenbeirat zusammen mit den Stadtwerken wieder ein Mobilitätstraining am Martin-Luther-Platz. Wie kommt man mit dem Rollator in den Bus? Und: Wohin mit ihm, wenn man im Bus ist? Michael Vogel: „Wir wollen Hemmschwellen abbauen, damit jeder am öffentlichen Leben teilhaben kann.”

Das gilt auch fürs E-Bike-Training im Frühjahr und im Herbst. Seniorinnen und Senioren, die sich ein E-Bike kaufen, um mobiler zu sein, unterschätzen oft die Geschwindigkeit, gibt Vogel zu bedenken. „Das ist eben nicht wie das Radfahren, das man in seiner Jugend gemacht hat.” Hinzu kommen verlangsamte Reaktionen und die Tatsache, dass manche Bewegungen – Stichwort: Schulterblick – immer schwerer fallen. Für das E-Bike-Training hat sich die Zusammenarbeit mit der Polizei sehr gut bewährt, sagen Heubeck und Vogel übereinstimmend.

Was sind die tückischen Ecken in der Stadt?

Noch ein Verkehrsthema: der Verkehrsunterricht mit dem ehemaligen Fahrschullehrer Werner Pfundt. Er geht auf neue Regeln im Straßenverkehr ebenso ein wie auf tückische Stellen in der Stadt Ansbach. Ab Herbst soll die unterhaltsame Schulung alle zwei Monate angeboten werden.

Neu ist in diesem Jahr die Beteiligung des Seniorenbeirats an der Bayerischen Demenzwoche. Sie findet vom 18. bis zum 27. September statt. „Wir wollen dazu eine große Wanderausstellung nach Ansbach holen”, erläutert Heubeck. Und groß ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen. Denn es handelt sich um Banner, die auf Bauzäunen befestigt und im öffentlichen Raum aufgestellt werden, vermutlich am Schlossplatz. Für den Seniorenbeiratsvorsitzenden ist die niederschwellige Präsentation genau der richtige Weg, um das Thema aus der Tabuecke zu holen.

Der Leitende Polizeidirektor Dieter Hegwein (Mitte) empfing Fritz Heubeck (links) und Michael Vogel (rechts) vom Seniorenbeirat Ansbach zu einem konstruktiven Gespräch in der Polizeiinspektion Ansbach. (Foto: privat)
Der Leitende Polizeidirektor Dieter Hegwein (Mitte) empfing Fritz Heubeck (links) und Michael Vogel (rechts) vom Seniorenbeirat Ansbach zu einem konstruktiven Gespräch in der Polizeiinspektion Ansbach. (Foto: privat)

Rücksichtslose Radfahrer: Seniorenbeirat Ansbach will mehr Kontrollen in Altstadt

Die Vorsitzenden des Gremiums sprachen mit Polizeichef Dieter Hegwein über die Sicherheit älterer Menschen im Alltag. Es ging auch um Betrugsmaschen.

Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am Donnerstag, 1. Oktober, plant der Seniorenbeirat, das Thema Schockanrufe in den Fokus zu rücken. Kabarettist Tom Bauer wird auf lustige Weise die Tricks der Betrügerinnen und Betrüger darstellen. Motto: „Ned mit mir”. Termin ist nach Stand der Dinge am Montag, 5. Oktober, nachmittags in den Kammerspielen.

Ausgebaut werden soll das Angebot Seniorentanz. Zusammen mit Festwirt Sascha Lagemann laufen die Planungen, um neben den drei Tanznachmittagen im Onoldiasaal und dem einen beim Ansbacher Frühlingsfest noch einen fünften Termin auf der Eyber Kirchweih zu etablieren. Ein paar kleinere Hürden gibt es noch, „aber es schaut gut aus”, sagt Fritz Heubeck.

Zusammen mit dem Theater Ansbach plant der Seniorenbeirat bereits die nächste Taschenoperette im Herbst. „Das wird sehr gut angenommen”, stellt der Vorsitzende fest. Möglich sind viele der Veranstaltungen nur dank des ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder des Seniorenbeirates und der treuen Sponsoren. „Für die sind wir sehr dankbar.”

Seniorenbeirat

Den Seniorenbeirat der Stadt Ansbach gibt es seit 1991, aktuell besteht er aus 26 Mitgliedern. Diese vertreten die Interessen von Menschen ab 60 gegenüber Politik und Verwaltung und bieten eigene Veranstaltung mit Schwerpunkt auf diese Altersgruppe an.

    Fritz Heubeck und Michael Vogel stehen an der Spitze des Seniorenbeirates. Mit den verschiedenen Angeboten erreichen sie immer mehr Menschen. (Foto: Robert Maurer)
    Fritz Heubeck und Michael Vogel stehen an der Spitze des Seniorenbeirates. Mit den verschiedenen Angeboten erreichen sie immer mehr Menschen. (Foto: Robert Maurer)
    Fritz Heubeck und Michael Vogel stehen an der Spitze des Seniorenbeirates. Mit den verschiedenen Angeboten erreichen sie immer mehr Menschen. (Foto: Robert Maurer)
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