Wie könnte das Umfeld des Heilsbronner Bahnhofes in Zukunft einmal aussehen? Diese Frage ließen die Verantwortlichen im Rathaus durch einen Architektenwettbewerb beantworten. Die Sieger wurden am Montagabend im Konventsaal bekannt gegeben.
Im Sommer 2024 hatte der Heilsbronner Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen, einen solchen Wettbewerb durchzuführen. Ganz freiwillig geschah dies nicht. Denn als es darum ging, dass das ehemalige Bahnhofsgebäude die neue Heimat der Musikschule werden soll, kam der klare Wunsch von der Städtebauförderung, nicht nur das Gebäude alleine zu betrachten.
Über den Wettbewerb sollte auch aufgezeigt werden, welche Potenziale im direkten Umfeld des Bahnhofes und auf der Achse hin zur Innenstadt schlummern. „Die Draufsicht von externen Fachleuten ist hilfreich”, weil es sich durchaus um eine komplexe Aufgabe handelt, erklärte Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer im Nachgang gegenüber der FLZ.
Der Bahnhofsvorplatz und sein Umfeld seien seit Längerem durch städtebauliche und freiraumplanerische Missstände gekennzeichnet, heißt es in der Dokumentation zu dem Wettbewerb. „Im derzeitigen Zustand wird das Areal weder den verkehrlichen noch den gestalterischen Ansprüchen gerecht.”
Mit dem Wettbewerb sollten diese Missstände einerseits behoben werden. Andererseits sollten mit den Ergebnissen bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Umgestaltung des Marktplatzes mit dem Bahnhofsumfeld verknüpft und als Gesamtmaßnahme dargestellt werden.
Bei ihrer Arbeit mussten die teilnehmenden Architekturbüros mehrere Ziele berücksichtigen: die Neuordnung und Aufwertung des Bahnhofsumfelds, ein angemessenes Vorfeld zur Musikschule, ein reibungsloses Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, ein Parkierungskonzept für Pkw und Fahrräder, ein Mobilitätskonzept, eine städtebauliche Neuordnung einzelner Grundstücke, den Klimaschutz und die Wirtschaftlichkeit.
Als weitere Schwierigkeit kommt hinzu, dass freilich nicht alle Grundstücke in dem Areal der Stadt gehören. Laut Bürgermeister Pfeiffer und Christian Laube, der in der Verwaltung für den Wettbewerb zuständig war, sollte es sowohl ein Gesamtbild geben, als auch die Gewähr, dass das Konzept auch funktioniert, wenn die Stadt nicht alle Grundstücke erwerben kann.
Insgesamt 15 Büros waren an dem Wettbewerb beteiligt, sechs davon haben am Ende Ergebnisse eingereicht. Siegreich war das Büro „ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnergesellschaft mbB” aus Freising. „Die Arbeit präsentiert sich mit einem selbstbewussten und klar gegliederten Entwurf von heterogen gestalteten räumlichen Situationen” heißt es unter anderem in der Beurteilung des Preisgerichtes.
Christian Laube zufolge enthält der Entwurf unter anderem ein Parkdeck, viele Plätze und Grünflächen sowie einen Busbahnhof. Grundsätzlich spricht er von einer hohen Aufenthaltsqualität, die entstehen würde, sollte das Konzept so umgesetzt werden. Ebenfalls gut gelungen ist laut den Experten die Verbindung zur Altstadt. Hier soll mit einseitigen Gehstreifen und viel Straßenbegleitgrün gearbeitet werden.
Was sich die Planer ebenfalls angeschaut haben, ist die Götzkreuzung. Gemäß des Entwurfes soll die Badstraße am Kreuzungspunkt leicht nach Süden verlagert werden. Über dem Regenrückhaltebecken wird eine Platzsituation vorgeschlagen, die durch die umfunktionierte gegenüberliegende Bestandsbebauung, einen Biergarten und einen Spielplatz ergänzt wird.
Für Bürgermeister Pfeiffer und Laube ist der Siegerentwurf eine gute Grundlage für die weiteren Planungen. Jetzt gehe es darum, die Planungen zu vertiefen. Klar ist, dass der Entwurf nicht auf einmal umgesetzt werden kann, sondern eher Stück für Stück. Die Umsetzung dürfte auch eher einem Marathon als einem Sprint gleichen. Laut Jürgen Pfeiffer haben die handelnden Personen in Heilsbronn mit dem Entwurf „einen Leitfaden für die nächsten Jahrzehnte”.
Die sechs eingereichten Entwürfe sind im Konventsaal ausgestellt und können dort bis Sonntag, 18. Januar, besichtigt werden. Geöffnet ist am Donnerstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr.