Burgoberbacher Therapieschule ist doch noch nicht vom Tisch | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.04.2024 07:00

Burgoberbacher Therapieschule ist doch noch nicht vom Tisch

Sind optimistisch, dass die Therapieschule im Herbst eröffnen kann (von links): Bauherr Heino Pfeiffer, Christian Jaks, Markus Pschick, Dr. Peer Medau und Gottfried Hois (Foto: Laura Wildfeuer)
Sind optimistisch, dass die Therapieschule im Herbst eröffnen kann (von links): Bauherr Heino Pfeiffer, Christian Jaks, Markus Pschick, Dr. Peer Medau und Gottfried Hois (Foto: Laura Wildfeuer)
Sind optimistisch, dass die Therapieschule im Herbst eröffnen kann (von links): Bauherr Heino Pfeiffer, Christian Jaks, Markus Pschick, Dr. Peer Medau und Gottfried Hois (Foto: Laura Wildfeuer)

Die Berufsfachschule für Physiotherapeuten im Burgoberbacher Gewerbegebiet soll nach einer Verschiebung nun am 1. Oktober diesen Jahres starten. Allerdings hat der Träger gewechselt – und damit auch das Konzept. Neuer Träger ist die PGS Medau gGmbH.

Ursprünglich sollte die Berufsfachschule in Burgoberbach von der TheraX Therapieschulen gGmbH betrieben werden. Der Geschäftsführer Christian Frei, der noch weitere Unternehmen besitzt, meldete für die Physiotherapie Christian Frei GmbH Anfang Februar Insolvenz an.

Am 1. April wurde das Verfahren eröffnet, wie Insolvenzverwalter Jochen König bestätigt. Zu den Gründen darf er sich nicht äußern.

Von der Insolvenz nicht betroffen

Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen prüft derzeit, ob ein Abrechnungsbetrug vorliegen könnte. Zudem ist Frei früher bereits wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Titelmissbrauchs zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Er assistierte demnach in der Erlanger Uniklinik rund 190 Mal bei Operationen und verwendete zwei falsche Doktortitel. Damals trug er noch einen anderen Nachnamen, der noch im Handelsregister zu finden ist.

Die Therapieschule in Burgoberbach selbst ist von der Insolvenz nicht betroffen. Jedoch wurde Frei als Geschäftsführer abberufen. Schulleiter und Geschäftsführer Gottfried Hois machte sich auf die Suche nach einem anderen Träger – und wurde fündig.

Schwerpunkt soll auf Physiotherapie liegen

Der neu gegründeten PGS Medau gGmbh gehören als Gesellschafter Dr. Peer Medau (ebenfalls Geschäftsführer) und Markus Pschick an. „Medau ist ein Träger aus Coburg“, erzählt Hois, während die Pschick Group vor allem im südbayerischen Raum aktiv sei.

Gemäß dem neuen Konzept werden in Burgoberbach die Fachrichtungen Ergotherapie und Massage aus Kostengründen – zumindest vorerst – nicht angeboten. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf der Physiotherapie.

Für die Zukunft angedacht ist aber ein Therapiezentrum für Behandlungen in den Bereichen Physio- und Trainingstherapie, Ergotherapie sowie Logopädie.

Aktuell werden Schülerinnen und Schüler gesucht

Der Start der Fortbildungsakademie, der eigentlich bereits für März geplant war, wurde ebenfalls gestoppt, als die Insolvenz bekannt wurde. Langfristig sollen zwar Fortbildungen angeboten werden. Wann die Pläne dafür wieder aufgenommen werden, ist aber noch offen.

Zunächst soll das Kursangebot konzeptionell überarbeitet werden, so Hois. „Aber darauf liegt momentan kein Fokus, weil wir jetzt die Schule zum Laufen bekommen müssen.“ Gestartet wird mit einem Team aus fünf Dozenten.

„Wir sind noch auf der Suche nach Schülern“, verkündet Hois. Nach einem Bewerbertag Mitte April, bei dem die Interessenten einen Teil der Lehrkräfte und das Ausbildungsprogramm kennenlernten, haben sich 14 Personen angemeldet. Es ist aber noch Platz für etwa 15 Schülerinnen und Schüler.

Ein weiterer Infotag für Bewerber und ihre Eltern ist für Donnerstag, 16. Mai, geplant. Mehr Informationen sind auf der Seite www.pgs-medau.de zu finden.

Betriebsgenehmigung wird neu beantragt

Die Innenräume in dem Gebäude Im Herrmannshof 37 sind laut Hois inzwischen fertiggestellt. Nun fehlt noch die Betriebsgenehmigung, die vom jetzigen Träger neu beantragt und von der Regierung von Mittelfranken ausgestellt werden muss. Der Antrag soll in den nächsten Wochen eingereicht werden. Hois ist zuversichtlich, dass es mit dem Schulstart am 1. Oktober diesmal klappt: „Mit diesen Trägern und mit der Erfahrung, die sie haben, bin ich soweit beruhigt.“

Froh, dass es mit dem Projekt weitergeht, ist auch Bauherr Heino Pfeiffer, der die Räumlichkeiten an die Therapieschule vermietet. Seit dieser Woche liegt die Genehmigung vom Ansbacher Landratsamt für die Umnutzung des früheren Bürogebäudes vor. Weil diese gefehlt hatte, musste der Start der Schule im vergangenen Jahr verschoben werden.

Auf demselben Grundstück lässt Heino Pfeiffer einen weiteren Büroturm errichten. Für heute ist die Grundsteinlegung geplant. Ins Erdgeschoss wird sein Bauunternehmen einziehen. Im ersten und zweiten Stock will er acht Büros auf jeweils 25 bis 80 Quadratmetern errichten und diese an Start-ups vermieten. Interessenten gibt es bereits.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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