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Veröffentlicht am 18.11.2024 09:00

Caritas in Neustadt/Aisch unterstützt junge Menschen in der Ausbildung

Jörg Hankewitz, Reinhold Burger und Walter Weigand (von rechts) gehören zum Team der ehrenamtlichen Ausbildungsmentoren. Sie und Veronika Polok würde sich über weitere Interessierte freuen. (Foto: Ute Niephaus)
Jörg Hankewitz, Reinhold Burger und Walter Weigand (von rechts) gehören zum Team der ehrenamtlichen Ausbildungsmentoren. Sie und Veronika Polok würde sich über weitere Interessierte freuen. (Foto: Ute Niephaus)
Jörg Hankewitz, Reinhold Burger und Walter Weigand (von rechts) gehören zum Team der ehrenamtlichen Ausbildungsmentoren. Sie und Veronika Polok würde sich über weitere Interessierte freuen. (Foto: Ute Niephaus)

Sie besitzen viel Empathie und Geduld sowie Freude daran, etwas mit jungen Leuten zu machen. Damit erfüllen Reinhold Burger, Jörg Hankewitz und Walter Weigand sowie ihre Mitstreiter wichtige Voraussetzungen, die man als ehrenamtlicher Ausbildungsmentor mitbringen sollte. Das Projekt läuft seit einigen Monaten unter dem Dach der Caritas.

Zuvor stand das 2013 in der Landeskirche gestartete Angebot unter anderer Trägerschaft. Sechs Coaches helfen derzeit jungen Frauen und Männern bis zum Alter von 27 Jahren, ihren Berufsschulabschluss zu schaffen. Seit gut zehn Jahren ist Reinhold Burger dabei. Die Caritas sei als Träger ideal, betont er und freut sich wie die anderen, dort aufgenommen worden zu sein. Angesiedelt wurden die Ausbildungshelfer im Freiwilligenzentrum „mach mit!“

Probleme aller Art werden angegangen

Die Coaches arbeiten auch im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft mit. Über dieses Netzwerk konnten viele Kontakte zur Wirtschaft aufgebaut werden. Aus deren Reihen kommen immer wieder Anfragen, ob die Ausbildungsmentoren helfen können, wenn Azubis mit Problemen zu kämpfen haben, erzählt Burger.

Diese sind unterschiedlicher Art. Etliche haben aufgrund ihres Migrationshintergrundes Probleme mit der Sprache, anderen fehlt der familiäre Rückhalt. Die Ausbildungsmentorinnen und -mentoren, die teilweise bereits im Ruhestand sind, waren oder sind in verschiedensten Berufen tätig. Sie alle können ihre Expertise einbringen und junge Menschen so etwa beim Lernen des Schulstoffs oder der Sprache unterstützen, Berufsorientierung geben oder die persönliche Entwicklung begleiten. Was die Frauen und Männer nicht machen: „Wir geben keine Nachhilfe im klassischen Sinne“, betonen sie.

Coaches arbeiten sich in neue Themen ein

Elektroingenieur Walter Weigand, der inzwischen im Ruhestand ist, steht angehenden Boden- und Parkettlegern unterstützend zur Seite. Es dauerte eine Weile, bis er sich in die neue Materie eingearbeitet hatte. „Wichtig ist, dass man kommunikationsfähig ist, alles andere kann man lernen“, erzählt er schmunzelnd.

Auf jede Stunde bereitet er sich etwa einen halben Tag lang vor, Zeit, die der Ruheständler gern investiert. Er kümmert sich pro Schuljahr um 15 bis 20 junge Leute „Ich bin da, um zu helfen, es liegt an den Schülern, ob sie es annehmen oder nicht.“ Der Kontakt zu den Lehrkräften ist wichtig. Diese fragen bei den jungen Leuten ab, wer Unterstützung will.

Reinhold Burger hat früher lang für ein Versicherungsunternehmen gearbeitet und hatte viel mit dem Personalbereich zu tun. Potenziale aufzuzeigen, junge Leute zu fördern und sie auf die Arbeitswelt vorzubereiten, ist ihm ein wichtiges Anliegen. In mehr als zehn Jahren hat er schon etliche Azubi im Einzelcoaching erfolgreich begleitet. Er trifft sich mit einigen Schülern in deren Mittagspause, um auch diese Zeit sinnvoll zu nutzen.

Große Erfolge bei der Sprache

Hankewitz, der neu im Team ist, hat noch keine Schüler, die er coacht, freut sich jedoch, bald aktiv zu werden. Er war vor seiner Pensionierung im Banken- und Versicherungsbereich tätig. Mit dem Engagement als Ausbildungscoach betritt er Neuland. Ehrenamtlich aktiv ist er aber schon lange. Als 2015 die Flüchtlingswellen einsetzen, begann er Syrern Sprachunterricht zu geben.

Er freut sich, dass sie das Sprachniveau B 1 erreichten. Das Mentoring sei intensiv gewesen, resümiert er. Er half den Geflüchteten auch in anderen Lebensbereichen, etwa bei Versicherungen oder Bankgeschäften. Ein Großteil der von ihm begleiteten Syrer steht jetzt auf eigenen Beinen, ein schönes Gefühl, dazu beigetragen zu haben, sagt er. Nun möchte er den Fokus mehr auf die berufliche Begleitung legen.

Das Freiwilligenzentrum unterstützt die Helfer

Weitere Mitstreitende werden dringend gesucht. Mitmachen kann jeder. Gerade für Ruheständler sei dies eine schöne Aufgabe, betonen die Aktiven. Als Träger bietet man den Mentoren seitens des Caritasverbandes Unterstützung, unterstreicht Veronika Polok, Leiterin des Freiwilligenzentrums „mach mit!“ Es gibt etwa Supervision, und man hilft beim Aufbau von Netzwerkstrukturen. Einfach ins kalte Wasser geworfen wird also niemand. Denn: Jeder und jede soll am Ehrenamt Freude haben. Interessierte können sich an das Freiwilligenzentrum „mach mit!“ in Neustadt unter der Rufnummer 09161/888940 wenden oder eine Mail schreiben an freiwilligenzentrum@caritas-nea.de.

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