Dieses einst „desolate” Denkmal in Dinkelsbühl können Sie jetzt besichtigen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 02.09.2024 09:21

Dieses einst „desolate” Denkmal in Dinkelsbühl können Sie jetzt besichtigen

Starke Kontraste: Die Steinsäulen im Kellergewölbe von Haus B im Dinkelsbühler Spitalhof stammen aus dem späten 13. Jahrhundert. Die Pfeiler aus Stahlbeton sind neu. (Foto: Roman Kocholl)
Starke Kontraste: Die Steinsäulen im Kellergewölbe von Haus B im Dinkelsbühler Spitalhof stammen aus dem späten 13. Jahrhundert. Die Pfeiler aus Stahlbeton sind neu. (Foto: Roman Kocholl)
Starke Kontraste: Die Steinsäulen im Kellergewölbe von Haus B im Dinkelsbühler Spitalhof stammen aus dem späten 13. Jahrhundert. Die Pfeiler aus Stahlbeton sind neu. (Foto: Roman Kocholl)

Der Zustand war ziemlich marode. Seit zwei Jahren wird das Haus B der Dinkelsbühler Spitalanlage saniert. Erste Einblicke in den Fortschritt der Arbeiten können Besucher und Besucherinnen bei Führungen am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, erhalten.

Wilfried Brosig, Mitarbeiter des städtischen Bauamts, sagt es sehr drastisch: „Das Haus war in einem desolaten Zustand.“ Das ganze Ausmaß der Schäden an der historischen Bausubstanz habe sich erst während der Arbeiten gezeigt. Außerdem gab es erhebliche statische Mängel.

Wie Brosig im Gespräch mit der FLZ berichtet, war man zunächst davon ausgegangen, dass sich der Westgiebel des Gebäudes in Richtung Dr.-Martin-Luther-Straße neigt. Untersuchungen hätten dann aber ergeben, dass zwar der Giebel fest sitzt, aber das gesamte Gebäude nach Osten, also Richtung Innenhof, abgesackt ist.

Sieben Meter tief in den Boden gegraben

Da half nur noch Stahlbeton. Zu sehen ist der massive Eingriff im historischen Kellergewölbe, das laut Wilfried Brosig aus dem Jahr 1280 stammt. Um das Haus zu stabilisieren wurden dort Pfeiler und Bögen aus Stahlbeton eingezogen. Wie der Mitarbeiter des Bauamts erklärt, musste dazu tief aufgegraben werden. Sieben Meter tief wurden Mikrobohrpfähle in die Erde eingebracht. Jetzt stehen im Keller des historischen Gebäudes Stahlbetonpfeiler neben jahrhundertealten Säulen aus Stein. Anders hätten sich die statischen Probleme laut Brosig nicht beheben lassen.

Bei den Führungen am Tag des offenen Denkmals werden Besucher und Besucherinnen voraussichtlich das Erdgeschoss und die ersten beiden Obergeschosse besichtigen können. Dort sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. In diesen Stockwerken sollen Räume für das Landestheater Dinkelsbühl, die Berufsfachschule für Musik, das City-Marketing, den Theater- und Kulturring künftig und die Bürgergemeinschaft „Hand in Hand“ geschaffen werden. Im Erdgeschoss soll es ein Seniorencafé geben.

Den Anstoß gab eine private Spende

Bereits zu sehen ist der Anbau am historischen Gebäude, in dem ein Aufzug eingebaut werden soll. Schließlich soll in Haus B künftig alles barrierefrei zugänglich sein. Der Anstoß zur Sanierung des Gebäudes im Spitalhof ist einer privaten Spende in Höhe von einer Million Dollar zu verdanken. Sieben Millionen Euro kommen von der Städtebauförderung.

Wie Wilfried Brosig sagt, werden die Gesamtkosten derzeit auf 9,7 Millionen Euro prognostiziert. Auf die Stadt Dinkelsbühl dürften rund 1,7 Millionen Euro zukommen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat im Januar dieses Jahres 10.000 Euro gegeben. Damit wurde die Restaurierung einer Sonnenuhr, eines Bildnisses und des Stifterwappens unterstützt. Auch die Instandsetzung des Natursteinportals an der ehemaligen Hauskapelle wurde mit dem Zuschuss bedacht.

Wilfried Brosig rechnet mit einer Wiedereröffnung des Hauses Mitte 2025. Bereits am kommenden Sonntag, 8. September, von 14 bis 17 Uhr erhalten Interessierte bei Führungen in Haus B von Mitarbeitenden des Stadtbauamts Einblicke zur künftigen Nutzung der Räume. Die Führungen beginnen jede halbe Stunde.

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