Mit den eigenen Händen Dinge schaffen und erschaffen – das tun zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker jeden Tag. In einer Serie stellt die FLZ erfolgreiche Nachwuchstalente aus Westmittelfranken und ihre Berufe vor. Diesmal geht es um den Zweiradmechatroniker Kimi Gröninger.
Kimi Gröninger interessierte sich schon immer für Technik und vor allem Motorräder. Darum machte er seine Leidenschaft zum Beruf und begann eine Ausbildung zum Zweiradmechatroniker. Der 20-Jährige wurde nun Landessieger der Handwerkskammer und qualifizierte sich für den Bundesentscheid. Doch damit soll noch lange nicht Schluss sein.
Mal eben eine Titanauspuffanlage verbauen, die Zündkerzen kontrollieren oder die Reifen am Motorrad wechseln – für Kimi Gröninger überhaupt kein Problem. Der 20-Jährige aus Feuchtwangen hatte das beste Ergebnis in der Mechatronik-Zweiradgesellenprüfung in der Fachrichtung Motorrad in ganz Mittelfranken.
Für Gröninger total überraschend: „Ich habe erst zwei Wochen vor der Prüfung zu lernen begonnen.“ Durch die Bestplatzierung qualifizierte er sich auch für den Bundesentscheid in Frankfurt. Dieser fand im November statt und Gröninger traf auf die besten jungen Zweiradschrauber Deutschlands.
Dabei wäre der 20-Jährige fast in einem ganz anderen Bereich gelandet. Nach der Realschule machte er ein Praktikum in der Industrie. Doch irgendwie fehlte ihm das „gewisse Etwas“.
Über einen Freund kam er dann auf seinen heutigen Betrieb, die Schilling IM Racing in Wilburgstetten. Diese beschäftigt sich nur mit Motorrädern. Für Gröninger ein Traum: „Ich habe mich schon immer für Motorräder interessiert und als Kind schon an meinem Fahrrad herumgeschraubt.“ Nach einem Praktikum sagten sie zu ihm: „Dich brauchen wir hier.“
Seine Eltern waren skeptisch: „Motorräder? Das geht doch nur im Sommer. Woanders kannst du mehr Geld verdienen.“ Doch Gröninger ging seinen Weg und sieht sich durch seine Leistung in der Gesellenprüfung bestätigt. „Ich glaube, auch meine Eltern sind mittlerweile überzeugt, auch wenn sie es nicht sagen“, sagt er mit einem Grinsen.
Diesen Ratschlag möchte er auch anderen jungen Menschen am Scheideweg mitgeben: „Wählt eure Ausbildung nach eurem Interesse und was euch am meisten Spaß macht.“
Ihn fasziniert vor allem die Logik, wie die Maschine funktioniert und natürlich liebt er das Motorradfahren. Er hat selbst eine KTM Supermoto. Besonders begeistert ihn die Jagd nach der schnellsten Zeit auf echten Rennstrecken.
Am 13. März steht für Gröninger die Meisterprüfung an: Er hat fünfeinhalb Stunden Zeit, um einen Motor komplett zu zerlegen, Verschleißteile auszuwechseln und wieder in ein Motorrad einzubauen.
Danach beginnt er ein duales Studium beim TÜV. Gröninger verlässt seinen Betrieb mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Wir haben hier ein super Klima und machen auch privat viel zusammen.“ Aber er weiß, dass die Arbeit in einer Werkstatt gerade im Alter ein Knochenjob sein kann.
Zum ganz großen Sprung hat es für Gröninger in Frankfurt beim Bundesentscheid übrigens nicht gereicht: Am Ende belegte er einen respektablen fünften Platz: „Wir wussten vorher nicht, was drankommt, und es waren Aufgaben dabei, die habe ich noch nie gemacht.“ Insgesamt ist er mit seiner Leistung hochzufrieden. Gerade der Austausch mit seinen Konkurrenten war eine spannende Erfahrung.