Die Pflege und Betreuung eines Menschen, der sein Leben nicht mehr allein bewältigen kann, fordert den Angehörigen einiges ab. „Viele sind nonstop im Einsatz“, weiß Gabriele Egner-Kopp. Die Sozialpädagogin ist die neue Ansprechpartnerin bei der Fachstelle für pflegende Angehörige bei der Diakonie Neustadt.
Dieses kostenlose Angebot ist eine neutrale Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und Interessierte aus dem hiesigen Landkreis, wenn es um die Themen Demenz und Pflegebedürftigkeit geht. An zwei Tagen in der Woche (Montag und Mittwoch) ist die 48-Jährige in Neustadt, am Freitag einen halben Tag in Uffenheim tätig. „Es sind auch Hausbesuche möglich“, betont Egner-Kopp, die im Laufe ihrer Berufstätigkeit schon im ambulanten Bereich und in einem Seniorenheim tätig war. „Ich bin von daher in der Thematik drin.“
Was gehört zu ihrem Aufgabengebiet? „Wir informieren über Hilfs- und Entlastungsangebote sowie über den Umgang mit Erkrankungen im Alter.“ Sie hilft auch, wenn es um sozialrechtliche Leistungen geht. Sie ist quasi eine Lotsin im Informationsdschungel. In diesem kann man schnell den Überblick verlieren, weiß Egner-Kopp.
In den Fragen, die in den Gesprächen häufig gestellt werden, geht es etwa darum, ab wann jemand pflegebedürftig ist und welche Leistungen es von der Pflegeversicherung gibt? Wie erkennt man Demenz? Welche Entlastungsmöglichkeiten gibt es für pflegende Angehörige? Wo bleibe ich selbst? Diese Fragen tauchen oft auf. Pflegende Angehörige mit ihren Sorgen und Belastungen nicht allein zu lassen, das ist Egner-Kopp ein großes Anliegen. Sie rät deshalb dringend, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen und Kontakt zu Fachstellen aufzunehmen wie die der Diakonie oder des hiesigen Caritasverbandes, der auch eine Fachstelle für pflegende Angehörige im Landkreis anbietet.
Es ist wichtig, nach Entlastungsmöglichkeiten zu suchen, aber ebenso über den psychischen Druck zu sprechen, der vielen, die daheim pflegen, zu schaffen macht. Nicht selten kommt es zu Überforderungen.
Um dem entgegenzuwirken, kann man auf den Helferkreis zurückgreifen, in dem geschulte ehrenamtliche Frauen und Männer aktiv sind. „Derzeit sind dort 20 Personen tätig“, sagt die Sozialpädagogin. Sie können die Betreuung der Angehörigen stundenweise übernehmen. Die Helfer erhalten eine Aufwandsentschädigung, die über die Pflegeversicherung abgedeckt wird. Die Betreuung richtet sich nach den Bedürfnissen des Erkrankten und seiner Familie.
Pflege und hauswirtschaftliche Aufgaben übernehmen die Frauen und Männer jedoch nicht, unterstreicht Egner-Kopp. Stattdessen lesen sie vor, hören zu, gehen mit Pflegebedürftigen spazieren, leisten Gesellschaft und geben dadurch Sicherheit. Während die Ehrenamtlichen da sind, können die pflegenden Angehörigen etwa Erledigungen machen oder die Zeit einfach für sich nutzen. Das tut gut. Die Betreuungszeiten werden individuell abgestimmt.
Wer im Helferkreis mitmachen möchte, kann sich ebenfalls an die Fachstelle in Neustadt wenden. „Dort mitzuwirken, ist eine sinnstiftende Aufgabe“, sagt die 48-Jährige und verweist auf die im kommenden Frühjahr beginnende rund 30 Stunden umfassende Schulung. Mitmachen kann jeder ab 16 Jahren.
Zu erreichen ist Gabriele Egner-Kopp montags bis mittwochs unter der Telefonnummer 09161/899523. Man kann gegebenenfalls auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen oder eine E-Mail an fachstelle@dw-nea.de schreiben.