„Viele Hände, ein schnelles Ende”: Dieses Sprichwort bestätigte sich in Neuhof. Die Alte Schule verfügt nun über einen fast schon „chilligen” Kneipenraum, der im Rahmen der Einweihungsfeier zu bewundern war. Ab sofort werden dort jeden Freitag ab 19 Uhr Jung und Alt bewirtet.
Schon die Beleuchtung am Eingang des schönen Gebäudes lädt zum Verweilen ein. Umso erfreuter waren die Gastgeber des Vereins „Treffpunkt Alte Schule” über die zahlreichen, gut gelaunten Besucherinnen und Besucher. Nach einer Stunde wurden gut 60 Gäste gezählt, für einen Kneipenraum von knapp 25 Quadratmetern fast schon ein bisschen zu viel.
So wurde auch gerne ins gegenüberliegende Café ausgewichen. Die Idee „Begegnung für jedermann und jederfrau” wurde schon vor zehn Jahren geboren. Alle halfen mit, damit diese Idee Wirklichkeit wurde. Die Kirchengemeinde hatte das Haus freigegeben, um einen Markt der Generationen daraus entstehen zu lassen. So hieß es für den geplanten Kneipenraum: Boden rausreißen und Eichenholzparkett verlegen. Die Küchentür musste so eingebaut werden, dass sie nach innen öffnet, um nicht beim Ausschenken zu stören.
Fleißige Hände nähten Gardinen. „Viele freiwillige Stunden und treibende Kräfte, die immer wieder aufmunterten, weiterzumachen, haben letztendlich zu diesem Ergebnis geführt“, sagte der Vorsitzende Heinz Thürauf, was auch die andere Vereinsvorsitzende, Kerstin Müller, die ganz überwältigt von den vielen Besuchern war, nur bestätigen konnte. Ein besonderer Dank ging auch an Walter Weigand und Rainer Müller. Pfarrerin Bianca Jacoby freute sich ebenfalls, dass es gelungen ist, das Haus wiederzubeleben und merkte schon an, dass es gut ausgelastet ist.
Für das Trauer-Café, für Spielenachmittage an jedem vierten Freitag im Monat, aber auch für private Feiern stehen die Räume zur Verfügung. Als nächstes Projekt soll der Saal im Obergeschoss in Angriff genommen werden. Los geht es mit dem Dämmen des Dachs, ein Aufzug ist geplant, alles soll barrierefrei werden. Daher auch ihr Aufruf: Wer Lust und Zeit hat, mit anzupacken, damit es vorangeht, ist jederzeit willkommen.
Das Gesamtprojekt steht auf soliden Füßen. Einige Euros werden von der politischen Gemeinde monatlich beigesteuert, um die laufenden Kosten von 4000 Euro jährlich zu decken, war vor Ort zu erfahren. Aber auch die Dorfmädli halfen mit und finanzierten die hochwertige Sitzgarnitur (1900 Euro) und akustische Bilder (gut 800 Euro), die den Schall dämmen. Und natürlich gab es einige Tausend Euro vom Verein, gut 1300 Euro konnten über Crowdfunding gesammelt werden. Derzeit zählt der Verein 45 Mitglieder.
„Wir sind offen für jegliche Veranstaltungen und hoffen auf viele neue Ideen“, sagt die Vorsitzende Kerstin Müller, die gerade eine Wirtausbildung macht, um eine Schankgenehmigung zu bekommen. Auch kleine Runden sind willkommen.
„Wir wollen weg vom Vereinsgedanken, weg von Religionszugehörigkeit, jeder ist willkommen, und es soll für jeden erschwinglich sein”, sagt Kerstin Müller und bestätigt das einhellige Credo.