Gewerbegebiete in Dietenhofen: „Unternehmen stehen auf der Bremse“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 24.01.2025 14:30

Gewerbegebiete in Dietenhofen: „Unternehmen stehen auf der Bremse“

Westlich und östlich der Neustädter Straße hat der Markt Dietenhofen Gewerbegebiete ausgewiesen und ist mit der Nachfrage nicht zufrieden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Westlich und östlich der Neustädter Straße hat der Markt Dietenhofen Gewerbegebiete ausgewiesen und ist mit der Nachfrage nicht zufrieden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Westlich und östlich der Neustädter Straße hat der Markt Dietenhofen Gewerbegebiete ausgewiesen und ist mit der Nachfrage nicht zufrieden. (Foto: Yvonne Neckermann)

Die Marktgemeinde hat in den vergangenen Jahren Gewerbegebiete westlich und östlich der Neustädter Straße ausgewiesen und ist mit der Nachfrage aktuell nicht zufrieden.

Während Bauplätze für Wohnhäuser rege nachgefragt würden, gestalte sich die Angelegenheit bei Gewerbeflächen etwas zäher, informierte Bürgermeister Rainer Erdel den Marktgemeinderat. So wird nach Angaben der Bauverwaltung eine Fläche von rund 22.000 Quadratmetern zum Kauf angeboten. Westlich der Neustädter Straße gibt es bislang nur Absichtserklärungen. Östlich davon, im Gewerbegebiet Neudorfer Höhe II, sind drei von sechs Parzellen veräußert, informierte Erdel.

„Wir haben immer wieder Anfragen von Personen, die sich vor allem dafür interessieren, ob man dort denn wohl auch ein Wohnhaus errichten und wie groß dieses denn sein dürfe“, sagte Erdel. Frage man dann nach, welches Gewerbe geplant sei und wie viele Arbeitsplätze geschaffen würden, sei dann oft nur von „irgendwelchen Büroräumen im Keller“ die Rede.

Offenbar handele es sich demnach also um Interessenten, die den teureren Quadratmeterpreis im Neubaugebiet nicht zahlen wollten. Die Flächen im Gewerbegebiet kosten 70 Euro pro Quadratmeter. Die noch freien Bauplätze im Neubaugebiet nördlich der Rüderner Straße wurden zuletzt für 190 Euro pro Quadratmeter angeboten.


Das Interesse lässt dann meist schlagartig nach.

Bürgermeister Rainer Erdel

Den Interessenten entgegenkommen und die gewerbliche Nutzung der Flächen aufweichen kann und möchte die Gemeinde jedoch nicht. „Die Wohnraumnutzung sollte dort eine untergeordnete Rolle spielen und die gewerbliche Nutzung auch vom Flächenverhältnis deutlich überwiegen“, erklärte Erdel. Den Anfragenden gebe man die Auskunft, dass das Landratsamt als Aufsichtsbehörde ein wachsames Auge auf die Einhaltung dieser Vorgaben habe und in jedem Fall eine Einzelfallprüfung stattfinde. „Das Interesse lässt dann meist schlagartig nach.“

Die Nutzung von Gewerbeflächen zu Wohnzwecken zuzulassen sei auch deswegen keine gute Idee, weil es langfristig zu Unfrieden führe. „Dort herrscht natürlich ein anderer Geräuschpegel als im reinen Wohngebiet. Obwohl die Anwohner dies bei ihrer Ansiedlung wussten, kommt es irgendwann erfahrungsgemäß trotzdem zu Beschwerden, beispielsweise aufgrund von Lkw-Verkehr.“

Froh, etwas in der Hinterhand zu haben

Wie der zweite Bürgermeister Norbert Koschek als Krankheitsvertretung des ersten Bürgermeisters unserer Zeitung im Nachgang der Sitzung erläuterte, führe man das ausbaufähige Interesse auf die allgemeine wirtschaftliche Situation zurück. „Der Bauzins ist gestiegen, und die Unternehmen stehen aktuell bei Investitionen eher auf der Bremse.“

Dadurch, dass große Teile der Gewerbeflächen noch unveräußert seien, entstehe der Gemeinde aber kein Nachteil. Der Wert der Grundstücke sinke ja schließlich nicht. Außerdem sei man froh, etwas in der Hinterhand zu haben. „Wir wüssten schließlich nicht, wo wir künftig ein weiteres Gewerbegebiet realisieren sollten.“ Eine Genehmigung zu bekommen, werde immer schwieriger.

Die Flächen werde man weiterhin bewerben und sich Interessenten genau anschauen. „Wir wollen die Parzellen nicht verschleudern, sondern machen die Entscheidung von der voraussichtlichen Anzahl neuer Arbeitsplätze und den zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen abhängig.“ Informationen finden sich unter anderem auf der Webseite www.dietenhofen.de, außerdem gibt die Verwaltung Auskunft.


Von Yvonne Neckermann
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