Heilsbronn im Baustellenmodus: Wie geht es den Geschäften in der Innenstadt? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.08.2025 07:00

Heilsbronn im Baustellenmodus: Wie geht es den Geschäften in der Innenstadt?

Abgeriegelt: Für Autos ist kein Durchkommen, Fußgänger können sich aber den Weg durch die Stadt und zu allen Geschäften bahnen. (Foto: Antonia Müller)
Abgeriegelt: Für Autos ist kein Durchkommen, Fußgänger können sich aber den Weg durch die Stadt und zu allen Geschäften bahnen. (Foto: Antonia Müller)
Abgeriegelt: Für Autos ist kein Durchkommen, Fußgänger können sich aber den Weg durch die Stadt und zu allen Geschäften bahnen. (Foto: Antonia Müller)

Schotter, Bagger und viele rot-weiße Absperrungen: Das Bild der Heilsbronner Innenstadt ist aktuell geprägt von der Baustelle. So sehr sich die meisten auf die sanierten Straßen und Gehwege freuen – die Geschäfte müssen zurückstecken. Ein Bummel durch den Stadtkern.

„Heute bitte den unteren Eingang verwenden”: Über Instagram und Whatsapp-Status versucht Christine Heß ihre Kundinnen und Kunden auf dem Laufenden zu halten. Ihr Stoffladen mit Café hat zwei Eingänge, an manchen Tagen war nur einer zugänglich. Heß weiß, dass der Weg zu ihr derzeit schwer ist. Trotzdem sieht sie die positiven Seiten: Die Sanierung war längst nötig, die Bauarbeiter sind immer freundlich und packen bei Warenanlieferungen auch mit an.

In der Buchhandlung fehlen die Touristen

Außerdem schauten sogar schon „Mitleidskunden” vorbei, erzählt sie lachend. Menschen, die zuvor noch nie bei ihr waren, kamen auf einen Kaffee vorbei – einfach, um dem Geschäft durch die schwere Zeit zu helfen.

Direkt im Oberen Tor ist die Buchhandlung am Turm. „Es ist generell weniger los”, erzählt Mitarbeiter Timo Volkmann. Bis das Schulgeschäft nach den Sommerferien wieder losgeht, sind die Öffnungszeiten des Ladens jedes Jahr reduziert, so auch heuer. Große Auswirkungen konnten sie bisher nicht feststellen, nur die Touristen wagen wohl eher keinen Abstecher in die Innenstadt, schätzt Volkmann.

Schotter vor dem Eingang hat aktuell auch der City-Friseur. Die Inhaberin Helga Scherf sagt aber: „Gut geht es uns mit der Baustelle.” Es kommen weniger Kunden, besonders die älteren Menschen tun sich schwer, da die Parkplätze fehlen und der Fußweg uneben ist. Dennoch ist Scherf nicht böse, einen etwas ruhigeren Sommer zu haben.

Viele Schilder und eine Los-Aktion für die Kunden

All diese Geschäftsleute können – wenn es nach Plan läuft – im Oktober wieder etwas aufatmen. Dann ist die Stadt vom Oberen Tor aus wieder befahrbar. Gegliedert ist die Sanierung der Hauptstraße in fünf Bauabschnitte. Wie alles aussehen soll, wenn es fertig ist, zeigt ein großes Banner vor dem Rathaus.

Rund um die Innenstadt sind viele Plakate und Schilder platziert. Während die einen den Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern den Weg um die Stadt erklären, zeigen die anderen die Wege zu den Geschäften. Immer wieder steht groß angeschrieben, dass die Läden erreichbar sind. Die Heilsbronner haben sich ins Zeug gelegt, das merkt man.

Fast alle Ladeninhaberinnen und -inhaber loben die Kommunikation der Verwaltung und besonders die Zusammenarbeit mit dem Citymanager Michael Aulbach. Gemeinsam haben sie eine Los-Aktion ins Leben gerufen. Für jeden Einkauf gibt es ein Los, einmal im Monat werden fünf Gewinner gezogen. Mit etwas Glück gibt es einen Gutschein, einlösbar im Stadtkern.

Goldschmiede schließt für zwei Monate komplett

Genau zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt liegt der RS-Computer-Shop. Der Inhaber Ronny Stellwag stellt fest, dass er rund 40 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum Vorjahr macht. Die Laufkundschaft fehlt. Stellwag hofft, dass es besser wird, wenn die Kundinnen und Kunden vom Oberen Tor aus wieder zu ihm kommen können.

Elke vom Brocke hat die Baustelle in den Wintermonaten vor der Tür ihrer Goldschmiede. Aktuell profitiert sie noch von langfristigen Aufträgen. Die Adventszeit ist für sie Hauptgeschäftszeit, da kaufen viele Leute Schmuck aus dem Schaufenster. „Das schmerzt mich finanziell schon”, sagt vom Brocke. Um dem Lärm und dem Dreck zu entfliehen, schließt sie den Laden im Januar und Februar komplett. Eigentlich, betont sie, geht das für ein Geschäft nicht. Trotzdem sagt die Goldschmiedin: „Ich nehme es gerade so, wie es kommt.”

Second-Hand-Laden läuft aktuell noch sehr gut

Sehr entspannt sieht es Regina Weickmann, Inhaberin des Second-Hand-Shops Atelier. „Ich merke nichts.” Über Newsletter und die sozialen Medien informiert sie ihre Kundinnen und Kunden. Die meisten kommen weiterhin. Derzeit geht die Entwicklung eher in die andere Richtung: Der Laden läuft richtig gut, erzählt sie. Sie überlegt aber, die Öffnungszeiten etwas zu verschieben, wenn die Baustelle vor ihrer Tür ankommt.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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