Die Vorschläge zur Umgestaltung der früheren Brauerei Dietz sind bei den Bruckberger Bürgern auf eher mäßige Begeisterung gestoßen. Dieses Fazit zieht Organisator Adam Kreysa nach einem Infoabend im Feuerwehrhaus. Dort hatten Studierende der Ansbacher Hochschule ihr Konzept vorgestellt.
Kreysa und seine Mitinitiatorin Xenia Großmann hatten gehofft, dass in dem Gebäudekomplex, der verkauft werden soll, ein neues Dorfzentrum entsteht.
Die Veranstaltung sei gut besucht gewesen, zieht Kreysa im Nachgang Bilanz. Ein Kaufinteressent oder jemand, der sich vorstellen kann, dort eine Gastronomie zu betreiben, fand sich aber leider nicht. Unter den Besuchern habe eher die Skepsis überwogen, bedauert Kreysa. Manche sorgten sich um den Brandschutz, andere fragten nach dem Denkmalschutz, auch die hohen Kosten für den Umbau und die Sanierung scheuten einige.
Es gab aber auch konstruktive Vorschläge. Unter den Anwesenden sei ein älteres Ehepaar gewesen, der Mann war früher selbst Brauer. Er schlug vor, in einer Fachzeitschrift der Brauereibranche zu inserieren und so nach einem Interessenten zu suchen. Auch regte er an, in dem Anwesen eine kleine Schau-Brauerei einzurichten.
„Ein Raunen ging durch die Menge, als wir die Kostenschätzung präsentiert haben“, bemerkt Kreysa. Viele hielten die grobe Schätzung von rund 200.000 Euro für zu optimistisch. „Aber das ist ja nur das, was man am Anfang machen würde, um das Ding mal wieder ins Laufen zu bringen“, erklärt der Bruckberger. Beispielsweise die Dämmung müsste ja nicht sofort erledigt werden.
Um so ein Projekt umsetzen zu können, ohne dass die Kosten explodieren, bräuchte es nach Meinung von Kreysa viele Hände, die mit anpacken. Als positives Beispiel nennt er die Dorfgemeinschaft in Langenfeld (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Die Bürger dort engagieren sich im Mehrgenerationenhaus Dorflinde und betreiben außerdem ehrenamtlich einen dort integrierten Dorfladen.
Kreysa lobt erneut das Engagement der Hochschulstudenten, die ihre Vorschläge in der Freizeit nochmals vor Publikum präsentiert hatten. Etwas enttäuscht ist er, dass die Ideen jetzt wohl ins Leere laufen. Denn die Gemeinde kann das Unterfangen finanziell nicht stemmen, und auch sonst hob niemand die Hand.
Ob er trotzdem weitermachen will? „Nein“, sagt Kreysa entschieden. So ganz aufgegeben hat er aber doch nicht. Er hofft weiter, dass die Mundpropaganda jemanden erreicht, der sich für die Pläne begeistern lässt. „Wenn sich ein Betreiber findet, gibt es vielleicht auch eher einen Investor.“
Mit Interesse verfolgt hat die Ideen für den Umbau der ehemaligen Brauerei Dietz FLZ-Leserin Waltraud Kannowsky. „In unserem Raum gab es viele kleine Brauereien“, erinnert sich die 88-Jährige in einem Brief an die Redaktion.
„Das Bierbrauen ist eine alte Sache. Brauereien hat es ja schon seit Klosterzeiten gegeben.“ An den damaligen Hausbrauer Dietz hat die Tochter eines Zollbeamten eine ganz besondere Erinnerung. „Mein Vater, Josef Lohberger, kam 1935 mit Familie auf die Zollaufsichtsstelle Heilsbronn.“
Er habe mehrere handgeschriebene Postkarten von Caspar Dietz erhalten, der die Brauerei 1956 von Vorbesitzer Georg Scheiderer übernommen hatte. Auf diesen Karten war beispielsweise vermerkt: „Sudtag am Dienstag, den ... 1935.“ Denn am Tag des Sudes musste der Zollbeamte den Alkoholgehalt der Maische messen.
Mangels Telefon sei die Mitteilung des Datums eben per Postkarte erfolgt, berichtet Waltraud Kannowsky. „Mein Vater hat gesagt, er nimmt mich einmal mit, damit ich das mal sehen kann, aber leider ist es nicht dazu gekommen.“