Die Gemeinde Bruckberg erhöht den Wasserpreis zum 1. Dezember. Prozentual betrachtet fällt der Preisanstieg mit 45 Prozent sehr üppig aus, doch mit 1,95 Euro für den Kubikmeter zählt Bruckberg auch weiterhin zu den eher günstigen Kommunen.
Zum Vergleich: Die Reckenberg-Gruppe als ein großer Versorger in der Region liegt aktuell bei 2,19 Euro netto, die Stadtwerke Ansbach verlangen 2,79 Euro. Der neue Preis ist so kalkuliert, dass er bis zum Jahr 2027 stabil bleiben kann, wenn keine grundlegenden Veränderungen eintreten, erläuterte Wolfgang Zuber, der Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Weihenzell.
Eine andere Option als die Preiserhöhung bleibt der Gemeinde letztlich ohnehin nicht, da es sich bei der Wasserversorgung um eine kostenrechnende Einrichtung handelt. Das bedeutet, die anfallenden Kosten müssen durch Einnahmen gedeckt sein und dürfen allenfalls kurzfristig über Kredite finanziert werden.
Der letzte Kalkulationszeitraum endete eigentlich bereits 2020 und schon damals gab es in Bruckberg eine Unterdeckung von 56.000 Euro. Die Gemeinde hätte somit bereits vor drei Jahren neu kalkulieren müssen, wie aus der Sitzungsvorlage der Gemeinderatssitzung hervorgeht.
Doch, so Bürgermeisterin Ursula Weiß, habe man bewusst abgewartet, um die Investitionen in der Klingenbergstraße einpreisen zu können. Damit hat sich die Unterdeckung auf 106.000 Euro erhöht. Hätte man vor drei Jahren schon den Preis neu errechnet, wären vermutlich etwa 1,65 Euro je Kubikmeter herausgekommen, führte Zuber aus.
Der Verwaltungsleiter betonte, dass es schon eine Besonderheit sei, dass eine kleine Gemeinde wie Bruckberg noch eine eigene Wasserversorgung betreibt. Dass dies auch noch mit günstigen Gebühren einhergeht, sei besonders außergewöhnlich. Aber klar sei auch: „Der Wasserpreis wird nicht billiger werden.“
Neben dem Verbrauchspreis werden auch die Grundgebühren für Wasserzähler zum 1. Dezember angehoben. Sie verdoppeln sich auf 48 Euro im Jahr bei den kleinen (sechs Kubikmeter Nenn- und zehn Kubikmeter Dauerdurchfluss) und auf 72 Euro bei den mittleren (zehn und 16 Kubikmeter) Zählern.
Trotz 100 Prozent Aufschlag liegt Bruckberg damit weiter in der Gruppe der günstigen Anbieter. In der Nachbarkommune Weihenzell zahlen die Bürger 160 Euro pro Jahr, berichtete Zuber in der Gemeinderatssitzung.
Der Vorteil dieser Gebühr: Es handelt sich um eine feste und gut kalkulierbare Einnahme, während die Wasserentnahme schwankt. So habe der Verbrauch in den vergangenen Jahren in Bruckberg im Jahr stets bei rund 100.000 Kubikmetern gelegen, so Zuber. Doch im vergangenen Jahr waren es nur noch 91.000 Kubikmeter.
Für die neue Gebührenkalkulation habe die Verwaltung 93.000 Kubikmeter Verbrauch im Jahr angesetzt. Sollte das merklich weniger werden, wäre wohl schon vor 2027 eine erneute Preisanpassung erforderlich, machte Zuber im Gemeinderat deutlich.
Eine Veränderung ist bereits sicher: Durch den angekündigten Wegfall der Diakoneo-Wäscherei wird der Wasserverbrauch sicher weniger. Zuber und die Verwaltung gehen aber davon aus, dass sie mit den veranschlagten 93.000 Kubikmetern dennoch ganz gut hinkommen.
Die Kalkulation an sich sowie die erforderliche Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung wurde jeweils einstimmig beschlossen.