Nahezu 70 Brunnenbesitzerinnen und -besitzer haben Wasserproben zum Labormobil der Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz gebracht, das am Dienstag auf dem Marktplatz in Feuchtwangen Station gemacht hat. Das Brunnenwasser nahmen Dr. Matthias Ahlbrecht und Dr. Harald Gülzow entgegen, um es für die Untersuchung im Labor vorzubereiten.
Das Angebot nahmen Bürgerinnen und Bürger aus den Feuchtwanger Ortsteilen, aus Wörnitz, Wieseth, Dürrwangen, Schnelldorf und Aurach wahr. Am Labormobil mussten sie zunächst Fragebogen ausfüllen, in denen gefragt wurde, wo sich der Standort des jeweiligen Brunnens befindet und wie tief dieser sei. Zudem sollten die Eigentümer Auskunft geben, wie sie das Brauchwasser nutzen – beispielsweise zum Gießen von Gemüse und Blumen oder auch zum Füllen von Schwimmteichen.
Danach konnten sich die Brunnenbetreiber entscheiden, ob sie eine Grunduntersuchung ihres Wassers auf Nitrat-, Säure- oder Salzgehalt wünschten. Anschließend wurden ihre Proben vor Ort in sterile Reagenzfläschchen umgefüllt, diese beschriftet und für die Analyse im Labor vorbereitet.
Das Ergebnis der Untersuchungen werde den Brunnenbesitzern in rund zwei Wochen zugestellt, erklärte Dr. Ahlbrecht. Und anhand der ihnen mitgeteilten Messwerte, wüssten die Auftraggeber dann, ob sich ihr Wasser nur zum Gießen oder gegebenenfalls auch zum Trinken eignet.
Nach der Auswertung des Wassers im Labor erstelle der VSR-Gewässerschutz eine Statistik und veröffentliche anschließend die Untersuchungsergebnisse anhand einer Nitratkarte auf seiner Homepage, ergänzte Dr. Gülzow. Zudem betonte er, dass das Lebenselixier „Trinkwasser“ für künftige Generationen geschützt sowie die Artenvielfalt am und im Wasser gefördert werden müsse.
Ebenso gelte es, die Neubildung des Grundwassers zu erhöhen. Weil der Schutz des Grundwassers aus Sicht des Vereins elementar sei, müssten die Belastungen durch Landwirtschaft, Bergbau und Industrie dringend verringert werden. In diesem Sinn könne sich die Organisation VSR-Gewässerschutz auf der Basis ihrer gewonnenen Messergebnisse flächendeckend für eine bessere Wasserqualität einsetzten, so Dr. Gülzow.
Die Untersuchung von Brunnenwasser wertete Herbert Klenk aus Dorfgütingen als sehr hilfreich. Als ehemaliger Vorsitzender des Fischereivereins in dem Feuchtwanger Ortsteil würden ihm alle Themen rund um das Wasser und dessen Qualität auf den „Nägeln brennen“, betonte er.
Claus Buckel aus Seiderzell erklärte wiederum bei der Abgabe seiner Proben am Infostand, seine Familie wolle wissen, wie sie ihr Brunnenwasser am besten nutzen könne, und ob das Wasser irgendwelche Schadstoffe enthalte. Nicht zuletzt tauschen etliche Brunnenbesitzerinnen und -besitzer am Labormobil ihre regional gemachten Erfahrungen aus und gaben diese auch weiter.