Der bisherige Vorstand vertritt auch weiterhin die Interessen und Geschicke des 153 Mitglieder starken „Fördervereins Klosterchor und historische Stadtbibliothek“. Die Informationen bei der Jahresversammlung im Sitzungssaal des Rathauses lassen den Schluss zu: Es geht zielstrebig weiter.
Vorsitzende Sabine Detsch erinnerte in der Versammlung, zu der 27 Mitglieder erschienen waren, an die zahlreichen, erfolgreichen Aktionen und Veranstaltungen im vergangenen Jahr, die einerseits dem Verein und der Kassenlage zugute kamen, andererseits aber auch die Hilfsbereitschaft der Mitglieder und Freunde forderten. Flohmarkt im Steinhaus, Weihnachtsmarkt, aber auch das an frühere „Blaue Stunden-Veranstaltungen“ anknüpfende kulturelle Adventswochenende, waren nur einige der herausragenden Veranstaltungen des Fördervereins.
Hilfreich waren die zahlreichen Sachspenden, deren Verkaufserlöse Geld in die Vereinskasse spülten, ebenso die finanziellen Zuwendungen engagierter Bürger. Auch durch zwei Trauungen flossen Spendengelder. Alles in allem konnte Jutta Hofmann einen Jahresüberschuss von rund 16.000 Euro zugunsten der Einnahmenseite verkünden. Gleichzeitig stimmte die Versammlung einstimmig für einen Vorschlag von Detsch, im Lauf des Jahres 2025 insgesamt 50.000 Euro aus der Vereinskasse an die Hospitalstiftung zu überweisen – zweckgebunden mit dem Vermerk „Instandsetzung Klosterchor und historische Stadtbibliothek“.
Wahlleiter Rainer Volkert brachte die gut vorbereitete Wahl zügig über die Bühne. Im Vorfeld hatte sich fast der gesamte Vorstand bereit erklärt, bei Zustimmung der Mitglieder im Amt zu bleiben. So erfolgte jeweils einstimmig die Bestätigung des bisherigen erweiterten Vorstands.
Mit Sabine Detsch an der Spitze, Stellvertreterin Jutta Hofmann, die auch Schatzmeisterin ist, und Schriftführerin Christa Schlosser bleibt die Vereinsspitze in den bewährten Händen. Als Beisitzer wurde Hannelore Riedel für die nicht mehr angetretene Alexandra Horst gewählt, im Amt bleiben wie bisher Verena Lauer-Riedel und Ronald Reichenberg. Kassenprüfer bleibt Dieter Hummel, für Dr. Ernst Strauß, der nicht mehr kandidierte, wurde Thomas Sighart gewählt.
„Der Fokus im Jahr 2025 liegt eindeutig auf der Baustelle“, sagte Vorsitzende Sabine Detsch. Geplant sei unter anderem ein „Baustellentagebuch“, mit dem Interessierte den Fortgang der Maßnahmen auf der Homepage des Vereins verfolgen können. Vehement trat die wiedergewählte Vorsitzende manchen Überlegungen entgegen, die Sanierung jetzt nicht zu stemmen.
Bei allem Verständnis für beschränkte Mittel der Stadt „wäre es fatal, das Projekt bei einer Förderkulisse von 90 Prozent zu vertagen“. Es müsse jetzt angegangen werden: Auch wenn beispielsweise die Gründung noch Fragen aufwirft, müssten Ausschreibungen für Dach und anderes jetzt erfolgen.
Es sei gut, dass Archäologe Wolfgang Steeger bei seinem interessanten und spannenden Vortrag auf das 1291 gestiftete und 1295 geweihte Kloster und dessen umfassende Geschichte eingegangen sei und damit einmal mehr hätte zeigen können, welches Juwel die Stadt Bad Windsheim in ihren Mauern habe. Dazu kam die spontane Schilderung von Thomas Halbritter, der noch aus eigener Anschauung den Klostergarten oder „Klosterpark“ in seiner früheren Ausprägung kannte und mit seinen Ausführungen sichtlich das Interesse der Besucher im Rathaussaal weckte.
Auch das Alter der mittlerweile gefällten Linde war Gegenstand der Diskussion. 50 Jahre, nein 150 Jahre – älter, jünger? Stiftungspfleger Hermann Gerhäußer weckte die Neugier nochmals zum gefällten Baum. „Rund 100 Jahre alt war der Baum, abgezählt an den Jahresringen“, lautet nun die genaue Altersbestimmung.