Karlstag in Feuchtwangen: Einblick in Gaststätten-Geschichte | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.01.2026 12:14

Karlstag in Feuchtwangen: Einblick in Gaststätten-Geschichte

Der traditionelle Karlstag der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen steht dieses Mal unter dem Motto „Gaststätten im Wandel der Zeit“. Die Aufnahme zeigt den Feuchtwanger Marktplatz mit seinen Gastronomiebetrieben vor 1950.  (Repro: Erich Herrmann)
Der traditionelle Karlstag der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen steht dieses Mal unter dem Motto „Gaststätten im Wandel der Zeit“. Die Aufnahme zeigt den Feuchtwanger Marktplatz mit seinen Gastronomiebetrieben vor 1950. (Repro: Erich Herrmann)
Der traditionelle Karlstag der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen steht dieses Mal unter dem Motto „Gaststätten im Wandel der Zeit“. Die Aufnahme zeigt den Feuchtwanger Marktplatz mit seinen Gastronomiebetrieben vor 1950. (Repro: Erich Herrmann)

„Gaststätten im Wandel der Zeit“ – so lautet das Thema beim diesjährigen Karlstag der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen. Zu der Traditionsveranstaltung wird am Sonntag, 1. Februar, ins Gasthaus Schöllmann eingeladen. Beginn ist um 11 Uhr.

Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Peter Schlecht, wird zunächst über die einstige Bierbraugerechtigkeit und die Wirtshaustradition in Bayern informieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Anschließend referiert der Heimatgeschichtler Erich Herrmann über die Feuchtwanger Gaststätten sowie über die einstigen Sommer- und Eiskeller in den Höhen der Stadt. Hierzu zeigt Erich Herrmann rund 200 historische Fotografien – diese stammen aus den Archiven der Stadt, vom Film- und Fotoclub sowie aus Privatbesitz – sowie alte Postkarten.

Einblicke in Familiengeschichte

Die bebilderte Zeitreise reicht dabei vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Überdies gewährt Erich Herrmann Einblicke in seine Familiengeschichte, die über 100 Jahre lang von Wirten und Metzgern in Feuchtwangen geprägt war. Mit einem virtuellen Gang zu den einstigen Sommer- und Eiskellern endet der Vortrag.

Ab dem 15. Jahrhundert konnten in Feuchtwangen 33 Wirtshäuser und drei Cafés nachgewiesen werden. Etwa ein Drittel der Gaststätten besaß einst die Braugerechtigkeit, durfte also ihr eigenes Bier brauen und ausschenken, schreibt Erich Herrmann in der Pressemitteilung. Diese Wirtshäuser hatten, um ihr Bier lagern zu können, kühle Keller in den Höhen der Stadt. Dort wurde in den Sommermonaten das Bier gleich ausgeschenkt. Von den überlieferten zehn Sommerkellern wird heute nur noch der Kronenwirtskeller betrieben. Einst wurden zum Kühlen des Bieres in den Wintermonaten riesige Eisblöcke aus dem Schleifweiher gesägt. Diese wurden dann mit Pferdefuhrwerken in die Sommerkeller verfrachtet.

Spezielle Treffpunkte bei Stadtbesuchen

Einige Gaststätten dienten der Bevölkerung einzelner Dörfer als spezielle Treffpunkte bei den Stadtbesuchen. So konnten Waren mitgenommen oder Botschaften aufgegeben werden.

Am einschneidendsten hat sich die Struktur der Gastwirtschaften in Feuchtwangen nach dem Zweiten Weltkrieg verändert. Ausländische Mitbürger übernahmen Gaststätten oder eröffneten neue. Heute gibt es in der Stadt nur noch ein Dutzend Gaststätten.

Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, am gemeinsamen Karlsessen mit Schälrippchen und Kalbsrollbraten teilzunehmen. Dazu wird um Vorbestellung bis Freitag, 30. Januar, unter der Telefonnummer 09852/2960 oder per E-Mail an info@gasthaus-schoellmann.de gebeten. Alternativ kann à la carte gegessen werden.


Von kie
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