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Veröffentlicht am 26.11.2024 16:54

Kreismülldeponie Aurach: Deshalb werden die Gebühren steigen

Die Gebühren auf der Kreismülldeponie in Aurach werden in absehbarer Zeit wohl steigen. Es gibt aber noch erhebliche Unklarheiten, so dass Danny Lang, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Abfallbeseitigung in Stadt und Landkreis Ansbach, noch nichts zur Höhe der nötigen Anpassung sagen kann.

Bei der Verbandsversammlung im Ansbacher Landratsamt informierte er darüber, dass der Gesetzgeber Ende vergangenen Jahres eine CO2-Abgabe für Müllverbrennungsanlagen und Treibstoffe eingeführt habe. Dadurch sei es nötig geworden, dass Haus- und Sperrmüll getrennt angeliefert werden müssen. Dies wiederum führe zu einer geringeren Auslastung der Sperrabfalltransporte. Außerdem sei die Lkw-Maut erhöht worden und die Mautbefreiung für Gas-Lkw weggefallen.

Transportunternehmen will mehr Geld

Das Unternehmen, das den Müll aus der Region Ansbach zum Müllheizkraftwerk (MHKW) in Würzburg transportiert, hat wegen der Minderauslastung und der Mauterhöhung laut Lang bereits einen Antrag auf Preisanpassung gestellt.

Seit Juli rechnet das MHKW die CO2-Abgabe ab. Für das erste Halbjahr 2024 stehe eine Nachberechnung noch aus. Diese verzögere sich wegen Problemen beim Erwerb der erforderlichen Zertifikate durch das Kraftwerk.

Nach Rücksprache mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband könne die Gebührenkalkulation erst überprüft werden, wenn die tatsächlichen Kosten vorliegen. Außerdem müsse die Gebührensatzung um weitere mögliche Abfallarten wie schwach gebundenes Asbest oder Abfälle für die Untertagedeponie ergänzt werden.

Zusatzmodule für effiziente Arbeit fehlen

Der Tätigkeitsbericht des Geschäftsführers in der aktuellen Sitzung lässt darauf schließen, dass es beim Betrieb der Deponie in der Vergangenheit zu erheblichen Versäumnissen gekommen ist. So seien für die verwendete Software Updates nicht angeschafft worden, ebenso wenig wie Zusatzmodule, mit denen die Arbeit erheblich effizienter ausgeführt werden könnte.

Warum dies nicht geschah, könne er nicht sagen, da dies vor seiner Amtszeit passiert sei, erklärte Lang. Die Lücken zu schließen, erweise sich als kompliziert, auch weil die Server nicht optimal aufgestellt sind. Der Geschäftsführer hofft, dass die Maßnahmen im nächsten Jahr abgeschlossen werden können.

Dazu kommt, dass offenbar früher die Ausstattung der Deponie nicht systematisch katalogisiert wurde. Auch dies versucht Lang nun nachzuarbeiten. Schließlich gehen der Bagger und der Radlader der Deponie auf das Ende ihrer Lebenszeit zu, so dass die Suche nach geeigneten Nachfolgern begonnen hat. Während ein vollelektrischer Antrieb für diese Fahrzeuge schwierig erscheint, sieht es für eine Hybridlösung günstiger aus.

Haushaltsplan soll 2026 aufgestellt werden

Angesichts dieser zahlreichen Herausforderungen konnte in der aktuellen Sitzung der Zweckverbandsversammlung noch kein Haushaltsplan für das kommende Jahr vorgelegt werden. Dies soll in einer Sitzung in den ersten Monaten des neuen Jahres geschehen.

Positive Nachrichten gab es in der Sitzung auch: So ist die Trinkwasserleitung von Weinberg zur Deponie nun fertig. Allerdings kam es dabei zu Mehrkosten in Höhe von 25.000 Euro bei Gesamtkosten von 430.000 Euro. Außerdem gab es laut Lang eine Rückerstattung von 31.000 Euro bei der Umweltschadenversicherung der Deponie.

Die Arbeit auf der Deponie in Aurach soll durch eine Aufrüstung der Software effizienter organisiert werden, hieß es im Zweckverband zur Abfallbeseitigung. (Archivfoto: Jonas Volland)
Die Arbeit auf der Deponie in Aurach soll durch eine Aufrüstung der Software effizienter organisiert werden, hieß es im Zweckverband zur Abfallbeseitigung. (Archivfoto: Jonas Volland)
Die Arbeit auf der Deponie in Aurach soll durch eine Aufrüstung der Software effizienter organisiert werden, hieß es im Zweckverband zur Abfallbeseitigung. (Archivfoto: Jonas Volland)

Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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