Die Gemeinde Langenfeld (Landkreis Neustadt Aisch/Bad Windsheim) entwickelt ihren Innenort weiter. Im Anschluss an das gemeindeeigene griechische Restaurant renoviert die Kommune ein Bestandsgebäude an der Hauptstraße 21 und errichtet im Hinterhaus ein Gebäude für sechs Single-Wohnungen. Insgesamt entstehen elf Wohneinheiten.
Die Pläne dazu wurden am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung vorgestellt. Das schräg gegenüber dem Rathaus gelegene Gebäude ist den Langenfeldern als ehemaliges „Münzer-Anwesen“ bekannt. Der letzte Bewohner starb im Jahr 2022.
In dem zu renovierenden Haus direkt an der Hauptstraße 21 sollen fünf Wohnungen entstehen. Wie Bürgermeister Reinhard Streng erklärte, greift man dazu ein Förderprogramm ab, das genau definiert, wer dort einziehen darf. Der Wohnraum ist für ukrainische Kriegsflüchtlinge oder anerkannte Geflüchtete bestimmt. Ein Treppenhaus ist außerhalb des Gebäudes vorgesehen. Der zuständige Architekt ist Karlheinz Liebberger mit Büro in Bad Windsheim.
Im hinteren Bereich weichen Stall, Scheune und Hallen einem Neubau. Diesen stellte Uwe Hassler von der Astori GmbH aus Neustadt vor. Dort sollen sechs kleine Wohnungen geschaffen werden – in erster Linie für Singles, wie Streng sagte. Diese seien für jedermann zum Kauf oder zur Miete gedacht. Sie werden zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß sein.
Nur das Erdgeschoss bleibt barrierefrei, erklärte Hassler. Dort entstehen eine Wohnung und sechs Stauraumabteile, da das Haus ohne Keller ist. Ursprünglich sei zwar ein Aufzug geplant gewesen, um Barrierefreiheit zu schaffen. Aber diesen habe man wieder aus der Planung herausgenommen, da dieser zu viel von der Wohnfläche beansprucht hätte. Der Bürgermeister stand dem nicht ablehnend gegenüber, denn ein Aufzug würde die neuen Wohnungen verteuern – und diese Art des Wohnens soll bezahlbar bleiben. Wolfgang Rückert hielt die Größe der Wohnungen für „okay“.
Fünf Stellplätze werden geschaffen – eine Tatsache, die Michaela Hüttl aufbegehrte. Parkplätze würden für jeden Bewohner benötigt – und, wie es später in der Sitzung auch hieß, hätten ukrainische Geflüchtete meist große Autos. Streng beruhigte in Richtung Hüttl: Für die Erdgeschosswohnung finde man geeignete Menschen, die möglicherweise kein Auto benötigen. Hüttl gab zu bedenken, dass auch ein Mensch mit Behinderung einen Parkplatz für sein Mobil benötige.
Christina Biedermann sprach über die Zufahrtsstraße. Sie hoffe, dass in der Verlängerung der Zufahrtsstraße – nach Abriss der Lagerhallen – noch Platz für einen sechsten Autostellplatz wäre. Hassler wies darauf hin, dass ausreichend Radius dafür vorhanden sein müsste.
Im ersten Stock entstehen drei Zweizimmerwohnungen und im zweiten Stock zwei Dreizimmerwohnungen. Der Spitzboden soll nicht ausgebaut werden. Im hinteren Bereich des Münzer-Anwesens sei es nicht so einfach, Wohnungen zu planen, wie der Geschäftsführer sagte. Denn man musste auf der begrenzten Fläche auch den Brandschutz und drei Meter Abstand zum Nachbargrundstück berücksichtigen, habe aber nun alles untergebracht.
Dem Gemeindechef Streng schwebt noch eine Grundstücksbereinigung vor. „Ideal wäre, wir rücken das Gebäude ein wenig nach hinten – und fertig.“ Wenn man die Grenzbereinigung nicht hinbekomme, „dann wäre ich dafür, dass wir die Garage stehen lassen“.