Lichtenau bekommt ein Jugendhaus für Pfadfinder, Posaunenchor und Co. | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.03.2025 14:30

Lichtenau bekommt ein Jugendhaus für Pfadfinder, Posaunenchor und Co.

Das Gemeindehaus wird derzeit für die kirchliche Jugendarbeit genutzt. Künftig könnten sich hier auch die Besucher des gemeindlichen Jugendzentrums treffen. (Foto: Andrea Walke)
Das Gemeindehaus wird derzeit für die kirchliche Jugendarbeit genutzt. Künftig könnten sich hier auch die Besucher des gemeindlichen Jugendzentrums treffen. (Foto: Andrea Walke)
Das Gemeindehaus wird derzeit für die kirchliche Jugendarbeit genutzt. Künftig könnten sich hier auch die Besucher des gemeindlichen Jugendzentrums treffen. (Foto: Andrea Walke)

Bei der Jugendarbeit wollen die evangelische Kirchengemeinde und der Markt Lichtenau gemeinsame Sache machen – und zwar in Form eines Jugendhauses für alle Gruppen. Pfarrer Claus Ebeling stellte die Idee im Gemeinderat vor.

Aktuell treffen sich im evangelischen Gemeindehaus gegenüber der Dreieinigkeitskirche drei Pfadfindergruppen, die Jungschar und der Posaunenchor. Das Jugendzentrum beim Rosengarten unter der Leitung von Heike Rosenkranz ist Treffpunkt für die offene Jugendarbeit der Gemeinde. Es wird von Jugendlichen ab zwölf Jahren besucht.

„Jugendarbeit ist eine freiwillige Leistung, aber sie war uns immer wichtig“, betonte Bürgermeister Markus Nehmer. Nun ergibt sich die Gelegenheit, zusammenzuarbeiten und Synergieeffekte zu nutzen.

Die Kirchengemeinde und der Diakonieverein haben mit dem Gemeindehaus und dem Haus der Begegnung am Marktplatz zwei sehr schöne Gebäude in ihrem Besitz, stellte Pfarrer Claus Ebeling fest. Jedoch werde das Gemeindehaus von den Jugendgruppen und dem Posaunenchor nur an einigen Tagen in der Woche genutzt. „Wir heizen ein Gebäude, das sehr viel Geld kostet.“

Der Brandschutz steht im Weg

Deshalb habe die Überlegung im Raum gestanden, sagte Ebeling, das Gemeindehaus als Treffpunkt kirchlicher Gruppen aufzugeben und dort stattdessen Wohnungen einzurichten. Das sei aber wegen Brandschutzmängeln nicht möglich. Eine entsprechende Sanierung hätte rund 200.000 Euro verschlungen.

Einige Gruppen der Kirchengemeinde wie der Frauentreff, der Seniorenkreis, der Kirchenchor oder die Flötengruppe kommen bereits jetzt im Haus der Begegnung zusammen. Es ist aber nicht möglich, dass dort auch alle Jugendgruppen einziehen, weil der Platz beispielsweise für die Pfadfinder nicht ausreicht.

Als man das Gebäude, das bis 1971 als Pfarrhaus diente, zum Gemeindehaus umbaute, hieß es zunächst Jugendhaus, erinnerte Ebeling. Mit Blick darauf sei nun die Idee entstanden, die Räume wieder in dieser Form zu nutzen. Es wäre möglich, die gemeindliche und die kirchliche Jugendarbeit an einem Ort zu konzentrieren. Denkbar sei, die Räume auch für Jugendgruppen von Vereinen zu öffnen. In dem jetzigen Jugendzentrum, das dann frei würde, könnte man im Gegenzug zum Beispiel ein Café einrichten. Der Standort am Rosengarten wäre dafür bestens geeignet. „Ein Café in Lichtenau fehlt uns wirklich.“

Kosten sollen halbiert werden, der Nutzen verdoppelt

„Das Ziel ist, die Kosten zu halbieren und den Nutzen zu verdoppeln“, bemerkte Nehmer. „Wenn ich aus zwei Häusern ein Haus mache, ist es wirtschaftlicher.“ Gemeinderätin Gisela Strößner (Grüne) teilte mit, dass der Jugendausschuss das Gemeindehaus bereits besichtigt hat. „Wir waren alle der Meinung, es eignet sich gut als Jugendhaus.“ Ihr Fraktionskollege Manfred Eschenbacher fand es ebenfalls hervorragend, die Jugendarbeit dort zu konzentrieren: „Es könnte das soziale Herz von Lichtenau sein.“

Zu den Modalitäten sagte Ebeling: „Wir würden gern Eigentümer bleiben.“ Allerdings seien Kirchengemeinden bei der Städtebauförderung ausgenommen. Deshalb schlug er eine Form der Verpachtung vor, bei der die Gemeinde als Bauträger fungiert. „Wir wollen da wirklich nichts dran verdienen“, erklärte Ebeling. Es gehe allein darum, „dass man das Gebäude vernünftig erhält“.

Hauptamtliche Mitarbeiterin wäre hilfreich

Sinnvoll fände der Pfarrer, im Jugendhaus eine hauptamtliche Kraft zu beschäftigen und die Jugendlichen nach dem Prinzip der Selbstverwaltung zu beteiligen.

Gemeinderatsmitglied Roland Treiber (UWG) plädierte dafür, die Leiterin des Jugendzentrums, Heike Rosenkranz, in die Pläne einzubinden. Außerdem sprach er sich ebenfalls dafür aus, dass das Gemeindehaus in kirchlichem Besitz verbleibt. „Schon allein aus Kostengründen.“

„Wir werden es langfristig nicht schaffen, zwei Jugendeinrichtungen nebeneinander zu betreiben“, signalisierte zweiter Bürgermeister Friedrich Bauer seine Zustimmung. Er wollte noch wissen, ob die Brandschutzproblematik den Plänen für ein Jugendhaus entgegenstünde. „Das genießt Bestandsschutz“, versicherte Claus Ebeling. „Nur das wunderschön ausgebaute Dachgeschoss darf man nicht nutzen.“ Damals sei versäumt worden, die erforderlichen Anträge zu stellen. Eine Abstimmung erfolgte in der Sitzung noch nicht.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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