10,5 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Feuchtwangen für ihren Batteriespeicher. Die Container sind dieser Tage geliefert und aufgestellt worden. Am Freitag stellten Vertreter der Stadt sowie der beteiligten Firmen das Projekt vor. Demnach soll der Zehn-Megawatt-Speicher im Sommer ans Netz gehen.
Ziel der Anlage sei es, das Stromnetz der Stadtwerke zu stabilisieren und dabei „marktdeckend“ zu arbeiten, erklärten deren Leiter, Lothar Beckler und Thomas Stöhr. Dabei verwiesen sie auf die Solarparks der Werke sowie auf die geplanten Windräder. In Zeiten der Überproduktion nehme der Speicher gerade nicht benötigte Energie auf und gebe diese dann bei Bedarf wieder ab. Zudem ließen sich Überschüsse über das benachbarte Umspannwerk in das Leitungsnetz der N-Ergie einspeisen.
In den fünf Containern befinden sich jeweils 40 in Reihe geschaltete Lithium-Speicher-Module, von denen jedes 800 Kilogramm wiegt. Dazu berichtete der frühere Siemens-Mitarbeiter Werner Scholz, der das Projekt im Auftrag der Stadtwerke vor Ort betreut, dass jeder der Speicher 2,44-mal pro Tag komplett be- und entladen werden könne. Darüber hinaus gehörten zu der Anlage Wechselrichterstationen und Transformatoren zum Umspannwerk hin.
Derweil wurde der Standort so gewählt und angelegt, dass er die Möglichkeit für eine spätere Erweiterung der Speicher-Anlage bietet. Dazu betonten Lothar Beckler und Thomas Stöhr, die Anwohner seien von Anfang an in das Projekt eingebunden worden. Um sie vor Lärm zu schützen, werde ein 4,5 Meter hoher Erdwall um das Areal aufgeschüttet.
Die Idee für den Batterie-Speicher, für den keinerlei Fördermittel fließen, sei mit dem Bau der ersten stadtwerkeeigenen Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen entstanden. Mit der Studie zur Dekarbonisierung der Stadt habe sie im Jahr 2022 weiter Gestalt angenommen. Im Herbst 2023 sei das Vorhaben dann konkret auf den Weg gebracht worden.
Als Grund dafür, dass es dann eineinhalb Jahre bis zur Lieferung der Technik gedauert habe, vermutete Bürgermeister Patrick Ruh die allgemeine wirtschaftliche Situation ebenso wie die Konkurrenz durch noch größere Aufträge seitens der Industrie. Zugleich betonte der Rathauschef, dass nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die im Stadtgebiet ansässigen Firmen von dem Speicher profitierten. Die Anlage sei somit ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Feuchtwangen und ein weiterer Schritt hin zur bis 2035 angestrebten CO₂-Neutralität der Kommune.
Ergänzend hob Bürgermeister Ruh die Vorreiterrolle der Stadtwerke in Sachen Batterie-Speicher hervor: Es sei „spannend, wie viele Nachahmer“ inzwischen vergleichbare Vorhaben anstrebten.
Mit den technischen Lösungen zur Energiewende in Feuchtwangen befasst sich eine Expertenrunde. In ihr arbeiten Vertreter der Stadtwerke, der Hochschule und des Siemens-Konzerns zusammen. Dieser ist mit Projektentwickler Dr. Rainer Saliger auch federführend für den Bau des Batterie-Speichers zuständig.