Das Mundart-Festival „Edzerdla“ in Burgbernheim hat 3000 Besucher angelockt. „Es war für uns ein rundum gelungenes Wochenende“, sagte Bürgermeister Matthias Schwarz. Er schloss eine weitere Auflage nicht aus. Diese könnte frühestens im Jahr 2027 stattfinden.
Auf dem Gelände, aber auch per Mail und Handy bekam der Burgbernheimer Bürgermeister Schwarz Lobeshymnen zu hören. „Die Resonanz war super positiv.“ Für die Stadt mit rund 3500 Einwohnern in der südwestlichsten Ecke des Landkreises ist der Werbeeffekt enorm. Nicht nur am Wochenende, auch übers Jahr verteilt lockt das Festival Menschen nach Burgbernheim, die sonst nie dorthin kommen würden, ist Schwarz überzeugt.
Während diese wirtschaftlichen Impulse nicht messbar sind, folgt nun der Kassensturz für die Stadt als Veranstalter. Am Freitagabend wurden 600 Besucher gezählt, am Samstag 1400 und am Sonntag 1000. Am Mundartgottesdienst nahmen rund 700 Personen teil. Sie sind nicht in der Bilanz enthalten, weil dafür der Eintritt frei war.
Schwarz bedauerte, dass die Stadt zwar vom Bezirk Mittelfranken eine Förderung von 7500 Euro bekam, aber keinen einzigen Euro vom Freistaat Bayern. „Es wäre schön, wenn wir auch vom Freistaat eine Unterstützung bekommen würden.“ Umso wichtiger seien bei der dritten Auflage nach 2016 und 2018 die Sponsoren und ehrenamtlichen Helfer gewesen. „Ein großer Dank an alle.“
Für eine Entscheidung, ob es ein viertes Festival in Burgbernheim geben kann, ist es noch zu früh, betonte Schwarz. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung sei für die Stadt nicht alljährlich zu stemmen, weshalb 2025 ebenso wenig in Frage kommt wie 2026, weil hier die Kommunalwahlen alle Kräfte der Verwaltung im Frühjahr binden. Damit sei 2027 der frühestmögliche Zeitpunkt, so der Bürgermeister.
Der aus Dachsbach im Aischgrund stammende künstlerische Leiter Helmut Haberkamm unterstrich die zentrale Rolle des Festivals als einziger großer Treffpunkt der fränkischen Kultur. „Die enorme Vielfalt der Mundart und der Menschen, die damit kreativ sind, sieht man nur in Burgbernheim“, sagte der bekannteste Mundartautor Frankens. Nirgends sonst gäbe es die Chance, dass Musiker, Sänger und Autoren aus dem gesamten fränkischen Sprachraum sich begegnen. Daraus werden neue Projekte und Konzerte entstehen, ist er überzeugt.
Für eine vierte Auflage wäre ein eingespieltes Team mit rund 150 ehrenamtlichen Helfern vorhanden, sagte Stefan Schuster, zweiter Bürgermeister und organisatorischer Leiter des Festivals. „Wir konnten jetzt schon das Konzept von 2018 weitgehend übernehmen.“
Wichtigste Neuerung war, dass die zwölf ständig besetzten Posten von der Kasse bis zur 500 Meter entfernten Streuobstbühne über Funk miteinander verbunden waren. Schuster – Polizeirat und stellvertretender Leiter der Ansbacher Inspektion – gab auch hier seine Erfahrungen vom Taubertal-Festival gerne weiter. Er war als langjähriger Leiter der Rothenburger Polizei oft für die Sicherheit im Taubertal verantwortlich.