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Veröffentlicht am 23.04.2023 10:35

Obst- und Gartenbauverein Feuchtwangen sucht Nachwuchs

Mitglieder des Vorstandsteams des Obst- und Gartenbauvereins Feuchtwangen in der Mosterei (von links): Nancy Müller, Reiner Schöbel, Kathrin Schulz, Hermann Ebert, Markus Haas und Jens Setzer möchten, dass die Vereinigung bestehen bleibt. (Foto: Jasmin Kiendl)
Mitglieder des Vorstandsteams des Obst- und Gartenbauvereins Feuchtwangen in der Mosterei (von links): Nancy Müller, Reiner Schöbel, Kathrin Schulz, Hermann Ebert, Markus Haas und Jens Setzer möchten, dass die Vereinigung bestehen bleibt. (Foto: Jasmin Kiendl)
Mitglieder des Vorstandsteams des Obst- und Gartenbauvereins Feuchtwangen in der Mosterei (von links): Nancy Müller, Reiner Schöbel, Kathrin Schulz, Hermann Ebert, Markus Haas und Jens Setzer möchten, dass die Vereinigung bestehen bleibt. (Foto: Jasmin Kiendl)

Im Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Feuchtwangen steht ein personeller Umbruch bevor. Bei den Wahlen 2024 müssen einige Posten neu besetzt werden. Das Ziel der Verantwortlichen bis dahin: Kandidatinnen und Kandidaten finden. Denn die Auflösung des Vereins wollen sie unbedingt verhindern.

Der Obst- und Gartenbauverein sei eine „Institution in Feuchtwangen“, sagt Vorsitzender Reiner Schöbel. Es ist ihm sichtlich eine Herzensangelegenheit, dass es weitergeht.

Perspektive mit einem jüngeren Führungsteam gesucht

Reiner Schöbel will nach 15 Jahren die Vereinsführung abgeben – aus gesundheitlichen Gründen. Neben ihm werden sich auch zweiter Vorsitzender Hermann Ebert nach elf Jahren, die Verantwortliche für die Beitragskasse, Kathrin Schulz, und Beisitzerin Marianne Graßmüller nicht mehr zur Verfügung stellen.

Er sei aber bereit, das Amt des Schatzmeisters – künftig ist eine Trennung in Wirtschafts- und Beitragskasse nicht mehr notwendig – zu bekleiden, erklärt Schöbel. Vorausgesetzt, es findet sich ein komplettes Vorstandsteam.

Gerne würde Schöbel die Vereinsführung in jüngeren Händen wissen, auch perspektivisch gesehen. Wer sich vorstellen kann, Verantwortung zu übernehmen, soll sich melden. Interessierte könnten an der Seite des aktuellen Vorstandsteams unverbindlich reinschnuppern, heißt es.

Viele Veranstaltungen mit Tradition

Der Obst- und Gartenbauverein Feuchtwangen ist ein rühriger Verein mit vielen Traditionsveranstaltungen: Grillfest, Tag der offenen Tür, verschiedene Ausflüge, Fachvorträge und Ferienprogramm-Aktionen. Projekte mit der Stadt-Schule und dem Gymnasium kommen dazu.

Die künftige Vereinsführung könne aber selbstverständlich eigene Ideen einbringen, innovativ sein, betont die Verantwortliche für die Wirtschaftkasse, Nancy Müller.

Mit seinen 392 Mitgliedern zählt der Obst- und Gartenbauverein zu den großen Vereinen in Feuchtwangens Stadtgebiet. Ein Problem ist laut Schöbel die Altersstruktur. Fast die Hälfte der Mitglieder sei über 70 Jahre alt. Nur zehn Mitglieder seien zwischen 28 und 40 Jahre alt.

Um bereits beim Nachwuchs die Neugier für den Obst- und Gartenbau zu wecken, hat die Feuchtwanger Vereinigung die Kindergruppe „Renetten“ gegründet. Die Initiative dafür ging von Nancy Müller aus. Die Mädchen und Jungen treffen sich einmal im Monat.

Mosterei in Aichenzell als wichtiges Standbein

Das „Standbein“ des Vereins sei die Mosterei im Stadtteil Aichenzell, hebt Schöbel hervor. 400 Kundinnen und Kunden lieferten im vergangenen Jahr Obst an. Insgesamt seien rund 75 Tonnen Äpfel, Quitten und Birnen verarbeitet worden. Von der Saftproduktion seien rund 500 Liter an Kindergärten und die Tagespflege gespendet worden.

Immer samstags von 11 bis 12 Uhr können in der Mosterei verschiedene Säfte sowie Produkte von Mitgliedern des örtlichen Imkervereins erworben werden. Dieses Angebot werde sehr gut angenommen. „Die Leute sind auf den Geschmack gekommen“, so der Vorsitzende.

„Rentiert“ habe sich die neue Anlage. 2019 wurde sie für rund 72.000 Euro angeschafft. Im Vergleich zu vorher kann die dreifache Menge abgefüllt werden. Außerdem ist die vorgeschriebene Temperatur programmierbar. Für den Kauf bekam der Verein seinerzeit eine Leader-Förderung von über 20.000 Euro. Wenn die Anlage jedoch nicht zehn Jahre in Betrieb sei, müsse man den Zuschuss zurückzahlen, so Schöbel.

Man müsse sich eines klar machen, hebt zweiter Vorsitzender Hermann Ebert hervor: Falls sich kein Vorstandsteam finde und der Verein aufgelöst würde, fielen die Liegenschaften an die Stadt. Im Obergeschoss des Mostereigebäudes haben die Modelleisenbahnfreunde Sulzach-Express ihr Domizil. Zudem gibt es auf dem Gelände in Aichenzell eine Boule-Bahn.

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