Öl, Acryl und jede Menge Humor im Karpfenmuseum in Neustadt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.06.2025 18:45

Öl, Acryl und jede Menge Humor im Karpfenmuseum in Neustadt

Peter Pabst zeigt in der Heimatfestausstellung im Alten Schloss seinen Blick auf Neustadt. (Foto: Nicole Gunkel)
Peter Pabst zeigt in der Heimatfestausstellung im Alten Schloss seinen Blick auf Neustadt. (Foto: Nicole Gunkel)
Peter Pabst zeigt in der Heimatfestausstellung im Alten Schloss seinen Blick auf Neustadt. (Foto: Nicole Gunkel)

Er gehört zu Neustadt „wie der Geißbock und das Karpfenmuseum“: So beschrieb Autor Helmut Haberkamm Peter Pabst einst im Jahr 2013 zu dessen 60. Geburtstag im Vorwort von Pabsts „Bilderbuch“. Dass der Künstler in eben jenem Karpfenmuseum anlässlich des Heimatfestes ausstellt, passt also hervorragend.

„Heimat kann manchmal auch anstrengend sein“, sagte Pabst zur Eröffnung seiner Vernissage, zu der sich die Gäste schnaufend die Treppen zu den Ausstellungsräumen hochgekämpft hatten. Die rund 40 geladenen Besucher sollten für ihre Anstrengungen belohnt werden, denn der Künstler präsentierte ihnen einen bunten Strauß an Neustädter Motiven, die „ansteckend dynamisch“ seien, wie Laudator Hans Groscurth in seiner lebhaften Ansprache unterstrich.

Nein, er wird jetzt keine Rede über Heimat halten, sagte Pabst, der 1971 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studierte, 2002 Kulturpreisträger der Stadt Neustadt wurde und Mitinitiator der Neustädter Druckstube im Alten Schloss ist. Lieber wollte er seine Bilder für sich selbst sprechen lassen. Und das tun sie. So finden sich unter den Motiven „Places to be“, die bei keiner Stadtführung fehlen dürfen, wie der Bleichweiher oder der Pulverturm.

„Fantastischer Frankenrealismus“

Doch Peter Pabst wäre nicht Peter Pabst, wenn nicht sein ureigener Humor in seinen Werken in Öl oder Acryl Ausdruck fände. Mal plakativ, wie bei seinem Bild vom Nürnberger Tor, vor dem sich der Maler selbst karikiert und mit Farbpalette und Pinseln ins Bild hineingemalt hat. Mal subtil, wenn erst beim zweiten Blick ein Karpfen durchs Bild schwimmt.

Es sei eben „fantastischer Frankenrealismus“, geriet Laudator Groscurth ins Schwärmen und verwies auf das Werk „Königin sucht König“, in dem die traditionelle Streuobstwiese auf der zweiten Ebene zum Mikrokosmos der Feen- und Fabelgestalten wird. Wie bunte Wimmelbilder fesseln Peter Pabsts Werke das Auge des Betrachters und laden zum Schauen, Entdecken und Schmunzeln ein.

Begriffsklärung per Publikum

Groscurth stimmte in seiner Rede sowohl auf den Ausstellungsbesuch als auch auf das bevorstehende Heimatfest vom 25. bis 27. Juli ein. „Was ist für euch Heimat?“, wollte er wissen. „Ein Ort, wo man nicht den Bauch einziehen muss“, zitierte er den Kabarettisten Otfried Fischer. Heimat sei aber auch ein „Fass ohne Boden“, so sein Fazit, nachdem er im Publikum Begriffe gesammelt hatte.

Weil unter den Gästen auch Stefan Beyer von der Firma Frankenbrunnen saß, konnte endlich auch die Frage geklärt werden, wo eigentlich der Name des Neustädter Nationalgetränks „Raspa“ herkommt. Es stehe für „rein aus sonnengereiften prallen Apfelsinen“, klärte Beyer auf. Heimat schmeckt eben auch.

So ließ Groscurth Karamellbonbons durch die Reihen gehen. „Die Antwort der Neustädter Einzelhändler auf die Bestechungsversuche der örtlichen Metzger“, so der Laudator lachend. Die Vernissage sprach aber nicht nur die Seh- und Geschmacksnerven an, sondern bot auch Sinnliches für die Ohren. Dafür sorgten Moritz Pabst – der Sohn des Künstlers – und Thomas Gußner mit musikalischen Einlagen, darunter sieben Miniaturen für die Posaune.

Peter Pabsts Heimatfestausstellung ist bis 3. August im Obergeschoss des Alten Schlosses Neustadt zu sehen.

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