Aus dem Nahwärmenetz im Ansbacher Ortsteil Elpersdorf wird wohl nichts. „Die Preise sind explodiert”, fasste Holger Hausruckinger, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Nahwärme Elpersdorf, die Situation zusammen. Vor wenigen Tagen hat er die Zahlen in der Mitgliederversammlung vorgelegt.
Noch im Januar hatte Aufbruchstimmung in dem Ansbacher Ortsteil geherrscht. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hatte die Förderzusage geschickt. Spätestens im April sollte der Bau beginnen, kündigten Hausruckinger und seine Mitstreiter damals an. Das Ziel war eine Inbetriebnahme vor der Heizsaison in diesem Winterhalbjahr.
Doch dann kam die Ernüchterung. „Wir hatten extra im Winter ausgeschrieben, weil wir uns davon bessere Preise erhofft hatten”, erklärte Hausruckinger im Gespräch mit der FLZ. Doch davon war bei den Angeboten nichts zu spüren. Und mit den Preisen stiegen die Zinsen. Die Verantwortlichen traten erstmal auf die Bremse. „In Summe waren die Entwicklungen einfach toxisch für unser Vorhaben.”
Kalkuliert waren die Gesamtkosten auf etwa 4,4 Millionen Euro. 40 Prozent davon sollten als Zuschuss fließen. Die restliche Finanzierung sollte über Genossenschaftsanteile und Bankdarlehen erfolgen.
Ursprünglich wollten die Eigentümer von 93 Anwesen – verteilt über ganz Elpersdorf – mitmachen. „Das wären etwa 250 Wohneinheiten gewesen”, erklärte der Genossenschaftsvorstand. Eine 5,5 Kilometer lange Trasse quer durch Elpersdorf war geplant. Die Energieversorgung sollte zum großen Teil über die Biogasanlage von Landwirt Jürgen Schwab in Dombach im Loch erfolgen. Für die Kältespitzen war eine Hackschnitzelheizung mit einer Leistung von 900 Kilowatt zwischen Dombach und Elpersdorf geplant.
Durch die Verzögerungen seien immer mehr Interessierte abgesprungen, berichtete Hausruckinger. Zum Teil mussten sie handeln, weil die bisherige Heizung den Geist aufgab. Schlussendlich sind es inzwischen nicht mehr 93, sondern 66, die noch an Bord waren. Das hat dem Vorhaben aus Sicht Hausruckingers endgültig das Genick gebrochen. Denn mit weniger Abnehmenden wird das Netz immer unwirtschaftlicher. Mit einer Gasheizung könne man damit momentan nicht konkurrieren. „Das ist zumindest der Stand heute.”
Holger Hausruckinger bedauert die Entwicklung. Er und die anderen Verantwortlichen der Genossenschaft haben in den vergangenen Jahren viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Allein die Machbarkeitsstudie war eine echte Herausforderung. Er hofft, dass die Idee nicht endgültig vom Tisch ist, sondern in ein paar Jahren neu aufleben kann.
Allerdings ist es aus seiner Sicht nicht sinnvoll, die Genossenschaft so lange am Leben zu halten. Denn diese kostet Geld. Unter anderem muss jedes Jahr eine Bilanz veröffentlicht werden, gibt er zu bedenken. Noch haben die rund 90 Mitglieder keinen Auflösungsbeschluss gefasst, doch Hausruckinger geht davon aus, dass das bei der nächsten Versammlung Thema sein wird. Dann folgt ein Liquidationsjahr, damit etwaige Forderungen noch geltend gemacht werden können. Außerdem erhalten die Mitglieder ihre Einlagen zurück. Erst dann wird die Nahwärme Elpersdorf eG Geschichte sein.