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Veröffentlicht am 24.07.2024 13:45

Senioren in Rothenburg fordern einen Fitness-Parcours für alle

Auf der Grünfläche neben dem Parkplatz am Bezoldweg hätten die zwei Fitnessgeräte aufgestellt werden sollen. Jetzt wird noch einmal neu überlegt. (Foto: Simone Hedler)
Auf der Grünfläche neben dem Parkplatz am Bezoldweg hätten die zwei Fitnessgeräte aufgestellt werden sollen. Jetzt wird noch einmal neu überlegt. (Foto: Simone Hedler)
Auf der Grünfläche neben dem Parkplatz am Bezoldweg hätten die zwei Fitnessgeräte aufgestellt werden sollen. Jetzt wird noch einmal neu überlegt. (Foto: Simone Hedler)

Die Standortsuche für den vom Gemeinschaftsbeirat angeregten Bewegungsparcours ist mittlerweile schon ein Dauerbrenner-Thema. Im Bauausschuss wurde erneut darüber diskutiert. Und obwohl die Entscheidung nochmals vertagt wurde, ist man einen Schritt weiter.

Denn in Zukunft soll es nicht mehr um einzelne Fitnessgeräte gehen, sondern um einen kompletten Fitnessparcours. Im Jahr 2022 hatte der Gemeinschaftsbeirat das Projekt angeregt und die Stadt gebeten, einen geeigneten Standort zur Verfügung zu stellen. Zwei Geräte wurden finanziert: ein Crosstrainer und ein Gerät für Klimmzüge.

Aufenthaltsqualität am Bezoldweg „nicht gut“

Seitdem wurden in verschiedenen Gremien zahlreiche Standorte diskutiert und verworfen. Genehmigt wurde schließlich eine Grünfläche neben dem Parkplatz am Bezoldweg.

Mit dem allerdings ist der Gemeinschaftsbeirat nicht glücklich: Zwar sei der Platz gut erreichbar, „aber die Aufenthaltsqualität ist nicht gut“, legte Uta Rudolph, Vorsitzende des Gemeinschaftsbeirates dar. Zwar gebe es Bäume zur Beschattung und auch genügend Platz für eine Erweiterung, doch die Emissions- und Geräuschbelastung sprächen gegen den Standort.

Der Beirat brachte zwei Alternativen ins Spiel: die Athis-Mons-Anlage, die in einer früheren Sitzung des Bauausschusses keine Mehrheit gefunden hatte, und die neue Freizeitanlage am Steinacher Weg. Aus dem Stadtrat kamen ebenfalls zwei zusätzliche Vorschläge: Eine Fläche im Umgriff der Tennisanlage und der ehemalige Bärenspielplatz am Galgentor.

Eher für Einheimische oder auch für Gäste?

In der Diskussion kristallisierte sich allerdings heraus, dass für die Mitglieder des Bauausschusses nach wie vor Fragen zum Standort offen waren: Wer soll die Geräte nutzen: die Rothenburger Bevölkerung oder auch Gäste der Stadt? Soll die Fläche eher gut sichtbar sein, beispielsweise am Rande eines Wanderweges, oder weniger einsehbar, um ungestört an den Geräten trainieren zu können?

Einiges konnte Uta Rudolph beantworten: Es gehe um einen Bewegungs- und Begegnungsort für Bürgerinnen und Bürger und Gäste gleichermaßen. An einem schönen Platz. Und sie betonte außerdem, dass die zwei Geräte erst der Anfang sein sollen und der Gemeinschaftsbeirat eigentlich einen größeren Parcours vor Augen habe, der nach und nach angelegt wird.

„Wir wollen sechs oder sieben Geräte, nicht nur zwei“, unterstützte sie Wilhelm Arnold, Vorsitzender des Seniorenbeirates und ebenfalls im Gemeinschaftsbeirat aktiv.

Finanzierungshilfe durch Sponsoren

Den Hinweis von Oberbürgermeister Dr. Markus Naser, dass ein größerer Parcours bereits in der Vergangenheit vom Stadtrat abgelehnt wurde, vor allem wegen der Kosten, konterte Arnold: „Dann müssen wir eben Sponsoren für die Geräte suchen.“ Und er sicherte zu, in den kommenden Wochen zwei weitere Geräte zu organisieren. Außerdem regte er an, den Platz mit Sitzgelegenheiten und weiteren Angeboten wie beispielsweise einer Boule-Anlage zu erweitern.

Dr. Dr. Günther Strobl (SPD) merkte an, dass es dann nicht mehr um die Aufstellung von Fitnessgeräten, sondern um die Einrichtung eines Parcours gehe. „Das ist etwas ganz anderes“, dafür benötige man einen neuen Stadtratsbeschluss.

„Wenn die Stadt keine Geräte finanzieren muss, ist das eine ganz neue Lage“, meinte auch Dr. Wolfgang Scheurer (CSU). Ziel sei doch, dass am Ende alle zufrieden sind. Daher plädierte er dafür, die Entscheidung zu vertagen und sich unter den veränderten Vorzeichen erneut Gedanken zu machen. Rudolph und Arnold waren damit einverstanden und auch der Bauausschuss stimmte einhellig zu. Scheurers Fazit: „Wir nehmen die Kuh heute vom Eis, sonst rutscht sie aus.“

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