Beim Thema Barrierefreiheit macht der Landkreis Ansbach kontinuierlich Fortschritte. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, weiß Gerhard Siegler, der Beauftragte des Kreises für die Belange von Menschen mit Behinderung.
Siegler nutzte seinen jährlichen Bericht im Kreistag nicht nur dafür, über seine Tätigkeit zu informieren, sondern auch für Inklusion und Barrierefreiheit zu werben. „Das Ziel ist die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebenslagen“, sagte er. Es sei schon einiges erreicht worden, aber bis zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft sei es noch ein weiter Weg. Dabei leben nach Sieglers Worten etwa 15 Prozent der Bevölkerung mit einer Behinderung.
Er berät den Landkreis und die Kommunen bei der Verbesserung der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und allgemein im öffentlichen Raum sowie bei der Integration behinderter Menschen.
Dazu gehören Stellungnahmen, Anträge und Empfehlungen ebenso wie der Kontakt mit Betroffenen sowie die Koordination von Aktivitäten. Für Menschen mit Behinderung sei Barrierefreiheit zwingend notwendig, für ältere Menschen und Eltern mit Kindern hilfreich und für alle Menschen komfortabel, argumentierte Siegler.
Die Themen, zu denen er Betroffene und Angehörige informiert, sind vielfältig: Sie reichen von der Wohnraumförderung über zugestellte Gehwege, Fördermöglichkeiten und behindertengerechtem Bauen bis hin zu einem offenen Ohr bei persönlichen Sorgen, Nöten und Ängsten. Der zeitaufwendigste Teil seiner Arbeit sind jedoch die Stellungnahmen bei Baumaßnahmen und Beschaffungen.
Wenn staatliche Zuschüsse fließen, ist meist das Votum des des Behindertenbeauftragten notwendig. Dabei berücksichtigt Gerhard Siegler, ob es angemessen ist, eine vollständige Barrierefreiheit zu fordern. Barrierefreiheit sei aber nicht nur eine bauliche Maßnahme. Sie betreffe alle Lebensbereiche.
Neue Busse, die von Unternehmen im Landkreis gekauft werden, sind meist Niederflurbusse mit einem Rollstuhlplatz. Sie müssen die Vorgaben hinsichtlich der Barrierefreiheit erfüllen, wenn Fördergelder fließen sollen.
Seit seinem letzten Bericht habe es im Landkreis Ansbach und seinen Gemeinden wieder erhebliche Investitionen gegeben. Es seien Barrieren abgebaut und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen ausgebaut worden. Der barrierefreie öffentliche Nahverkehr komme gut voran und öffentliche Gebäude würden weitestgehend barrierefrei geplant und gebaut. Bei Verkehrs- und Außenanlagen sei „manchmal Überzeugungsarbeit notwendig“. Beim Internetauftritt des Landkreises sei man „gut aufgestellt“, stellte der Beauftragte fest.
Wichtig für seine Arbeit seien Netzwerkarbeit, Kommunikation und Wertschätzung. Im Schulbereich hob Siegler die Arbeit an der Grundschule Dietenhofen hervor. Es sei „beeindruckend“, was dort in Sachen Inklusion geleistet werde. Ein weiteres Vorzeigeprojekt ist das Bürgerhaus in Weidenbach, das mit dem Signet „Bayern barrierefrei – wir sind dabei“ ausgezeichnet wurde. „Ob beim Einkaufen, am Arbeitsplatz, in der Schule, auf Veranstaltungen, in Vereinen oder im Kreis der Familie: Jeder wird von der Gesellschaft so akzeptiert, wie er ist, und kann ein Leben ohne Barrieren führen. Machen wir es gemeinsam möglich!“, fasste Gerhard Siegler seine Zielsetzung zusammen.