Bereits der 100. Storch hat im Mosbacher Nest seinen Ring erhalten. Dies nahm die Bevölkerung zum Anlass, den Geburtstag dieses „Jubiläumskinds” ausgelassen zu feiern – obwohl Jungstorch Thom da schon seinen Weg ins Winterquartier angetreten hatte.
Bei seiner Beringung im Frühsommer erhielt der Vogel den Namen Thom. Dies geschah zu Ehren des verstorbenen Feuchtwanger Storchenexperten Thomas Ziegler, der viele Jahre lang die Vögel in der Region – darunter auch die in Mosbach – betreut hatte. Derweil wurde Thom von Sabine Edelberg beringt, die diese Aufgabe von Thomas Ziegler übernommen hat.
Für die Feier jetzt gab es allerdings gleich einen doppelten Anlass, wie Kommandant David Müller von der Freiwilligen Feuerwehr Mosbach-Tribur in einer Pressemitteilung schreibt. Denn an dem Abend stellten die Anwesenden fest, dass der erste Aufenthalt eines Storchenpaares in dem Feuchtwanger Ortsteil an der Wörnitz bereits im Jahr 1914, also vor genau 111 Jahren, dokumentiert ist. Damals habe sich das Nest allerdings noch auf dem Kirchturm befunden.
Vor fast 60 Jahren hätten die Störche ihr Quartier dann auf dem Kamin der Molkerei, die damals durch einen Neubau ersetzt wurde, bezogen, so Müller. Fast genauso lange werde nun auch die Zahl der Jungtiere akribisch Jahr für Jahr notiert. Ebenso halte Dorfchronist Karl-Heinz Belger, der diese Aufgabe von Karl Wesenbeck übernommen hat, die Ankunfts- sowie die Abreisetage der Störche aus beziehungsweise in ihr Winterquartier fest.
Demnach konnten die Mosbacher bereits 1972 eine Rekordbrut mit fünf Jungtieren verzeichnen. Aber: „Bange Jahre vergingen, als sich Ende der 1980er Jahre für ein Jahrzehnt kein Storchenpaar mehr im Ort niederlassen wollte und somit auch der jedes Jahr ersehnte Storchennachwuchs auf sich warten ließ.”
Später seien derlei Bedenken erneut aufgekommen, als 2012 der Kamin wegen Einsturzgefahr teilweise abgetragen und das Nest somit um einige Meter herabgesetzt worden sei. Ebenfalls hätten sich die Menschen in Mosbach Sorgen gemacht, als die Sirene aufgrund des Kindergartenneubaus direkt neben das Nest gesetzt wurde. „Doch die Störche ließen sich dadurch nicht abschrecken und kehrten immer wieder zurück.”
Seit 30 Jahren freuten sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfs nun über regelmäßigen Nachwuchs im Storchennest und so sei bei einigen von ihnen die Idee entstanden, das Storchen-Jubiläum in diesem Jahr gebührend zu feiern. Die Bewirtung der Gäste übernahmen die Festdamen der Feuerwehren Mosbach-Tribur und Kühnhardt-Seiderzell. Ihnen kommen laut Müller auch die Einnahmen des Abends zugute, um damit neue Kleider für das 125. Jubiläum beider Wehren im kommenden Jahr zu finanzieren.
Dieses Jubiläum startet dann am Freitag, dem 24. Juli 2026, mit dem Festkommers und der Blaskapelle Illenschwang. Zudem kündigt der Kommandant bereits für den darauf folgenden Samstag einen Auftritt der Bayern3-Band an. Am Sonntag, 26. Juli, stehe dann ein großer Festumzug durch Kühnhardt auf dem Programm.