Viele Höhen und Tiefen hat der 1990 gegründete Tierschutzverein Feuchtwangen und Umgebung in seiner Geschichte durchlaufen. Auf eine Konstante konnten die Verantwortlichen jedoch bauen: das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder. Ohne dieses wäre die intensive Art der Vereinsarbeit nicht möglich, betont Vorsitzender Walter Weihermann.
Allein 2024 galt es insgesamt 130 Katzen – 2023 waren es 93 – zu versorgen und medizinisch zu behandeln. Die meisten waren Fundtiere. Die Hauptpflegestelle bei Kathrin Bauer leistete hierbei einen „überaus wertschätzenden” Beitrag, betonte Weihermann laut einer Pressemitteilung in der Hauptversammlung und stellte heraus, dass die Mitglieder die zahlreichen Tierarztbesuche und die damit verbundenen Fahrten ohne jegliche Bezahlung der anfallenden Kosten übernehmen.
In den vergangenen Jahren nahm der Verein vermehrt trächtige Katzen beziehungsweise Katzen mit einem Wurf auf, was eine intensive Pflegearbeit mit sich bringe. Insbesondere Flaschenbabys, die alle drei bis vier Stunden, auch nachts, mit der Hand gefüttert werden müssen, stellten eine besondere Herausforderung für die Pflegestellen dar.
Neben mehreren Fundhunden wurde sich 2024 auch wieder um diverse Wildtiere gekümmert beziehungsweise der Kontakt zu Sachkundigen hergestellt. Nach wie vor aber liegt das Hauptaugenmerk des 130 Mitglieder zählenden Feuchtwanger Tierschutzvereins, den sieben Personen vor 35 Jahren gegründet haben, auf der Vermeidung von Katzenelend durch konsequente Kastrationsaktionen. Durch letztere konnte dazu beigetragen werden, dass die ungehemmte Katzenschwemme und das einhergehende Leid der Tiere zumindest reduziert werden konnten. Aber: „Es muss hier jedoch noch viel mehr erreicht werden.”
In diesem Zusammenhang appellieren die Feuchtwanger Tierschützerinnen und Tierschützer erneut an alle Personen, die Katzen besitzen, dieses unbedingt kastrieren zu lassen – eventuell auch mit Unterstützung des Vereins –, um unnötiges Katzenelend zu vermeiden. Gehofft wird auf eine Kastrationspflicht seitens der Politik für alle frei laufenden Katzen. Es ergeht auch die Bitte, die Vierbeiner chippen zu lassen, sodass sie im Notfall zugeordnet und zurückgegeben werden können.
Die Vermittlung von Katzen und Katzenbabys gestaltete sich 2024 schwieriger als in den Vorjahren. Nach Ansicht der Verantwortlichen des Vereins bereiten die steigenden Kosten für Tierarztbehandlungen und Medikamente vielen Menschen Probleme.
In der Hauptversammlung standen auch Vorstandwahlen auf der Tagesordnung. Das bisherige Vorstandteam wurde dabei bestätigt. Walter Weihermann bleibt Vorsitzender und Karin Sirois seine Stellvertreterin. Corina Weihermann fungiert weiterhin als Schatzmeisterin und Kathrin Bauer als Schriftführerin. Die Kasse wird von Regine Hopf und Herbert Sirois geprüft.
Der Kassenbericht ergab ein beträchtliches Defizit, das hauptsächlich den enorm angestiegenen Tierarztkosten geschuldet sei und aus Rücklagen ausgeglichen werden musste, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Hier sei die von Moritz Hopf initiierte und überaus erfolgreiche Nistkästen-Aktion in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Ansbach zum Rettungsanker geworden. Der Erlös vom Verkauf der in den Kindergärten der Umgebung bemalten 250 Vogelhäuschen floss, nach Abzug der Materialkosten, vollumfänglich dem Tierschutzverein zu. Einige Exemplare seien noch erhältlich und können über den Verein erworben werden.
Die meisten Einnahmen seien durch Spenden generiert worden, auf die der Feuchtwanger Tierschutzverein auch in Zukunft dringend angewiesen sei, die aber auch das große Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit der Mitglieder widerspiegelten. „Die Spenden kommen zu hundert Prozent dort an, wo sie gebraucht werden”, wird betont. Die Stadt Feuchtwangen gewährt jährlich eine Zuschusspauschale, wofür die Verantwortlichen ebenfalls danken.