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Veröffentlicht am 11.04.2025 15:00

Unternehmensgründer im Landkreis Ansbach erhalten Hilfe

Theresa Ulm ist eine der HeimatUnternehmerinnen und hat ihre Konditorei in Leutershausen eröffnet. Unterstützt wird sie von Ihrem Mann Christian Klasen. (Foto: Mathias Neigenfind)
Theresa Ulm ist eine der HeimatUnternehmerinnen und hat ihre Konditorei in Leutershausen eröffnet. Unterstützt wird sie von Ihrem Mann Christian Klasen. (Foto: Mathias Neigenfind)
Theresa Ulm ist eine der HeimatUnternehmerinnen und hat ihre Konditorei in Leutershausen eröffnet. Unterstützt wird sie von Ihrem Mann Christian Klasen. (Foto: Mathias Neigenfind)

Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist oft ein steiniger Weg. Im Netzwerk HeimatUnternehmen bekommen sie Unterstützung, gerade für die erste Hürden zu Beginn.

„Es gibt Cafés, aber kaum noch Konditoreien“, sagt Theresa Ulm, die gerade ihren Traum in Leutershausen verwirklicht hat. Es war immer ihr großer Wunsch, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. So hat sie schon ihren Berufswunsch daraufhin ausgelegt. Zuerst lernt Theresa Ulm Köchin – hier liebt sie vor allem den Bereich „Nachtisch“, also Pâtisserie. Danach folgt eine Konditorenausbildung in Füssen, später die Meisterschule in Heidelberg.

Über Regensburg und Bremen geht es schließlich nach Hamburg. Dann kam Corona. In Hamburg wurden noch ihre beiden Kinder geboren und dann ging es zurück in die Heimat, in den Landkreis Ansbach. Während Ehemann Christian Klasen als Koch schnell eine neue Arbeit fand, war es für Theresa Ulm gar nicht so einfach, denn hier gibt es kaum Konditoreien.

Mehrere Hürden auf dem Weg zur Selbstständigkeit

So kam der alte Wunsch nach einem eigenen Geschäft wieder auf. Gar nicht so einfach mit zwei Kindern, doch die Eltern unterstützten, wo es ging. Dann die nächsten Hürden: Zuschuss und Kredit beantragen, das passende Ladenlokal finden und vor allem die lebensmittelrechtliche Abnahme schaffen. Am Ende war es ein langer, steiniger Weg und sie war sich nicht immer sicher, ob sie es wirklich schafft. In Leutershausen hat sie das passende Ladenlokal neben einem Discounter gefunden und nach der Renovierung ging es los – durchaus erfolgreich.

„Von September bis Weihnachten hatte ich keinen einzigen freien Tag“, erinnert sich die Unternehmensgründerin. Die Menschen sind begeistert von ihren Torten, die durchaus ihren Preis haben. Bei ihr kostet eine Torte ab 48 Euro, Tiefkühltorten vom großen Industrieunternehmen kosten dagegen nur so viel, wie ihr Wareneinsatz ist. Doch die Zutaten kommen aus der Region, Theresa Ulm möchte die Nähe zu ihren Lieferanten, genauso wie zu ihren Kunden. Und sobald sie es zeitlich schafft, möchte sie gerne Tortenbegeisterte ausbilden.

Initiative der Ländlichen Entwicklung Bayern

„Wir sagen hier du“, begrüßt der 48-jährige Daniel Rieth. Seit drei Jahren ist er als Heimatentwickler der Ländlichen Entwicklung Bayern zuständig für die Vernetzung und Förderung von bürgerlichem und unternehmerischem Engagement im ländlichen Raum Mittelfranken.

HeimatUnternehmen ist eine Initiative der Ländlichen Entwicklung Bayern. Mehr als 100 Menschen, die ihre Idee vorantreiben wollen, haben sich bereits angeschlossen. Rieths Aufgabe ist es, Kontakte zu knüpfen, die Menschen zusammenzubringen, sie zu motivieren und auf ihrem unternehmerischen Weg zu unterstützen. Einmal im Monat lädt Daniel Rieth zum Austauschtreffen ein, Gastgeber ist immer einer der Netzwerker, der dann beim Treffen über seine Gedanken, Erfahrungen, Zweifeln, Entscheidungen, Erfolgen und Misserfolgen berichtet.

Die Gruppe besteht meist aus bis zu 30 Menschen, die Teilnahme ist kostenlos. Man muss kein Gewerbe angemeldet haben, um HeimatUnternehmer zu sein. Auch künstlerische, nichtgewerbliche oder gemeinnützige Initiativen sollen gefördert werden, erläutert Daniel Rieth. In der ländlichen Entwicklung gehe es um viele Themen, sagt er. Von der Dorferneuerung über das Leerstandsmanagement bis zur Flurerneuerung steht die ländliche Entwicklung Bürgern und Kommunen zur Seite, um den ländlichen Raum zu stärken.

Profitieren bei Netzwerktreffen vom Know-How aller

Doch bei den HeimatUnternnehmen gehe es darum, „den Menschen zu fördern“, bringt Daniel Rieth seine Jobbeschreibung auf den Punkt. „Wer sich schon einmal an eine unternehmerische Gründung gewagt hat, weiß, welche Hürden und Herausforderungen warten“, so Rieth. Es gehört auch oft ein „Quentla“ Glück dazu, wie der Franke sagen würde. Rieth hilft dem Glück auf die Sprünge, in dem er die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammen bringt.

Die HeimatUnternehmer Mittelfranken sind eines von 18 Netzwerk-Nestern, die in Bayern schon gewachsen sind. Daniel Rieth hat einen Consultingvertrag mit der Ländlichen Entwicklung in Bayern. Er selbst lebt in Diebach bei Rothenburg. Der Chemieingenieur war früher im Management eines Unternehmens weltweit unterwegs. Nach einer Pause hatte er beschlossen, „die eigenen PS auf die Straße zu bringen“ und gründete in Berlin ein Startup-Unternehmen. Seine Ideen und Erfahrungen will er nun nach Mittelfranken holen. Mit 86 HeimatUnternehmen arbeitet er derzeit aktiv zusammen.

Vom Weltladen in Rothenburg bis zur Essigmanufaktur in Petersaurach sind viele innovative Projekte dabei – vorgestellt werden sie auf der Website. Bei den regelmäßigen Netzwerktreffen profitieren alle vom Know-how jedes einzelnen Mitglieds. An den Treffen können alle Interessierten teilnehmen, Informationen und Anmeldung: www.heimatunternehmen-mittelfranken.de.


Von Nicole Gunkel, Mathias Neigenfind
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