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Veröffentlicht am 22.11.2023 07:15

Vom Herrieder Weihnachtsbaum, den Ansbach nicht wollte

Am Ende fließen bei Elisabeth Matijas (71) doch ein paar Tränen. Aber der Abschied von der serbischen Fichte, die rund 35 Jahre lang vor ihrem Elternhaus in der Oberhäuserstraße gestanden hat, fällt etwas leichter, weil der Baum noch einen großen Auftritt als Weihnachtsbaum auf dem Herrieder Marktplatz hat.

Gepflanzt hat den Baum vor dem Anfang der 60er-Jahre gebauten Haus Peter Suda, der Vater von Elisabeth Matijas. Die Fichte ist also eng mit der Familiengeschichte verwoben. Früher wurde sie jedes Jahr zu Weihnachten geschmückt – erst mit einer Lichterkette, dann mit zwei. Nach einigen Jahren wurde schon eine Leiter gebraucht.

Mittlerweile ist sie mit über zehn Metern aber so groß geworden, dass Matijas Sorge hat, sie könnte bei einem Sturm umstürzen und Schaden anrichten. Vor zwei Jahren bot Elisabeth Matijas der Stadt Ansbach die Fichte als Weihnachtsbaum an. Deren Mitarbeiter lehnten aber ab, weil eine Straßenlaterne direkt neben dem Baum steht.

Mit dem Kran auf einen Tieflader

Im vergangenen Jahr ging deshalb das Angebot an die Stadt Herrieden. Dort hatte man zwar 2022 schon einen Weihnachtsbaum, aber in diesem Jahr griff die Ansbacher Nachbarstadt zu und schickte ein Team, um die Fichte abzusägen und nach Herrieden zu transportieren.

Mit Hilfe einer Motorsäge und eines Krans wurde die Fichte erst angehoben und dann auf einen Tieflader verfrachtet. In der Zeit war die Straße gesperrt und der 756er-Bus musste einen Umweg nehmen.

Wenn der Baum dann geschmückt auf dem Marktplatz von Herrieden steht, plant Elisabeth Matijas einen Ausflug dorthin, um Fotos zu machen. „Vielleicht kann man die ja als Weihnachtskarten verschicken“, meint sie. Zum Abschluss der Fällaktion spendierte sie den fleißigen Arbeitern eine Brotzeit.

Ansbach lehnt auch weiteren Baum ab

Neben der serbischen Fichte gibt es im Garten noch einen weiteren, noch größeren Nadelbaum. Auch dieser wird jedoch wahrscheinlich bald fallen. Die Stadt Ansbach lehnte auch diesen als Weihnachtsbaum ab, weil er mit 14 Metern zu lang ist.

So wird er nun Stück für Stück abgetragen werden. Das Holz wird von einem Schreiner verwendet, erzählt Elisabeth Matijas. Vor dem Haus in der Oberhäuserstraße bleibt ihr dann nur noch ein Spalierbaum, der große Birnen trägt, sagt sie mit ein wenig Wehmut.

Elisabeth Matijas freut sich darüber, dass die Fichte, die ihr Vater vor dem Haus in der Oberhäuserstraße gepflanzt hat, nun zum Weihnachtsbaum in Herrieden wird. (Foto: Thomas Schaller)
Elisabeth Matijas freut sich darüber, dass die Fichte, die ihr Vater vor dem Haus in der Oberhäuserstraße gepflanzt hat, nun zum Weihnachtsbaum in Herrieden wird. (Foto: Thomas Schaller)
Elisabeth Matijas freut sich darüber, dass die Fichte, die ihr Vater vor dem Haus in der Oberhäuserstraße gepflanzt hat, nun zum Weihnachtsbaum in Herrieden wird. (Foto: Thomas Schaller)

Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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