Von Australien auf die Feuchtwanger Kreuzgang-Bühne | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.06.2023 10:00

Von Australien auf die Feuchtwanger Kreuzgang-Bühne

Fühlt sich als Neuling in der Kreuzgang-Familie gut aufgehoben: Schauspielerin Juliane Krug. (Foto: Jasmin Kiendl)
Fühlt sich als Neuling in der Kreuzgang-Familie gut aufgehoben: Schauspielerin Juliane Krug. (Foto: Jasmin Kiendl)
Fühlt sich als Neuling in der Kreuzgang-Familie gut aufgehoben: Schauspielerin Juliane Krug. (Foto: Jasmin Kiendl)

Anfang Oktober 2022 ist Juliane Krug nach Australien gereist. Dort machte sie Work and Travel, verband also Arbeiten und Reisen. Ende März kehrte sie nach Deutschland zurück, früher als geplant. Der Grund dafür war aus ihrer Sicht der „beste Grund“: Sie hatte die Mogli-Rolle im diesjährigen Kinderstück der Kreuzgangspiele bekommen.

Die 27-Jährige erinnert sich noch gut. Im Dezember 2022 bekam sie eine E-Mail von „Dschungelbuch“-Regisseur Lennart Matthiesen. Er war auf der Suche nach einer Mogli-Darstellerin. Von Lisa Ahorn – von 2016 bis 2021 Mitglied des Kreuzgang-Ensembles – hatte er Juliane Krugs Namen gehört, jetzt wollte er mit ihr in Hamburg einen Kaffee trinken gehen. Doch sie war zu diesem Zeitpunkt in Melbourne. Für Matthiesen kein Problem, sie trafen sich virtuell, über die Videoplattform Zoom.

„Er hat es mir einfach gemacht. Wir haben uns eine halbe Stunde über alles Mögliche unterhalten, haben uns kennengelernt, er hat vom Stück erzählt“, schildert Juliane Krug. Es sei ein Austausch auf Augenhöhe gewesen. Danach dachte sie: „Ich glaube, ich kann ganz gut eine Mogli spielen. Es hat sich richtig angefühlt.“


Es hat sich richtig angefühlt.


Ihrer Kollegin Lisa Ahorn, mit der sie im Hamburger Altonaer Theater im Kinderstück „Der kleine Rabe Socke: Alles meins!“ auf der Bühne gestanden war, rechnet es Juliane Krug hoch an, dass sie ihren Namen ins Spiel gebracht hat. Krug freut sich jetzt schon: Lisa Ahorn hat vor, sich eine „Dschungelbuch“-Vorstellung in Feuchtwangen anzuschauen.

Das Engagement bei den Kreuzgangspielen „ist auf mich zugekommen“, sagt die 27-Jährige und strahlt dabei. Denn bevor sie sich für die Auszeit in Australien entschied, wollte sie sich initiativ bewerben. „Das glaubt mir im Nachhinein jetzt ohnehin keiner mehr“, meint Juliane Krug lachend.

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Kindertheater ist für sie nichts Neues, und bei den Auerbacher Schlossfestspielen hat sie schon unter freiem Himmel gespielt. Doch die Dimension der Kreuzgangspiele sei eine ganz andere: „Vor so vielen Menschen durfte ich noch nicht spielen. Es macht sehr viel Spaß.“ Die bisherigen „Dschungelbuch“-Vorstellungen seien „total schön“ gewesen und jede anders. Sie erzählt von Mädchen und Jungen, deren Augen strahlen, die mitmachen und manchmal ganz anders reagieren als gedacht. Dadurch lebe das Stück erst, entstehe Magie auf der Bühne.

Das „Dschungelbuch“ kennt Juliane Krug seit Kindertagen. „Die Geschichte mochte ich schon immer.“ Die Kreuzgang-Fassung von Matthiesen mag sie „noch ein bisschen mehr“. Diese gebe Denkanstöße. Es spiele „keine Rolle mehr, welches Geschlecht man hat. Sei wer du willst, vertraue dem, was sich für dich richtig anfühlt. Es gibt kein Falsch.“ Sie als Mogli dürfe lernen, dass man gemeinsam stärker ist als alleine. Zusammenhalten, füreinander und nicht gegeneinander kämpfen – „das ist eine tolle Botschaft“.

In der Kreuzgang-Familie fühlt sie sich als Neuling gut aufgehoben, sagt die 27-Jährige. Sie sei mit offenen Armen empfangen worden. Es sei ein interessiertes Aufeinanderzugehen, man werde nicht gesprächsmüde. „Das klingt kitschig“, räumt Juliane Krug ein. Aber: „Es ist so.“ Den Kolleginnen und Kollegen mit mehr Erfahrung zuschauen zu dürfen, sei sehr inspirierend. Juliane Krug, die auch im „Jedermann“ auf der Bühne steht, hofft, noch lange spielen zu dürfen.


Die Geschichte mochte ich schon immer.


Dass sie Schauspielerin werden will, wusste Juliane Krug, die „auf dem Dorf“ bei Gießen aufgewachsen ist, schon als Kind. Ihre Ausbildung absolvierte sie von 2016 bis 2019 an der Schule für Schauspiel in Hamburg.

Zuvor hat sie ihren Eltern jedoch einen Gefallen getan, die wollten, dass sie zunächst „etwas Richtiges“ lernt: Sie ließ sich zur Verwaltungsfachangestellten ausbilden. „Spaß gemacht hat es mir nicht. Ich habe es halt durchgezogen“, sagt die 27-Jährige, die jetzt ihren Traumberuf ausübt.

Das Kinderstück „Das Dschungelbuch“ ist ab Samstag, 17. Juni, wieder regelmäßig unter der Woche und an den Wochenenden zu sehen. Nähere Informationen und Karten gibt es im Kulturbüro (Telefon 09852/904-44) oder unter www.kreuzgangspiele.de.

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