Das mit dem Sterben, das ist eine todernste Sache. Viele Menschen, die Sterbende in ihrer letzten Lebensphase begleiten, erzählen auch von humorvollen, leichten Momenten. Schauspielerin und Hospiz-Begleiterin Petra Frey hat einige davon aus ihrem Buch „SterbeMund tut Wahrheit kund“ im Musiksaal vorgestellt.
„Wir möchten den Sterbenden an den letzten Tagen etwas mehr Leben geben“, sagt sie. Was auf den ersten Blick paradox klingt, stellt sich aber durchaus nachvollziehbar heraus. Sterben trifft alle Menschen irgendwann, entscheidend sei aber, wie die letzten Zeit gestaltet sei.
Eine große Rolle spielt dabei die Hospizbegleitung. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die Ausbildung bietet auch der Hospiz-Verein Rothenburg an – begleiten die Schwerstkranken sowie deren Zugehörige auf diesem letzten Weg, sind Ansprechpartner und wichtige Zuhörer.
Petra Frey ist seit gut zehn Jahren als Hospiz-Begleiterin tätig. Impuls, erzählt die Schauspielerin, seien die Erfahrungen mit den Kolleginnen im Umgang mit ihrer Mutter gewesen. Die Begegnungen mit den Sterbenden sowie deren Familien und Freunden, sei eine große Herausforderung, sagt Frey.
Doch habe sie aber gerade in dieser Phase oft humorvolle, befreite Menschen, zum Teil mit einem recht skurrilen Endzeit-Humor erlebt. Etwa den Rat der 90-jährigen Lungenkrebspatientin im Endstadium: „Lächeln Sie, solange Sie noch Zähne haben“ oder dem bühnenreifen Abgang einer alten Schauspiel-Diva. Und hier läuft Frey zu absoluter Höchstform auf.
Hat sie zuvor schon mit ihrer wandlungsfähigen Stimme den einzelnen Personen ein eigenes „Ich“ zukommen lassen, flechtet sie hier auch schauspielerische Elemente mit ein. Sonnenbrille und ein locker umgelegtes rotes Tuch, das hat etwas von einem nostalgischen Filmstreifen. Schräge Sprüche sind da zu hören – etwa: Im Alter brauche man keinen Alkohol oder Drogen, da schnelles Aufstehen denselben Effekt habe oder auch, wenn man öfter auf Beerdigungen als auf Partys gehe, sei man endgültig alt.
Oft waren lebenslustige und gewitzte Menschen unter den Betroffenen, solche, die mit den letzten Atemzügen eine befreiende Lebensbeichte ablegen wollten, oder die, die von verpassten Chancen erzählten und sich am Ende doch noch einen Traum erfüllen wollten. Berührend sei das, erinnert sie sich, und mache deutlich, wie wichtig es sei, ein ausgefülltes Leben zu führen, Träume nicht immer zu verschieben.
Daneben gibt Petra Frey auch sachliche Tipps in Bezug auf Vorsorgemaßnahmen, etwa zu Bedeutung und Inhalt einer Patientenverfügung. Festlegen, wie man am Ende behandelt werden möchte, so genau wie möglich, das sei wichtig und das am besten, solange man noch fit ist, um nicht einer willkürlichen Versorgung ausgeliefert zu sein.
Musikalisch umrahmt der angehende Würzburger Musikpädagoge und Schlagwerker Manuel Ehlich die Lesepassagen an Marimba und dem Percussion-Instrument Hang. Wohltuend und lebendig umfängt der Sound seiner Instrumente die Geschichten. Ein fein aufeinander abgestimmtes Konzept.