Wie Franken jenseits der Grenze zu Baden-Württemberg klingt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.06.2024 20:31

Wie Franken jenseits der Grenze zu Baden-Württemberg klingt

Fränkischer Besuch aus dem Nachbarland: Frank Winkler, Sandra Masuch und Harry Weber von der fünfköpfigen Hohenloher Gruppe Annaweech waren zum ersten Mal auf dem Edzerdla zu Gast. (Foto: Elke Walter)
Fränkischer Besuch aus dem Nachbarland: Frank Winkler, Sandra Masuch und Harry Weber von der fünfköpfigen Hohenloher Gruppe Annaweech waren zum ersten Mal auf dem Edzerdla zu Gast. (Foto: Elke Walter)
Fränkischer Besuch aus dem Nachbarland: Frank Winkler, Sandra Masuch und Harry Weber von der fünfköpfigen Hohenloher Gruppe Annaweech waren zum ersten Mal auf dem Edzerdla zu Gast. (Foto: Elke Walter)

„Mir senn zwar über da Grenz daher, aber no lang kane Schwobn.“ So etwa stellte sich der Gitarrist und Sänger Frank „Molle“ Winkler von Annaweech dem Edzerdla-Publikum vor. Mit „Grenz“ war die Landesgrenze zu Baden-Württemberg gemeint. Die Gruppe war die erste beim Mundart-Festival aus dem Nachbarland.

Annaweech sieht sich als Hohenloher Franken, also für das Edzerdla bestens gewappnet. Hohenlohe umfasst, eine mitgebrachte Landkarte verdeutlichte das, die fränkischsprachige Gegend unter anderem um die Flüsse Jagst, Kocher und Tauber. Seit 1806 gehört die Region, anders als etwa Schillingsfürst, zum benachbarten Bundesland im Westen. Vom Dialekt her betrachtet, fügt sie sich ins ostfränkische Dialektgebiet ein.

Fast wie bei Asterix und Obelix

Diese Besonderheiten stellten die fünf immer wieder heraus, belegten das auch mit Hintergrundinfos, aber auch nicht ohne Selbstironie. Das zeigte sich etwa bei einem Lied, das die Geschichte von Asterix und Obelix aufgriff und Parallelen zum Hohenlohischen zog, weil die Römer seinerzeit genau in dieser Region auch nicht vorangekommen seien. Da könnte auch der Name der Gruppe ansetzen, der bedeutet übersetzt so viel wie „trotzdem“.

Annaweech, das sind Gitarrist Frank Winkler, Sängerin Sandra Masuch, Schlagzeuger Michl Ullrich, Harry Weber am E-Bass und Volker Gässler „Gassi“ am Keyboard, eine höchst spielfreudige Kombo im Mundartgewand.

Schwäbische Einfärbung mit Charme

Ihre Lieder schilderten mit viel Humor und Augenzwinkern alltägliche Szenen aus ihrer Hohenloher Heimat, im Hohenlohischen Dialekt, versteht sich. Das ist kein Fränkisch, wie man es hierzulande kennt und spricht, hat durchaus klangliche Ähnlichkeiten, aber mit viel schwäbischer Einfärbung. Wortbedeutungen lassen sich meist schnell aus dem Kontext ermitteln – eine sehr charmante Sprachfärbung, die den Texten eine ganz besondere Note verlieh. Dazu die eingängige Musik und vor allem auch die gute Laune, die von der Band schnell auch das Publikum übersprang.

Ein überaus gelungenes Premieren-Edzerdla für Annaweech, die sich auch sehr über die Einladung gefreut hatten.

Eine Bildergalerie vom Festival finden Sie hier.


Von Elke Walter
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