Der Weg ist weiter steinig, aber ein paar Brocken hat der Sozialkonzern Diakoneo offenbar bei den Bemühungen, seine Gesundheitseinrichtungen los zu werden, aus dem Weg geräumt.
Für die Rangauklinik im Ansbacher Stadtteil Strüth und das Gesundheitszentrum Mittelfranken habe Diakoneo „jeweils mehrere indikative Angebote erhalten“, teilte das Unternehmen auf Anfrage der FLZ mit. Im Gesundheitszentrum Mittelfranken sind die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) Neuendettelsau und Ansbach zusammengefasst. Ein indikatives Angebot wird durch den potenziellen Käufer abgegeben, um dem Verkäufer einen ersten Eindruck von seinen Kaufabsichten und den möglichen Bedingungen zu geben. Es handelt sich um eine unverbindliche Offerte als Basis für den weiteren Prozess.
Die erste Phase des Bieterverfahrens ist damit abgeschlossen. „Die von uns beauftragten externen Experten haben die Interessenbekundungen geprüft und bewertet, mit welchen Interessenten der Einstieg in die nächste Phase, die detaillierte und umfassende Prüfung, sinnvoll und aussichtsreich ist. Mit den Interessenten für die Rangauklinik und das Gesundheitszentrum Mittelfranken sind wir nun in die detaillierte Prüfung eingestiegen. Dies bedeutet, dass sie Zugriff auf genaue Zahlen und Fakten erhalten, so dass sie ihr Angebot konkretisieren können“, schreibt Christin Kohler von der Diakoneo-Pressestelle. Diese Phase werde voraussichtlich bis Ende Mai dauern.
In anderen Bereichen gehen die Veränderungen bei Diakoneo ebenfalls weiter. Neben dem Ende der Diätassistenz- und Sozialpflege-Ausbildung in Neuendettelsau gibt es Anpassungen bei den zentralen Diensten. Insider berichten, dass zum Beispiel bei der Unternehmenskommunikation erhebliche personelle Einschnitte erfolgen sollen.
Das Studierendenwohnheim Collegium Oecumenicum in Bamberg soll verkauft werden. Durch die Übernahme dieses Heimes war vor Jahren der kürzlich ohne Angabe von Gründen plötzlich ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende Dr. Mathias Hartmann in die seinerzeitige Diakonie Neuendettelsau gekommen.
Auch im Bereich Dienste für Menschen wird das Angebot am Bedarf ausgerichtet. Die ambulanten Dienste an den Seniorenhöfen werden für Externe geöffnet, so dass auch Klientinnen und Klienten außerhalb von Diakoneo-Einrichtungen betreut und somit die Kapazitäten besser ausgelastet werden können. Die zahlreichen Küchen will Diakoneo künftig zusammen mit einem kompetenten Partner betreiben.
Stillschweigen haben Diakoneo, das Klinikum Nürnberg und die Stadt Nürnberg über die seit Monaten andauernden Verhandlungen über einen möglichen Übergang der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik an das Klinikum Nürnberg vereinbart. Immerhin verrät die Pressestelle, dass man sich „auf erste Eckpunkte verständigt“ habe. Nun suche man gemeinsam nach Lösungen für die rechtlich und finanziell komplexen Sachverhalte.
Für die Klinik Schwabach befinde sich Diakoneo in Gesprächen mit potenziellen Interessenten und prüfe alle Optionen, die sich für das Klinikum ergeben könnten. Parallel treibe man gemeinsam mit der Kreisklinik Roth die Erstellung des regionalen Strukturgutachtens voran und arbeite intern ebenfalls heraus, „wie wir uns an die neuen Rahmenbedingungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes anpassen können“, teilte das Unternehmen mit.
Insgesamt sieht sich Diakoneo auf einem guten Weg. Der Verkauf von Einrichtungen – vor allem im Bereich Gesundheit – sei ein Langstreckenlauf. Zur wirtschaftlichen Stabilisierung von Diakoneo trügen auch die Maßnahmen in allen anderen Bereichen bei.