Erstmals lud Diakoneo zum Herbst-Kreativmarkt am Heim Gottesweg. Die Idee dazu kam von den Mitarbeitenden sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern und sie hatten jede Menge vorbereitet. Bunte eigens gefertigte Häuschen leuchten da aus dem Herbstlaub, Fliegenpilze sind dahinter versteckt und lange Dekostecker.
Dachziegel sind mit schönen Sprüchen gestaltet, wie „Wenn meine Seele Urlaub braucht, gehe ich in meinen Garten“ oder „Wir müssen draußen bleiben!“ – darunter ist eine Schnecke gemalt.
Viel Prominenz konnte Willi Ulm begrüßen. Er ist der Einrichtungsleiter für „Arbeit und Tagesstruktur“ in Rothenburg und Obernzenn. Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster hatte sich auf den Weg gemacht, ebenso Landrat Dr. Jürgen Ludwig und – als besonderen Gast – die Vorständin von „Dienste für Menschen“, Manuela Füller.
Für die Stadt Rothenburg war Zweiter Bürgermeister Dieter Kölle zur Eröffnung des ersten Herbst-Kreativmarktes gekommen. Die zum Verkauf angebotenen Produkte seien alle von Menschen mit teilweise Schwerstbehinderungen angefertigt worden, so Ulm, sie seien durchwegs hochwertig. Jeder Mensch sei ein Geschöpf Gottes, so der Bezirkstagspräsident. Er sei gern zu Gast in Rothenburg in der Förderstätte und er dankte den Initiatorinnen und Initiatoren, die den Markt gestaltet und bestückt haben.
Landrat Ludwig zeigte sich dankbar, dass es im eher ländlichen Raum eine „so großartige Betreuungseinrichtung” gibt. Die Menschen, die dort leben, seien sehr gut in Rothenburg integriert. Und er betonte: Jeder Mensch habe früher oder später mit einem Handicap zu kämpfen, dies beginne schon mit einer Lesebrille.
Die Stadt Rothenburg biete Praktikumsplätze für Menschen aus dem Heim Gottesweg, so Zweiter Bürgermeister Kölle, beispielsweise in der Stadtgärtnerei. Er wertschätzte die Mitarbeitenden mit ihren vielen Initiativen. Kreisrätin Silke Sagmeister-Eberlein zeigte sich dankbar, dass Diakoneo den Menschen in Rothenburg eine Heimat biete, auch im neuen Gebäude in der Erlbacher Straße.
Fasziniert von den großen, beleuchtbaren Sternen zeigte sich Manuela Füller. Sie sind aus Kleiderbügeln gefertigt, eine „äußerst kreative Idee”. Die Vorständin ist zuständig für 6000 Mitarbeitende. Sie dankte für das große Engagement, die Empathie und die guten Ideen, die die Beschäftigten in ihre Arbeit mit den teils sehr schwer behinderten Menschen einbringen.
Bunte Tonhäuschen auf Stäben sind zu sehen, dahinter Alpakas auf der nahegelegenen Wiese. Es gibt regionale Produkte zu kaufen, wie Honig, Kerzen, Socken und Alpakawolle. Der Kindergarten von St. Johannis sorgte mit einer Kindergruppe für Musik und hatte einen Stand aufgebaut mit hausgemachter Marmelade und Selbstgebasteltem, darunter Lichthäuser und Weihnachtskrippen. Für locker-launige Unterhaltung sorgten der Wirtshauschor „Die Lämmer“ und der Gebsattler Posaunenchor.
Der Weltladen war ebenfalls vertreten und bot eine vielfältiges, fair gehandeltes Produktsortiment. Das Hauptangebot hatten die Bewohnerinnen und Bewohner selbst gefertigt. Es reichte vom Schlampermäppchen über Taschen, Topflappen, Girlanden, eigens gestaltete Karten, Töpferwaren und Weihnachtskrippen. Am Imbissstand gab es neben vegetarischen Leckereien auch einen „Fränkischen Hotdog“ – mittendrin eine Weißwurst. Der Herbstkreativmarkt ist eine tolle Ergänzung zur Herbstmesse auf dem Schrannenplatz, meinte Kölle, und er freut sich schon auf eine Fortführung.