Therese Hierl, genannt Resi, war erst 17 Jahre alt, als sie bei dem Bombenangriff auf Ansbach am 23. Februar 1945starb. Ihr großer Bruder, den die junge Frau sehr geliebt hatte, war bereits 1942 auf einem Kriegsschiff ums Leben gekommen.
Auf unseren FLZ-Aufruf zu den Opfern der Luftangriffe auf Ansbach vor 80 Jahren haben sich etliche Bürgerinnen und Bürger gemeldet, darunter auch Eva Mangels: mit den Erinnerungen ihrer Schwiegermutter Hedwig Stockert, geborene Hierl.
Hedwig Stockert ist die jüngere Schwester von Therese Hierl und inzwischen fast 96 Jahre alt. „Oft hat sie uns von ,meiner Resi‘ erzählt“, so Eva Mangels. Die Schwiegertochter hat in einem Schreiben an die FLZ zusammengefasst, was Hedwig Stockert berichtete.
„Bei dem Bombenangriff am 22. Februar war das Wohnhaus der Familie Hierl am Onolzbach leicht beschädigt worden. Man hatte Angst vor weiteren Bombenangriffen, aber Resi ließ sich nicht davon abhalten, am 23. Februar trotz allem zur Arbeit zu gehen.
Sie arbeitete – nach dem Pflichtjahr in Ostpreußen – als kaufmännische Angestellte in der Wäschefabrik Kaiser in der damaligen Hermann-Göring-Straße, heute Karolinenstraße 32. Das Geschäft war bei dem Angriff am Tag zuvor bereits beschädigt worden, und Resi wollte unbedingt hingehen, um beim Aufräumen zu helfen.
Ihr Pflichtbewusstsein sollte ihr zum Verhängnis werden. Bei dem erneuten schweren Bombenangriff am 23. Februar wurde sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in den Trümmern des Fabrikgebäudes verschüttet. Die Bergung erforderte einige Tage und kam für Resi Hierl und die anderen zu spät. Sie waren durch den Luftdruck getötet worden.
Resi war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und stand kurz vor der Verlobung mit einem kriegsversehrten jungen Mann. Von ihren drei Geschwistern stand ihr der fünf Jahre ältere Bruder Hans besonders nahe. Er war nach seiner Ausbildung als Feinmechaniker zur Kriegsmarine gegangen.
Er und Resi schrieben sich viele Briefe. In seiner Abwesenheit zog sich Resi manchmal zum Spaß die Männerkleidung ihres Bruders an. Am 29. März 1942, genau an Resis 15. Geburtstag, ist der Bruder mit 19 Jahren auf dem Zerstörer Z 26 vor Norwegen gefallen.“