Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im September werden nach mehrheitlichem Beschluss des Marktgemeinderats Dietenhofen erneut die Beiträge für die Kindertageseinrichtungen spürbar erhöht.
Eltern von Kindergartenkindern zahlen rund 50 Prozent mehr. Die Krippe, in der die Kleinkinder unter drei Jahren betreut werden, verteuert sich um rund 30 Prozent. Für eine tägliche Betreuungszeit von sieben Stunden steigt im Kindergarten die monatliche Gebühr von 162 auf 248 Euro inklusive Teegeld, Spielgeld und der Gebühr für eine neue Smartphone-Anwendung, eine so genannte Kita-App. Für dieselbe Buchungszeit werden in der Krippe statt 260 Euro ab Herbst 343 Euro berechnet.
Der Freistaat bezuschusst die Betreuung jedes Kindergartenkindes mit 100 Euro, die vor Rechnungstellung an die Eltern automatisch abgezogen werden. Tatsächlich entrichtet werden müssen demnach bei 35 Wochenstunden nur 148 Euro. Auch für Krippenkinder gibt es staatliche Unterstützung. Allerdings wird diese nur auf Antrag sowie nach einer Einkommensprüfung an Familien gezahlt, deren gemeinsames Jahreseinkommen – bei einem Kind – maximal 60.000 Euro brutto beträgt.
Künftig wird in Dietenhofen außerdem so verfahren, dass der Krippenbeitrag so lange entrichtet werden muss, wie das Kind die Betreuungseinrichtung für unter Dreijährige besucht. Bislang hatten Eltern ab dem vollendeten dritten Lebensjahr ihres Nachwuchses die moderateren Kindergartenbeiträge gezahlt – obwohl das Kind noch in der personalintensiven Krippe war. Diese Regelung war jedoch zum Nachteil des Trägers, der Marktgemeinde, und wird nun geändert.
Letztmalig hatte der Rat vor genau zwei Jahren über die Beiträge diskutiert und sich auf eine Anpassung nach oben im Rhythmus von 24 Monaten verständigt. Hintergrund ist das hohe Defizit der drei Einrichtungen, der Kita Schabernack sowie der Kitas Kunterbunt am Meisterweg und Kunterbunt am Rathausplatz.
Wie Geschäftsleiter Johannes Förthner informierte, betrug das gemeinsame Minus im vergangenen Jahr 560.000 Euro – Tendenz steigend. „Vor dem Hintergrund dieser Zahlen und angesichts der kritischen Bemerkungen des Landratsamtes zu unserem Haushalt sind wir gezwungen, etwas zu unternehmen“, betonte Bürgermeister Rainer Erdel nicht zum ersten Mal.
Nachdem der Geschwisterkinderrabatt zusammen mit dem kompletten Beitragserlass für das dritte Kind vor zwei Jahren gestrichen worden war, hatten die Elternbeiräte vorgeschlagen, zumindest wieder einen Nachlass für das dritte betreute Kind vorzusehen. „Wir haben dies geprüft und nach Rücksprache mit den Einrichtungsleitungen entschieden, davon abzusehen“, sagte Erdel. Der Beschluss von 2022 bleibe bestehen.
Marktgemeinderat Wolfgang Burgis hätte sich sogar vorstellen können, die Beiträge noch stärker zu erhöhen, und stimmte daher als Einziger gegen die aktuelle Beschlussvorlage. „Sonst kommen wir von diesem Defizit doch nie herunter“, fand er. Der Bürgermeister stimmte ihm da im Grundsatz zu. „Allerdings hatten wir mal gesagt, dass wir die Preise lieber etappenweise moderat erhöhen möchten.“ Das sei sozialverträglicher. Erdel: „Es handelt sich schließlich um ein emotionales Thema.“